Mit Pastor Windhausen fing alles an

Mit Pastor Windhausen fing alles an

Ihren Anfang nahm die heutige Kindertagesstätte Perl St. Quirinus vor 80 Jahren, im Zweiten Weltkrieg. Damals bestand das Ensemble aus Kindergarten, Schwesternstation sowie Altenheim und Krankenversorgung.

Ihr 80-jähriges Bestehen feiert die Kita St. Quirinus Perl am Samstag, 17. September. An diesem Tag ist auch die Einweihung des in rund drei Jahren fertig gestellten Erweiterungstraktes der Kindertagesstätte St. Quirinus. Zu den vier entstandenen Krippengruppen ist nun noch eine fünfte Gruppe für den Kindergarten dazugekommen. Beginn des Festes ist um 14 Uhr mit einem Gottesdienst im Park von Nell. Ab 15 Uhr sorgt ein buntes Programm rund um das Gelände der Kita für Unterhaltung. Um 19 Uhr klingt das Jubiläumsfest mit Vorträgen des Kindergartenchores aus.

Blick in die Historie

Die Geschichte des Kindergartens der katholischen Pfarrgemeinde Perl ist eng mit dem Namen des verstorbenen Pfarrers Windhausen verknüpft. Um der einheimischen Jugend ein Freizeitzentrum zu schaffen, baute er im Jahre 1930 das katholische Vereinshaus in Perl . Zunächst war die Kirchengemeinde Träger des Hauses, später wurde der Verein für Jugendschutz und Volkswohl gegründet, um die weitere Unterhaltung des Vereinshauses zu gewährleisten. Am 15. Februar 1936 erteilte der Regierungspräsident in Trier den Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Mainz die Genehmigung zur Errichtung eines Kindergartens im Vereinshaus in Perl unter der Leitung von Schwester Ursula-Margareta Schlegel. Für die Errichtung des Kindergartens waren zu der Zeit drei Räume vorhanden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ein Haus errichtet, das als Schwesternstation, Altenheim und Krankenstation diente. Während des Krieges wurde der Kindergarten schwer beschädigt und musste behelfsmäßig wieder aufgebaut werden.

Ein schweres Unwetter 1971 bewirkte, dass sämtliche Räume nicht mehr zu benutzen waren. Während der folgenden Aufbaujahre von 1972 bis 1973 gab es in Perl keinen Kindergarten. Bis 2002 war die Kirchengemeinde Perl Betriebsträger. Dann erfolgte der Wechsel zur Kita gGmbH Saarland. 2010 wechselte die Bauträgerschaft vom Verein für Jugendschutz und Volkswohl zur Zivilgemeinde Perl .

Um ein erweitertes Betreuungsangebot anbieten zu können, wurde 2005 ein An- und Umbau vorgenommen. Seitdem können Kinder auch ganztags betreut werden. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels wurde auch in Perl der Bedarf an Krippenplätzen zur Ganztagsbetreuung immer größer und so wurde im Mai 2013 mit dem Erweiterungsbau und dem Umbau im Altbestand begonnen. Die Öffnungszeiten der Kita sind von morgens 7 bis nachmittags 18 Uhr. Bis Mai 2016 wurden 44 Krippenplätze und zusätzlich 25 Plätze für den Kindergarten geschaffen. Die Kita Perl bietet aktuell Platz für 100 Kinder (bei Bedarf für 125 Kinder) im Alter von drei bis sechs Jahren sowie für 44 Krippenkinder (null bis drei Jahre)

Der Neubau ist sehr großzügig gestaltet worden und bietet viele Räume zur Entfaltung der Kinder. Es gibt eine eigene Turnhalle, einen neuen Essraum, verschiedene Förder- und Personalräume sowie ein neues Elternbesprechungszimmer.

Die großzügige finanzielle Unterstützung des Fördervereins "KIGA Perl e.V." ermöglicht viele Aktivitäten und Aktionen, wie zum Beispiel Besuche von Zauberern und Clowns, Aufführungen von französischen Theaterstücken, Ausflüge ins Museum oder Theater und vieles mehr. Der Förderverein unterstützt auch immer wieder größere Anschaffungen wie den Kauf von Spielgeräten für das Außengelände, Fahrzeugen oder das Kasperltheater. Durch den unermüdlichen Einsatz konnten Sponsoren für die Anschaffung des Krippenbusses, der Platz für sechs Kinder bietet, gefunden werden.

Zum Thema:

Gemeinsam in Europa aufwachsen: die Schützlinge der Kita Perl heute. Foto: Ruth Solander. Foto: Ruth Solander

stichwort Die Kita Perl hat mittlerweile einen großen Einzugsbereich. Neben den Ortsteilen der Gemeinde Perl steht die Einrichtung bei entsprechenden Platzkapazitäten dem angrenzenden Luxemburg und Frankreich offen. Auf das Kennenlernen und Heranführen der Kinder an die Kultur und Sprache unseres Nachbarlandes Frankreich wird großer Wert gelegt. Drei französische Muttersprachlerinnen sind in der Kita Perl beschäftigt. Nicht umsonst ist die Kita Perl eine "Elysee-Einrichtung" - das bedeutet, dass sie Mitglied im deutsch-französischen Netzwerk ist und als bilinguale Kindertageseinrichtung anerkannt ist. rso