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Andrang im Corona-Testzentrum an Grenze zu Frankreich im Saarland

Grenzgänger müssen sich testen lassen : Großer Andrang beim Start des Corona-Testzentrums an der Goldenen Bremm

Am Dienstagmorgen ist das deutsch-französische Testzentrum an der Goldenen Bremm an den Start gegangen. Die Landesregierung rechnet aufgrund der hohen Nachfrage mit Engpässen.

Das deutsch-französische Testzentrum an der Goldenen Bremm hat am Dienstagmorgen seinen Betrieb aufgenommen. Beim Start um 6 Uhr stauten sich die Fahrzeuge einige hundert Meter zurück. Später löste sich die Warteschlange auf, um 8 Uhr ging alles reibungslos. Das Medieninteresse am ersten Tag war gewaltig. Mehrere Fernsehsender aus beiden Ländern sendeten live.

Das Testzentrum war kurzfristig aus dem Boden gestampft worden, nachdem die Bundesregierung das Départment Moselle als Virusvariantengebieten eingestuft und neue Einreiseregelungen verfügt hatte.

Berufspendler, die im Saarland arbeiten und aus dem Département Moselle einreisen, benötigen seit diesem Dienstag einen Nachweis, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Das gilt grundsätzlich auch umgekehrt für die Einreise nach Frankreich. Als Nachweis gilt ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Betreiber Thilo Ziegler sagte: „Das war für einen Kaltstart richtig gut. Es ist der erste Tag und es hat sich schon eingependelt.“ Die Autos fahren in zwei Linien durch die Zelthalle, dabei werden den Fahrerinnen und Fahrern Abstriche im Minutentakt entnommen.

Luc Wiener, der als Rohrleitungsbauer arbeitet, ging zu Fuß durch die Teststrecke, weil sein Lieferwagen nicht in die Halle passte, er brauchte 30 Minuten. „Ich kann es ja nicht ändern. Natürlich nervt es ein wenig, aber es hat funktioniert und auch nicht wehgetan“, sagt er.

Dass er das jetzt jeden zweiten Tag machen muss, findet er anstrengend. Er würde sich wünschen, dass das Zertifikat etwas länger gilt. Raffael Pfeffer, ebenfalls ein französischer Pendler, hat Probleme mit den Öffnungszeiten. Sein Arbeitstag beginne um 5 Uhr, das Testzentrum öffne erst um 6 Uhr.

Holger Neubert von der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, der das Testzentrum geplant und zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und privaten Dienstleistern errichtet hat, ist zufrieden. Die meisten hätten einen Testtermin, für die gebe es eine eigene Linie. Wer unangemeldet komme, müsse sich in die Reihe stellen. Um 8 Uhr waren aber beide Reihen gleich lang.

„Wir schaffen momentan 100 Tests in der Stunde und die sind kostenlos“, sagt Neubert. Wer getestet wird, muss allerdings eine Selbsterklärung ausfüllen und seinen Reisegrund angeben. Überprüft wird das vor Ort nicht.

In der Landespolitik stößt die neue Regelung parteiübergreifend auf Kritik. Befürchtet wird wie im vergangenen Jahr eine Eintrübung des deutsch-französischen Verhältnisses in der Grenzregion. Allerdings gibt es diesmal keine stationären Grenzkontrollen.

Dafür soll die Bundespolizei stichprobenartig kontrollieren, ob Grenzgänger ein negatives Testergebnis bei sich tragen. Die Staatskanzlei erklärte: „Wir setzen als Landesregierung darauf, dass unsere Bundespolizei in Saarbrücken mit dem in Nicht-Corona-Zeiten gewohnten Fingerspitzengefühl vorgeht.“

Europaminister Peter Strobel (CDU) hatte bereits am Montag angedeutet, dass er in dem Testzentrum aufgrund der großen Nachfrage mit Engpässen rechnet. „Die Abstimmung zwischen den französischen und deutschen Behörden läuft vorbildlich, aber so einen Fall gab es halt noch nicht“, sagte er. Er bitte daher um gegenseitige Rücksichtnahme, Verständnis und Geduld.

Das Testzentrum ist täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und befindet sich auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) an der Bundesstraße 41, direkt am Grenzübergang Goldene Bremm (Adresse: Metzer Straße 157, 66117 Saarbrücken). Bei diesem Testzentrum handelt es sich um ein Drive-In für Fahrzeuge.

Für einen reibungslosen und schnellen Ablauf wird darum gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Dies ist ausschließlich online unter www.saarland.de/pendler bzw. www.saarland.de/frontalier möglich. Alternativ kann auf dieser Internetseite auch ein Anmeldeformular ausgefüllt und ausgedruckt werden, das dann vor Ort im Testzentrum abgegeben und erfasst wird.

Berufspendler aus Frankreich, die über eine deutsche gesetzliche Krankenversicherung verfügen und eine „Carte vitale“ besitzen, können sich zudem in französischen Apotheken kostenfrei testen lassen.