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| 20:25 Uhr

Wadern
Pro Hochwald: Standort Wadern drängt sich für neue Klinik auf

Wadern. (cbe) In der Diskussion um die künftige medizinische Versorgung im Hochwaldraum spricht sich die Wählergruppe Pro Hochwald für ein vorbehaltloses Umdenken in der saarländischen Krankenhauspolitik aus. „Die Expertise ist unbequem, weil sie sagt: Denkt die Krankenhauslandschaft im Saarland neu! Alles andere ist Geldverschwendung und führt in sehr kurzer Zeit in puncto Versorgung zu einem Weniger an Qualität im Land“, fasst Pro-Hochwald-Sprecher Bernd Theobald das Gutachten der Kölner Beratungsfirma „Aktiva“ zusammen. Der Fraktionsvorsitzende von ProHochwald im Stadtrat Wadern: „Die Gutachter haben mit ihrer Machbarkeitsstudie klar und deutlich dargelegt, wohin die Reise gehen muss, wenn man weiter denkt. Sie haben damit die Forderungen der Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik, aber auch die Grundüberlegungen der Krankenkassen und etlicher weiterer Fachverbände eindrucksvoll bestätigt.“

Die Studie von „Aktiva“ komme zu dem Schluss, dass eine massive Bündelung von Leistungen ebenso sinnvoll wie zukunftsweisend ist. Allerdings hat diese Angebotskonzentration für Pro Hochwald einen Haken: Eine Nordsaarlandklinik könnte aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und damit ihrer Sogwirkung auf Dauer die Existenz der Krankenhäuser in Losheim und Lebach bedrohen. Zudem müssten, so die Annahme der Gutachter, auch Betten von Merzig und St. Wendel an den neuen Standort verlagert werden. Letzteres bezweifelt Pro Hochwald. Denn laut einem erst kürzlich vorgestellten Gutachten zum gerade im Abstimmungsprozess befindlichen Krankenhausbedarfsplan, das von der gleichen Beraterfirma wie die Machbarkeitsstudie zur Nordsaarlandklinik verfasst wurde, soll das Saarland langfristig rund 300 Betten aufbauen. „Das sind exakt die Betten, die am Standort Wadern fehlen, um einen sowohl finanziell als auch qualitativ auskömmlichen Betrieb zu sichern“, stellt Helmut Holbach im Namen von Pro Hochwald klar.

Die Befürchtung, dass eine Nordsaarlandklinik am Standort Wadern die Kliniken in Losheim und Lebach in ihrer Existenz bedrohen könnte, ist für Pro Hochwald nachvollziehbar, sie ist aber kein Hinderungsgrund, die Diskussion im Grundsatz zu führen. Bernd Theobald: „Diese Frage hat ja für den Hochwald letztendlich auch niemand gestellt.“ Man habe die St-Elisabeth-Klinik dichtgemacht mit dem Hinweis, dass sich die Zeiten geändert und kleine Kliniken keine Überlebenschance hätten. „Wenn dem so ist – und das Gutachten von ‚Aktiva‘ untermauert diese These ja –, dann sollten wir wirklich komplett umdenken und zwar im gesamten Saarland. Es ist höchste Zeit umzusteuern“, mahnt der Fraktionschef von Pro Hochwald. Es gehe nicht darum, Standorte gegeneinander auszuspielen, betont Theobald: „Wir sollten die Sache ergebnisoffen angehen und eine möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung sicherstellen. Das gilt für Wadern wie für Losheim wie für Lebach und auch für jeden anderen Standort.“

Dass die Konzentration von Leistungen mit einem Arbeitsplatzabbau einhergeht, hält ProHochwald auch für unwahrscheinlich. Bernd Theobald: „Wir haben Ärztemangel, es fehlt hinten und vorne an Pflegekräften. Und außerdem reden wir über einen Zeitraum von mindestens sieben Jahren. Da muss und da wird es möglich sein, Menschen in neue, wahrscheinlich sogar qualitativ hochwertigere und zudem besser bezahlte Jobs zu bringen.“

Die Idee der Gutachter, eine Nordsaarlandklinik am bestehenden Standort Lebach zu realisieren, hätte für Pro Hochwald zwar den Charme, auf Bestehendem aufzubauen. Theobald: „Allerdings deckt der Standort nicht den gesamten Norden des Landes ab. Es bleiben dann weiße, nicht versorgte Flecken.“ Zudem hält er es für fraglich, ob ein Umbau in Lebach kostengünstiger als ein zentraler Neubau im Norden des Landes wäre. „Würden die Umbaukosten tatsächlich niedriger ausfallen als jene für einen Neubau, stellt sich natürlich die Frage, warum man den Standort des bisherigen Krankenhauses in Wadern, der – von Fachleuten unbestritten – die besten Entwicklungschancen hat, leichtfertig aufgegeben hat.“ ProHochwald unterstützt von daher nachdrücklich die Forderung der BI Nordsaarlandklinik auf Einrichtung eines zentralen Klinikums im nördlichen Saarland. Der Standort Wadern bietet sich dafür nicht nur an, er drängt sich aufgrund seiner geographischen Lage, aber auch wegen seiner guten Erreichbarkeit geradezu auf.

Die ebenfalls untersuchte Schaffung eines Gesundheitsparks in Wadern hält ProHochwald im Übrigen für ein Muss. „Damit hätte man schon vor 15 Jahren beginnen müssen“, sagt Helmut Holbach: „Ein Gesundheitspark ist zwar kein Ersatz für ein Krankenhaus, aber er ist angesichts einer zunehmenden Verlagerung der stationären Versorgung in den ambulanten Bereich folgerichtig und zukunftsweisend“.