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Vor dem Lockdown: Mehr Ansturm bei Friseuren als bei Händlern

Vor dem Lockdown : Mehr Ansturm bei Friseuren als bei den Händlern

Zahlreiche Menschen nutzten den letzten Tag vor dem Lockdown, um noch Besorgungen in der Stadt zu machen.

Der Massenansturm auf Einzelhandelsgeschäfte, Outletcenter Zweibrücken und Baumärkte wegen dem ab Mittwoch beschlossen Lockdown blieb am Montag und auch Dienstag in Zweibrücken und Umgebung aus. Ansturm ja, Masse meist nicht. 

 Bei Idee&Spiel Cleemann standen einige Kunden vor dem Laden Schlange. Eine Mitarbeiterin des Geschäftes ließ dann die Besucher einzeln herein, nachdem zuvor Kunden die Räumlichkeiten verlassen hatte. Schließlich galt es, die strengen Regeln einzuhalten. Mächtig viel  los war bereits am Montagnachmittag in der Buchhandlung Thalia. Geduld beim Bezahlen der Ware war angesagt, an den beiden Kassen bildete sich hier eine lange Schlange.

In den Mode-Geschäften hielt sich dagegen der Andrang in Grenzen, stellte Elke Bißbort von „Gina Laura“ stellte fest. Birgit Neuhardt, Inhaberin von Mode Franck, stellte am Dienstag fest: „In den letzten Tage waren unsere Geschäfte ganz gut  Natürlich fehlt wegen der vorzeitigen Schließung meines Geschäfts vor Weihnachten einiges am Umsatz, aber wir müssen da irgendwie durch. Schließlich geht es um die Gesundheit aller Menschen."

Walter Heib aus Blieskastel schaute sich indessen im Outlet-Center nach passenden Geschenken um.“Ich habe mit mehr Besuchern gerechnet“, meinte er. Der befürchtete Ansturm blieb auch hier am Montag und Dienstag aus, wie Outlet-Center Marketing-Direktor Torsten Wiegelmann am Dienstag auf Anfrage bestätigte. 2600 Menschen dürfen auf einmal auf das Gelände des Outlet-Centers. „Zu keiner Zeit brauchten wir in den letzten Tagen unsere Besucherampel wegen dem Erreichen dieser Zahl auf Rot zu schalten.“ Also blieb die Ampel auf „Grün" und der Einkaufsspaß wurde auch nicht durch die Suche nach einem Parkplatz getrübt. Auch das Outlet Center Zweibrücken schließt am Mittwoch seine Tore. Einzige Ausnahme: der Lindt-Store. Hier werden ausnahmslos Süßigkeiten und Naschereien verkauft. Diese Warengruppe zählt als Lebensmittel und diese Geschäfte dürfen weiter offen bleiben.

 Und wie schaute es in den Baumärkten aus? Beim Baumarkt Globus in Zweibrücken herrschte zwar mehr Betrieb als sonst, aber auch hier gab es keine Warteschlangen an den Eingangstoren. „Ein bisschen musste man schon an der Kasse warten, aber das ist um diese Jahreszeit nichts Besonderes. Mit einem Massenansturm hat das nichts zu tun", stelte der Gersheimer Sascha Lepelletier nach seinem Kauf von Spanplatten und einer Handkreissäge fest. „Ich wäre ohnehin heute hingefahren. Mit einem extra vorgezogenen Kauf wegen der Schließung durch Corona hatte meine Einkaufsbesuch nichts zu tun."

 Dafür herrschte bei den Zweibrücker Friseuren ein noch nie vorgekommener Ansturm. Vor Weihnachten wollten viele noch ihr Haar in Ordnung bringen. Wer nicht vorzeitig einen Termin hatte, muss bis mindestens 11. Januar warten, um sich die Haare schneiden oder in Form bringen zu lassen. Samira Durmus, Mitarbeiterin vom Friseursalon Verdo: „So viele Kunden kommen sonst nicht.“ Ihrer Schätzung nach kamen in den beiden Tagen am Montag und Dienstag gut doppelt soviele Besucher wie sonst. Der sonst geschlossene Viele Salons öffneten ihre Läden schon bis zu 90 Minuten früher als sonst üblich. Gearbeitet wurde dann in den Salons bis in die späten Abendstunden. Ein Friseurmeister erklärte: „Und wenn es weit in den Abend für uns hineingeht, wir machen weiter, bis auch der letzte Kunde seine Wunschfrisur hat."