1. Saarland

Eine Stimme blubbert aus der Tiefe

Eine Stimme blubbert aus der Tiefe

Völklingen/Warndt. SZ-Leser Werner Kirst aus Ludweiler hat sich auf ganz eigene Weise mit dem Weiher-Umbau auseinandergesetzt: Er gibt, augenzwinkernd, dem Gewässer selbst das Wort. Wobei der Weiher als Alteingesessener natürlich Mundart spricht

Völklingen/Warndt. SZ-Leser Werner Kirst aus Ludweiler hat sich auf ganz eigene Weise mit dem Weiher-Umbau auseinandergesetzt: Er gibt, augenzwinkernd, dem Gewässer selbst das Wort. Wobei der Weiher als Alteingesessener natürlich Mundart spricht. Das liest sich so: "Letztens saß ich mit noch ein paar Leuten auf der Bank mitten auf dem Damm am Warndtweiher, als plötzlich das Restwasser des Weihers eigenartig zu wallen begann und für uns unfassbar aus der Tiefe eine Stimme erklang. 'Blubber', tönte es aus dem Weiher - 'ach, ihr Leit, isch kann jo nix defir, dass isch jetzt so aussiehn. Schuld hann die, die mir mei Wasserzulaafgräwe nit sauwer gehall hann, un isch vor Mangel an Wasser schlichteweg vadruggelt bin. Jetzt hann se ma fa 210000 Euro e neies Immitsch vapasst. Das war vielleicht e Zauber. Erscht hann se all mei Wasser abgeloss, so dass am alde Ufa de Laich von de Krodde beinah vadorrt is, un de Nabu se had redde misse. Dann hann se an mir rumgepopelt, immer diefer und diefer. Mei Spischel is immer kläner gänn. Isch hann gar net gewisst, dass ma so dief sinke kann! Blubber, blubber - awwer: dann hann isch e neiji Böschung un e Spundloch kriet. Dort laaft jetzt immer all mei Wasser fort, un denne deiere Iwwerlaaf am Briggsche owwe brauche ma nimme. Noch was: Im Schadde e Sandschdrand zum Sonne, unn dann der Angelsteech - hi,hi, wie bleed, isch hann jo gar kä Fisch. Un dann e wunnerbari Landzung mit Sitze fa Fussplantscher, unn ganz hinne e Pühlche fa die Kläne.

Blubber - unn vill Leit han vill Meinunge. Manche schwätze vom Deseiner-Tümpel. Awwer bah, das saaht ma doch net.

Also ihr Leit, ich wäss jetzt gar net, ob isch scheen bin odda net. Vielleicht kenne ihr mir awwer schreiwe, demit isch mei Immitsch aach geniesse kann. Awwer unner uns gesaat: Am liebschde hätt isch jo mei alder Spischel.'

'Blubber, blubber', macht's. Und Ruh war. Völlig verblüfft brachen wir danach alle auf und gingen von dannen." red

Hintergrund

Der Warndtweiher entstand um 1740 durch künstliche Überflutung einer Talmulde. Er hat keine Quellen oder natürlichen Zuflüsse, wird allein durch Oberflächenwasser gespeist. In seiner alten Größe fasste er rund 300000 Kubikmeter Wasser. Diese Menge kam in jüngster Zeit nur selten zusammen. Denn im Boden des Warndtwaldes, nach den Stürmen Windwürfen von 1990/91 aufgeraut, versickert mehr Wasser als zuvor. Naturnahe Forstwirtschaft bedeutet zudem, dass Gräben nicht mehr, wie früher, ausgeputzt werden. Die Folge: In den Dürresommern 2003 und 2006 fiel der Weiher trocken.

Wasser zuzupumpen aus einem nahen Trinkwasserbrunnen, erschien nicht als Dauerlösung. Man entschied, die in Relation zum Wasserangebot zu große Weiherfläche zu verkleinern. Dadurch soll der Wasserspiegel künftig konstantes Niveau haben, ohne das kurzfristige Eingriffe nötig sind. dd

Auf einen Blick

Bis das Ufer des Warndtweihers wieder eingewachsen ist, dauert es noch. Aber vorstellen kann man sich den "neuen" Weiher schon jetzt. Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser, zum Umbau? Welche Ideen sähen Sie gern noch verwirklicht? Schreiben Sie uns: SZ-Lokalredaktion Völklingen-Warndt, Fax (06898) 91484-59, E-Mail redvk@sz-sb.de. red