Losheim: Mini-Astronauten erobern All und Herzen

Losheim : Mini-Astronauten erobern All und Herzen

Sechs Jahre Kita Sonnengarten und schon einen eigenen Kitasong: Dieser Tage wurde der Kitasong allen Familien der Losheimer Kita bei Kaffee und Kuchen im Saalbau als Musikclip vorgeführt – alle waren begeistert. Doch wie kam es zu dem Song?

Das Jahr 2019 fing für die Schützlinge der Kita Sonnengarten gut an. Landeten sie doch mit ihrem phantasievollen Projekt einen Super-Hit. „Löwenherz auf dem Kinderplaneten“ heißt es. Dicht an dicht drängten sich dieser Tage bei der Premiere die Gäste im Losheimer Saalbau, um die Geschichte und die kleinen Stars live zu erleben.

Bis der Auftritt bühnenreif war, war viel Arbeit angesagt. Sabrina Leistenschneider, die Leiterin der Kita, erinnert sich. Nach ersten Vorgesprächen im Oktober vergangenen Jahres kam der Musiker Alex Breidt im November in die Kita Sonnengarten, um das Vorschulteam für das Projekt zu begeistern. Er wollte von den Erzieherinnen wissen, wo die Interessen der Kinder liegen, was sie wissen wollen. Die Erzieherinnen mussten nicht lange überlegen: Julius aus dem Vorschulteam hatten ihnen verraten, dass er und seine Kumpels alles über den Weltraum und die Astronauten erfahren wollten. „Einmal ein Astronaut sein, das wäre cool“, hatte der Knirps angefügt.

Von dieser Idee begeistert, gab es gleich ein neues Treffen. Aber diesmal nicht mit den Erzieherinnen, sondern mit dem Vorschulteam der Kita Sonnengarten. Auch bezog Breidt die Mädchen und Jungen ein. Mit Begeisterung erzählten sie ihm vom Weltraum und dem Astronauten Alexander Gerst, der kurz vor Weihnachten zur Erde zurückkehrte.

Der Musiker verriet den Schützlingen seinen Plan, ein Lied mit ihnen zu schreiben. Thema? War doch klar! Irgendwas mit Weltraum und Astronauten. Ein großes Plakat musste her. In einer MindMap wurden alle Begriffen rund um den Weltraum gesammelt: Astronaut, Aliens, schwerelos fliegen, Raketen und vieles mehr.

Der Musiker versprach den Kindern, in ein paar Tage in die Kita zu kommen und ihnen Ideen zum Lied zu präsentieren – und er hielt Wort. Versprochen war versprochen: Zur Überraschung aller war es ein Kitalied über Astronauten, Raumanzüge und die Kinder im Sonnengarten. Nach vielen gemeinsamen Proben und Ritualen – wie Mutmachliedern – wurde ein Bandname gefunden: „die Powersterne und die wilden Astronauten.“ Die Tonaufnahmen starteten. Mit Mischpult, Laptop und Mikro kam der Musiker in die Kita, und die Schützlinge sangen nacheinander den Kitasong ein.

Der erste offizielle Auftritt am Adventsfenster konnte kommen. Gestärkt und motiviert waren alle Kinder vor Ort. Vorher noch eine kurze Bandbesprechung, und ab ging´s nach draußen. Die Aufregung war groß. Alle elf Kinder waren so was von mutig. „Jedes Kind kann irgendwas außergewöhnlich gut“, sagte Alex Breidt.

Im Januar ging´s weiter. Kostüme mit echten Helmen für die Astronauten mussten her. Die Eltern halfen aus, brachten Motorradhelme von zu Hause mit, die das Kita-Team mit Gold und Silber verzierte. Für die Dreharbeiten wurde die ganze Kita beschlagnahmt. In der Turnhalle wurde eine Bühne mit Nebelmaschine aufgebaut. Verkleidet und hochmotiviert, ging es an die Dreharbeiten. Schließlich hatten schon alle Familien eine Einladung zur Vorführung des Videos im Saalbau erhalten. Jetzt hieß es, nicht „kleckern, sondern klotzen“. 180 Erwachsene mit Kindern waren angemeldet. Auch Bürgermeister Lothar Christ und Steffi Uder von der pädagogischen Gesamtleitung hatten sich angesagt.

Schließlich waren alle Szenen für das Musikvideo im Kasten. Die nächste Überraschung folgte: Es gab für das gesamte Schulteam eine Mutprobe im dunklen Weltraum. Ein Alien begrüßte die Kinder, die paarweise oder zu dritt seinen Planet Gugelhupf betraten. Der Gastgeber bot seinen Gästen Alienwürmern (Spinatnudeln) und Alienaugen (dazu mssten Litschis aus der Dose herhalten) an. Auch präsentierte er eine Spinne, um diese über die Hand laufen zu lassen.

Der Alien vom Planeten Gugelhupf hatte noch mehr Überraschungen parat. Es hieß: Schuhe und Strümpfe ausziehen und die Augen verbinden. Ein Barfußweg stand auf dem Programm. Und das mit verbundenen Augen – eine weitere Herausforderung. Aber was sollte passieren, wenn man einen Alien an der Hand hat, der einen begleitet? Nichts! Unerschrocken stellten sich die Kinder der Mutprobe, durften im Anschluss mit dem Alien schwerelos durch den Weltraum fliegen. Geschafft: Die kleinen Weltraumfahrer waren stolz auf das, was sie alles geleistet hatten. Dann hieß es: warten auf die Aufführung.

Endlich war der heiß ersehnte Tag da, der Saalbau füllte sich. 180 Personen suchten sich einen Platz, um bei Kaffee und Kuchen die Aufführung zu erleben: Mamas, Papas. Geschwister, Großeltern und viele mehr. Keiner wollte sich die Premiere entgehen lassen.

Um kurz nach drei ging´s los. Nach dem eingespielten Ritual kam der große Augenblick: die Vorführung des Films. Es war herrlich, den Stolz in den Augen der Kinder, ihrer Eltern und Großeltern zu sehen: Sie waren begeistert und sehr glücklich. All die Arbeit, Aufregung und Mühe in den Wochen zuvor hatten sich gelohnt.

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