Losheim : Die Ehrengarde lässt Konfetti regnen

Gäste feierten bei ausgelassener Stimmung mit Garden, Präsident und Büttenreden in der Losheimer Eisenbahnhalle.

Eine Prinzessin von der Theel und ein Prinz aus Bergen? Für die Losheimer kein Problem: Michael IV. und Ihre Lieblichkeit Christiane I. wurden bei der Kappensitzung der KG Rot-Weiß am Freitag vom Publikum mit stürmischem Applaus begrüßt. Auch Kinderprinz Elias I. und seine siebenjährige Prinzessin Gianna-Cina I. lösten große Begeisterung aus. Dann wurde es gefährlich. Die Ehrengarde bewaffnete sich mit Flinten, allerdings nicht um zu schießen, sondern um einen flotten Tanz hinzulegen. Rosen in den Gewehrläufen unterstrichen die friedliche Absicht. Zum Schluss gingen die Büchsen doch los – ein Konfettiregen ergoss sich über das Publikum.

Zwei unglaublich coole Frauenchecker kamen mit ihren flotten Kisten aus Scheiden herabgebraust.  „Ich bin der, vor dem euch eure Mütter immer gewarnt haben“, stellte sich der eine vor, während der andere haarsträubende Liebesgeschichten zu Besten gab, die er gerne erlebt hätte. Das Ergebnis einer wirklichen Liebesgeschichte manifestierte sich auf der Bühne in Form eines allerliebsten Zwillingspärchens. Die beiden, standesgemäß in Rosa und Himmelblau gekleidet, gaben einiges aus dem Leben ihrer Eltern preis. So wurde dem Papa die Kreditkarte gestohlen, aber er wollte sie nicht sperren lassen, „weil der Dieb wahrscheinlich weniger Geld ausgibt als die Mama“.

Yannis Beining und Thomas Breidt, die beiden Moderatoren, und das Musikertrio mit Frank, Eddy und Billy heizten die Stimmung zwischendurch weiter an. Der erste Teil des Märchens „Schneewittchen“ wurde vorgelesen, und es folgte eine bezaubernde Solistenformation mit dem Kindertanzpaar und mehreren Mariechen. Jolina Becker und Jan-Philipp Hinkel hatten im vergangenen Jahr den Saarlandmeistertitel mit nach Hause gebracht. Alle Solistinnen trainieren aktuell für Wettbewerbe und Meisterschaften. Sie wurden vom Publikum mit einer Rakete dafür belohnt, dass sie trotz Zeitdruck diesen wunderschönen Tanz für die Kappensitzung einstudiert hatten.

„Ich habe alles probiert, aber ich nehme nicht ab“, jammerte eine Ehefrau. „Vielleicht solltest du aufhören, alles zu probieren“, riet ihr treu sorgender Gatte. Zwei Uralt-Losheimer, vom Leben gebeugt, erzählten wehmütig von der Kneipenkultur vergangener Tage. Sie lästerten über die Hochwaldgemeinde und ihren „Park der vier Wahnsinnigkeiten“. „30 Euro kostet eine Jahreskarte. Dafür könnte man vier Kästen Stubbis kaufen.“ Der Auftritt von Hacky und Häppa war eine Glanzleistung und alleine für das, was sie mit ihren Stöcken anstellten, hätten sie schon mehrere Raketen verdient. Gardetänze, der Tanz „Trubel im Garten“ mit den Dance-Kids, ein mexikanischer Totentanz, „Steampunk“ mit den Barbies, der Schautanz „Faust – blind vor Liebe“ und das Männerballett mit dem Thema „Wünsch dir was“ zeigten, dass die KG Rot-Weiß tänzerisch nach wie vor ganz groß in Form ist. Die Frauengemeinschaft trug mit dem Sketch „Der Kinobesuch“ zum Gelingen des Abends bei, und Tomtom und Bine erzählten aus dem Leben eines Prinzenpaares. Als Mitternacht vorüber und das große Finale vorbei waren, durften alle, die sich noch nicht völlig schlapp gelacht hatten, tanzen.

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