1. Saarland

Mehr Wasserfläche fürs Geld

Mehr Wasserfläche fürs Geld

Völklingen/ Warndt. Der erst im Frühjahr neu gestaltete Warndtweiher bereitet nicht jedem große Freude. Die Meinungen über die Veränderungen deuten klar in diese Richtung. Eine Umfrage unserer Zeitung am Wochenende ergab, dass es viele Kritikpunkte gibt. Charly Theis aus Ludweiler kennt den Warndtweiher noch aus Kindheitstagen

Völklingen/ Warndt. Der erst im Frühjahr neu gestaltete Warndtweiher bereitet nicht jedem große Freude. Die Meinungen über die Veränderungen deuten klar in diese Richtung. Eine Umfrage unserer Zeitung am Wochenende ergab, dass es viele Kritikpunkte gibt. Charly Theis aus Ludweiler kennt den Warndtweiher noch aus Kindheitstagen. Der 45-Jährige lobt zwar die parkähnliche Anlage, empfindet die Wasserfläche allerdings als viel zu klein. Auch liegt seiner Ansicht nach der Sandstrand zu oft im Schatten: "Da hätte man leicht eine andere Stelle finden können mit mehr Sonne." Vor allem wundert er sich über das neue Schild: "Baden verboten".Patrik Kerner, Inhaber des Restaurants am Warndtweiher, war zu Beginn - 2006, als der Weiher infolge des regenarmen Sommers trocken fiel - ein Verfechter der Weiher-Umgestaltung, wandelte sich aber 2007 zum Kritiker des jetzt realisierten Plans. Er fragt rhetorisch: "Was haben die mit dem Weiher gemacht?" Auch die neue Brücke sei inzwischen überflüssig, "weil kein Wasser fließt". Die Wasserfläche sei nur noch ein Fünftel von früher, beschwert sich der Gastronom. "Und", gibt er zu bedenken, "was soll ein hübscher Sandstrand, wenn das Baden verboten ist? Seit ein paar Tagen mahnt ein Schild die Besucher 'Baden verboten'." "Für das Geld, das für die vorliegende Lösung ausgegeben wurde, hätte man mehr Weiher bekommen müssen", meint der Rentner Robert Stitz von der Hermann-Röchling-Höhe. Früher sei Bootfahren möglich gewesen, jetzt sei der Weiher zu einem flachen, tief gelegenen Teich geschrumpft.Bärbel und Udo Sauer aus Saarlouis hingegen finden, dass, gemessen an der Zahl der Besucher, die jetzige Lösung doch als recht gelungen betrachtet werden müsse. "Wir wollen nicht immer nur nörgeln", sagen die beiden. Es sei gut, was gebaut worden ist, und "am schönsten ist es sowieso dahemm".Gabriel Schambil aus St. Nikolaus zeigte am Samstag Inge Löschner aus der Nähe von Kassel den Warndtweiher. Beide finden, dass die ganze Anlage eher einem Park ähnelt. "Da ist zu viel konstruiert, zu viel gekünstelt", sagt das Paar. "Mir gefällt der Weiher in St. Nikolaus besser", entscheidet Schambil. Dieser Weiher sehe wenigstens noch einigermaßen natürlich aus.Jak Cenkel aus Kutzhof, mit seiner Familie zum Wandern in den Warndt gekommen, hat mit dem neuen Weiher kein Problem - er kennt die frühere Gestalt des Weihers nicht. Ihm kommt die Anlage jedoch konstruiert vor, fast wie ein Fremdkörper. Cenkel bezeichnet das Gewässer nicht als Weiher; es sei, so sagt er, eher ein hübsch eingefasster Tümpel. > Mehr zum Thema auf Seite C 2.

Auf einen BlickDer Warndtweiher speist sich allein aus dem Oberflächenwasser. In regenarmen Sommern sank der Wasserspiegel stark ab, der Weiher fiel fast trocken. Um den Wasserstand zu stabilisieren, passte man nun die Weiherfläche an die verfügbare Wassermenge an; man verkleinerte sie auf etwa ein Drittel. Der Umbau, der rund 210000 Euro kostete, wurde im Mai abgeschlossen. dd