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Rallye
Meister! Brocker fallen Steine vom Herzen

Andreas Brocker und Co-Pilotin Sabrina Woll gingen bei der „Saarland“ auf Nummer sicher. Platz acht reichte zum Titel.
Andreas Brocker und Co-Pilotin Sabrina Woll gingen bei der „Saarland“ auf Nummer sicher. Platz acht reichte zum Titel. FOTO: Mike Biehl
MERZIG. Mitsubishi-Pilot aus Wolfersweiler fährt in Merzig den Saarlandmeistertitel ein. Timo Bernhard freut sich über „tollen Tag.“ Von David Benedyczuk

Die ADAC Saarland-Rallye rund um Merzig stand am Samstag ganz im Zeichen zweier Piloten: Da wäre zum einen Frank Färber aus Neuwied, der beim vorletzten Lauf zur Saarländischen Rallye-Meisterschaft (SRM) einen überlegen Start-Ziel-Sieg herausfuhr. Und zum anderen Andreas Brocker, der sich bei der Zielankunft an der Merziger Stadthalle als neuer Saarlandmeister feiern lassen durfte.


Und das tat der 28-Jährige aus Wolfersweiler ausgiebig, zusammen mit Beifahrerin Sabrina Woll (Hasborn) nahm Brocker nach der Titelfahrt im Mitsubishi Lancer Evo 7 mit der Startnummer drei im Ziel die vielen Glückwünsche entgegen und feierte mit der obligatorischen Sektdusche seinen ersten SRM-Titelgewinn.

„Freude und Erleichterung sind riesig. Der ganze Druck ist jetzt irgendwo abgefallen. Es war ja eine neue Erfahrung, ein ungewohntes Gefühl, weil ich hier ja nur ankommen musste“, sagte Brocker, der sich wegen seines großen Vorsprungs in der Gesamtwertung auf den 62,86 Wertungskilometern zurückhielt und nicht alles riskierte. Im Gegensatz zu Färber, der im Peugeot 207 mit Co-Pilot Peter Schaaf alle sechs Wertungsprüfungen gewann. Nach 36:51,9 Minuten lag er im Ziel 18,9 Sekunden vor dem zweitplatzierten Marpinger Steven Gisch im Mitsubishi Evo 9, dem mit Hanno Brocker der ältere Bruder des neuen Saarlandmeisters im Evo 8 auf Rang drei folgte.



Richtig eng wurde es für Färber im Prinzip nur auf den 13,2 Kilometern der ersten WP „Steine an der Grenze“, auf denen er gerade mal 0,4 Sekunden schneller als Gisch unterwegs war. Der Marpinger und Beifahrerin Julia Köhler sollten die einzigen im Feld sein, die das Tempo der Spitze halbwegs mitgehen konnten.

Ein WP-Sieg war ihnen aber ebenso wenig vergönnt wie Timo Bernhard, der nach Beendigung der Rundstreckensaison mal wieder einmal einen Abstecher aufs Rallye-Terrain wagte. Nach Anlaufschwierigkeiten schob sich der Porsche-Werksfahrer in einem Mitsubishi Evo 10, den ihm der mehrfache deutsche Rallyemeister Hermann Gaßner zur Verfügung gestellt hatte, am Ende noch bis auf Rang vier nach vorne. Er habe insgeheim gehofft, aufs Treppchen zu fahren, gab Bernhard im Ziel zu. Vor allem aber freute er sich. „Es war ein toller Tag.“

Das galt für Andreas Brocker umso mehr. Die „lange Nacht“ soll aber erst nach dem Saisonfinale bei der Rallye Saar-Ost am 24. November rund um Schiffweiler folgen. „Darauf freue ich mich jetzt umso mehr, weil ich dort wieder befreiter und ohne Hintergedanken fahren kann“, verriet Brocker, bei dem auf dem Weg zum Titelgewinn längst nicht alles glatt lief: „Die Bedingungen waren top: trocken und kalt. Ich hatte dennoch einen blöden Fehler drin, als ich in einer Kurve erst nach links statt nach rechts wollte. Auf WP zwei hatten wir auch noch Probleme mit der Sprechanlage, da musste ich dann komplett auf Sicht fahren“, berichtete der neue Meister von einigen Unwegsamkeiten – die aber letztlich halb so wild waren: „Wir haben es mit Humor genommen“, grinste Brocker. 2009 hatte er im ersten kompletten SRM-Jahr auf Anhieb die Juniorwertung gewonnen, 2019 sei nun die Titelverteidigung „auf jeden Fall ein Ziel“. Allerdings dürften vorher dann doch nochmal die Sektkorken knallen.

Langstrecken-Weltmeister Timo Bernhard aus Homburg frönte seinem Hobby und gab mal wieder abseits der Rundstrecke Gas. Er wurde Vierter.
Langstrecken-Weltmeister Timo Bernhard aus Homburg frönte seinem Hobby und gab mal wieder abseits der Rundstrecke Gas. Er wurde Vierter. FOTO: Mike Biehl