Scheidener spenden 3000 Euro für Aktion Wünschewagen

Scheiden : Scheidener erfüllen sechs letzte Träume

Der Erlös des Weihnachtsmarktes von 3000 Euro spendete die Interessengemeinschaft an den Wünschewagen.

Das höchstgelegene, aber auch eines der kleinsten Dörfer des Saarlandes, versetzt die Öffentlichkeit immer wieder in Erstaunen. Wenn es gilt, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, machen die Scheidener alle mit und geben ihr Bestes. So auch jedes Jahr beim Weihnachtsmarkt, den die eigens dafür gegründete Interessengemeinschaft organisiert. Da wird gebacken und gekocht, gebastelt und gestrickt, was das Zeug hält.

3000 Euro kamen zusammen, die Ortsvorsteher Hans Hamel dem Leiter der Aktion „Wünschewagen“, Jürgen Müller, überreichte. Hamel dankte den vielen Scheidener Bürgern, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen des Weihnachtsmarktes beigetragen hatten. Dazu gehörten auch Musiker aus verschiedenen Teilen der Gemeinde, die kostenlos Weihnachtslieder spielten, und viele großzügige Sponsoren. „Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, haben das Herz auf dem rechten Fleck“, meinte Hamel, und Müller stimmte ihm mit großer Überzeugung zu.

Der ehemalige Rettungssanitäter ist der einzige Hauptamtliche bei diesem Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes, der mit rund 170 freiwilligen Helfern zusammenarbeitet.

Die Aufgabe des Wünschewagen-Teams besteht darin, schwerstkranken Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen. Noch einmal das Meer sehen, noch einmal zur Hütt´ fahren, in der man 40 Jahre lang geschafft hat, oder, wenn es ein Kind ist, vielleicht das Disneyland oder einen Zoo besuchen.

„Seit Februar vergangenen Jahres sind wir rund 40 000 Kilometer gefahren“, erzählt Müller. Die Anträge kommen manchmal sehr plötzlich, und dann muss kurzfristig geplant werden.

Da es ein deutschlandweites Netz gibt, helfen die Teams sich gegenseitig, und es gibt auch schon eine Zusammenarbeit mit Luxemburg. Das Fahrzeug, zu 100 Prozent aus Spendengeldern finanziert, – alleine 100 000 Euro kamen aus der Globus-Stiftung – ist ein speziell für diesen Zweck konzipierter Krankentransportwagen. Er ist medizinisch bestens ausgestattet und bietet eine angenehme Atmosphäre für den Fahrgast und seinen Begleiter.

Im Schnitt kostet ein Einsatz rund 500 Euro. Die Scheidener haben also mit ihrem vorbildlichen Engagement dafür gesorgt, dass sechs schwerstkranken Menschen ein letzter Wunsch erfüllt werden kann, wie Müller sagte.