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Als statt Taschengeld Kostgeld gefordert wurde

Als statt Taschengeld Kostgeld gefordert wurde

Vier junge Frauen vom Merziger Gymnasium am Stefansberg haben die Lebenswelt von 15-Jährigen damals und heute untersucht und die Ergebnisse präsentiert. Sie trafen auf lebensfrohe ältere Frauen.

Von Zeige- und Rohrstock zum Laserpointer - Wie sehr sich die Zeiten für Schülerinnen gewandelt haben, hatten vier junge Frauen vom Gymnasium am Stefansberg in Merzig untersucht. Ihre Ergebnisse haben sie vor kurzem im Mehrgenerationenhaus präsentiert.

In Zusammenarbeit mit Heike Prangenberg, Moderatorin im offenen Treffpunkt, gestalteten sie einen Nachmittag für Seniorinnen. "Die Lebenswelt von 15-Jährigen damals und heute war ihr Thema", erläutert Prangenberg. Entdeckt haben sie, wie sie erzählt, etwas Unerwartetes: Lebensfrohe ältere Frauen , voller Neugierde und voller Geschichten. "Pflichtjahr statt Freiwilligem Sozialen Jahr, statt frei verfügbarem Taschengeld wurde Zuhause Kostgeld abgegeben. Und dann kam der Krieg."

Wörter , die mit dem Buchstaben "i" beginnen und mit Schule zu tun haben, hieß es in einem gemeinsamen Spiel. "Die Seniorinnen staunten über moderne Wörter wie Informatik und Integrationslehrerin. Früher hatte man sich selber zu integrieren", berichtet die Moderatorin. Posten, googlen, liken und skypen - auch sprachlich hat sich so einiges geändert. Prangenberg: "Spaßhaft wurde gesagt: von der Postkutsche zum Smartphone."

Für alle Mädchen und Frauen , die an diesem Tag ein paar Stunden miteinander verbrachten, entstand das Gefühl, mehr Ähnlichkeiten zu haben als erwartet, resümiert die Moderatorin. "Trotzdem wird eine Seniorin von 90 Jahren niemals verstehen, warum die Mädels mit modisch zerrissenen Jeans und T-Shirts - nicht Hose und Bluse - herumlaufen", meint Prangenberg. "Für sie galt: was zerrissen wird, muss geflickt werden. Obwohl, im Sinne der aktuellen Nachhaltigkeit, könnte eine unerwartete Gemeinsamkeit entdeckt werden."