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Zweibrücker Krippenweg: Harald Ehrmann

Serie Zweibrücker Krippenweg : Mit Schweiß, Liebe, Herzblut und Holz

In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur einige der Krippen vor, die in Zweibrücker Schaufenstern zu sehen sind. Heute: Harald Ehrmann

Etwas ganz Besonderes ist die Familienkrippe von Harald Ehrmann. Nicht nur, weil sein ältester Bruder Wolfgang und Vater Alois sie 1956 gemeinsam gebastelt haben. Die handgefertigte Krippe hat den Siegerpreis bei dem damaligen Krippenwettbewerb in der katholischen Kirchengemeinde Ramstein gewonnen. Wolfgang Ehrmann, Jahrgang 1944, wollte unbedingt dabei mitmachen. Wie gut, dass der Papa in Zweibrücken Schlosser und handwerklich ebenso geschickt wie erfindungsreich war und den Junior gerne unterstützte. Die Krippe ist selbst entworfen und spiegelt die Naturverbundenheit der  Familie Ehrmann, bei der damals der Förster ein- und ausging, weil wieder einmal ein Tier aufgepäppelt oder gepflegt wurde.

„Das ist alles aus Holz, jeder „Mauerstein“ ist von Hand ausgeschnitten mit Papas selbst gebauter Kreissäge und zurecht gefeilt“, weiß Harald Ehrmann um Schweiß, Liebe und Herzblut, die damals in das Projekt geflossen waren. Dasselbe gilt für die akribisch von Hand gespaltenen und zugeschnittenen Dachschindeln.

Die bemalten Tonfiguren stammen aus dem selben Jahr. Davon zeugt der magere Nachkriegs-Ochse mit den weit vorstehenden Hüftknochen. Selbst das Stroh in der Krippe stammt noch von 1956, ebenso wie der Karton, in dem das sperrige Kunstwerk seitdem die weihnachtsfreie Zeit verbringt.

Die drei Kinder von Harald Ehrmann hätten wohl nur eines an dem Krippenaufbau zu bemängeln: Dass das Christkind bereits jetzt und nicht erst am Heiligen Abend aufgestellt ist. Einmal versuchte das Ehepaar, die Nachkriegsfiguren durch neue, moderne zu ersetzen. Bis die Kinder dann doch die alten Figuren zurück verlangten.

Das Zubehör entstammt der Märklin-Eisenbahn, inklusive der Palme. Über den Trafo waren lange Zeit sowohl die Krippe als auch der hoch aufgesteckte Stern zu beleuchten, doch Harald Ehrmann, der das Erbstück verwahren darf, traut der Elektronik mit den Ministeckern nicht mehr. „Die Krippe hat auch nur geleuchtet, wenn die Eisenbahn lief“, erinnert er sich an die Anfangsjahre der Krippe.

Familienkrippe, von Harald Ehrmann bei Immobilien Glass, ehemals Café Schmidt in der Hauptstraße/Ecke Hallplatz.