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Tierschützer kritisieren Wettflug

Tierschützer kritisieren Wettflug

Am Samstag startet in französischen Argenton rund 2100 Brieftauben aus der Region zu einem 500 Kilometer langen Wettflug - darunter Tiere von Züchtern aus unserem Kreis. Die Tierschutz-Organisation Peta kritisiert den Wettflug.

An diesem Samstag starten im südwestfranzösischen Argenton rund 2100 Brieftauben aus dem Saarland zu einem ihrer regelmäßigen Wettflüge. Auf dem Weg nach Hause müssen sie rund 500 Kilometer zurücklegen. Darunter sind auch Tiere von Züchtern aus unserem Kreis: Der Wettflug wird vom Regionalverband Saar-Mosel des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter organisiert, zu dem die Reise-Vereinigung Merzig "Untere Saar" mit Clubs aus unserer Region gehört.

Am Tag vor dem geplanten Start der Tauben hat die Tierschutzorganisation Peta massive Kritik an der Wettflugveranstaltung geübt: Aus Sicht von Peta verstößt der Brieftaubensport gegen das Tierschutzgesetz, daher fordert Peta ein generelles Verbot von Taubenwettflügen. "In der Regel werden die Tauben bewusst von ihren Partnern oder der Brut getrennt - damit ist für die treuen Tiere nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimschlag", heißt es in einer Erklärung von Freitag. Viele der Vögel würden während der anstrengenden Flüge an Austrocknung, Hunger, Erschöpfungen oder Verletzungen sterben, kritisiert die Organisation. Peta verweist auf den Paragrafen 3 des Tierschutzgesetztes, der es verbiete, Tieren Leistungen abzuverlangen, die ihre Kräfte übersteigen. Zudem dürften sie in Training oder Wettkampf keinen Maßnahmen ausgesetzt werden, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder körperlichen Schäden verbunden sind.

Die Peta-Vorwürfe sind nach Ansicht von Bernd Paul "völlig aus der Luft gegriffen". Der Schwalbacher ist Vorsitzender der Regionalvereinigung Saar-Mosel und Flugleiter des für Samstag angesetzten Wettfluges. Er betont: "Die Tauben, die in Argenton aufgelassen werden, sind in einem Top-Zustand." Es gebe bei den Wettflügen "so gut wie keine Ausfälle" - und wenn, dann habe das andere Gründe, sagt Paul. "Zum Beispiel Raubvögel." Paul betont, dass jeder Züchter sehr darauf achte, dass nur gesunde, kräftige Tiere an den Wettkampfflügen teilnähmen. "Wenn mir nach einem solchen Wettflug eine Taube fehlt, dann bin ich krank." Daher würden die Tiere sorgsam vorbereitet: "Jeden Tag werden die Tauben morgens und abends eine Stunde lang auf einen Freiflug geschickt", erläutert Paul. Anhand von Flugverhalten, Körpergewicht und allgemeinem Auftreten der Tiere erkenne der Züchter, ob die Tauben fit genug für den Flug sind. Dass dieser ohne übermäßige Strapazen für die Tiere abläuft, dafür sei er als Flugleiter verantwortlich und müsse sich dem Verband gegenüber diesbezüglich verantworten. "Wenn beispielsweise für Samstag Gewitter gemeldet worden wären, dann würde ich sie gar nicht starten lassen", sagt Paul. Schon zweimal in diesem Jahr habe er wegen schlechtem Wetter einen geplanten Flug abgesagt. Doch für diesen Samstag seien die Bedingungen günstig: "Die Tauben fliegen mit Wind, dann kommen sie auf Geschwindigkeiten von 70 bis 80 Stundenkilometer. Ich denke, dass sie in sieben bis acht Stunden wieder daheim sind."