Positives Echo auf Vorschlag zur Reaktivierung der Bahnstrecke Losheim-Merzig

Losheim : Positives Echo auf Reaktivierungs-Pläne

Die in einer Studie angeregte Wiederaufnahme von Bahn-Personenverkehr von Losheim nach Merzig findet Zustimmung.

Die in einer bundesweiten Studie angeregte Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Losheim und Merzig stößt in der Region auf positive Resonanz. Ende Mai hatten der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz Pro Schiene ihr Gutachten vorgelegt, in dem unter anderem die Wiederbelebung von fünf still gelegten Bahnstrecken im Saarland vorgeschlagen wird – darunter die aktuell nur auf einem Teilabschnitt nutzbare und von der Losheimer Museumsbahn befahrene Verbindung Losheim-Merzig.

Der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ begrüßt die vom VDV und Allianz pro Schiene gestartete Initiative. Die Gemeinde Losheim am See habe sich durch die Übernahme des Eisenbahnstreckennetzes auf ihrem Gebiet sowie die Unterhaltung der Verbindung zwischen Niederlosheim und Merzig alle Optionen offen gehalten, sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr, betont Christ in einer Erklärung gegenüber unserer Redaktion. „Schon jetzt hat die Eisenbahnstrecke eine große Bedeutung für den Tourismus in der Region“, betont Christ.

Die touristische Nutzung wolle die Gemeinde zusammen mit Saarschleifenland-Touristik GmbH des Landkreises und mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums noch ausbauen. Die Kommune sehe aber auch einen deutlichen infrastrukturellen Vorteil in dem Erhalt der Bahnstrecke zwischen Niederlosheim (Homanit) und Merzig-Hauptbahnhof, fährt Christ fort.

„Die dringend erforderliche Begrenzung des CO2-Ausstoßes im Zusammenhang mit dem Klimawandel und die Fragen der Mobilität im Zeichen des demographischen Wandels legen nahe, dass die Bedeutung der Schienenanbindungen in Richtung Merzig und ins Saartal in Zukunft zunehmen wird“, findet der Bürgermeister. Ob eine Reaktivierung der Bahnstrecke Losheim–Merzig für den Personenverkehr Aussichten auf eine Realisierung hat, werde die Zukunft zeigen. Im Gegensatz zu dem Gütertransport stelle der Personentransport höhere Anforderungen an den Ausbaustandard der Schienenstrecke.

Christ: „Deshalb bedarf die Frage der Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr einer gründlichen Analyse und eines schlüssigen Mobilitätskonzeptes, das auf das Problem der Siedlungsentwicklung weg von der Schiene eine Antwort gibt und auch den straßengebunden ÖPNV und den Radverkehr integriert.“ Dabei brauche man nicht bei Null anzufangen, unterstreicht der Rathauschef: „Eine Machbarkeitsstudie liegt ja bereits vor.

Im Auftrag des Zweckverbandes Personenverkehr Saarland (ZPS) wurde 1996 eine Studie über die ‚Reaktivierung der Schienenstrecke Merzig-Nunkirchen’ erstellt.“ Die von der VCK Verkehrs-Consult Karlsruhe GmbH durchgeführte Untersuchung kam vor fast 25 Jahren allerdings zu dem Schluss, „dass eine Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr zur Zeit nicht empfohlen werden kann.“ Die Zeiten hätten sich aber inzwischen geändert, findet Christ.

„Die Folgen des Klimawandels stehen auf der Tagesordnung und auch bezüglich klimafreundlicher Mobilitätskonzepte und Innovationen im Bereich der e-Mobilität hat sich einiges getan.“ Zur Erreichung der Klimaziele seien Investitionen notwendig, die unter Umständen die jährlichen Defizite einer Reaktivierung der Bahnstrecke Merzig-Losheim in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Positive Reaktionen kamen auch von Klaus Borger, dem Kreisvorsitzenden der Grünen: Er hatte schon im Jahr 2007 eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke zwischen Losheim und Merzig ins Gespräch gebracht. „Das Bohren dicker Bretter könnte erfolgreich sein. Unser Vorschlag war doch nicht so abwegig“, kommentierte Borger in einem Facebook-Eintrag die Meldung über den Vorschlag der Studie, die fünf stillgelegten Strecken zu reaktivieren. Zum Glück habe die Gemeinde Losheim am See durch den Ankauf eines Teilstücks der Bahntrasse, das durch Merzig verläuft, die mögliche Reaktivierung gesichert.

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