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Online-Vortrag „SpardaSurfSafe“

Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank Südwest : Höchste Vorsicht bei persönlichen Daten

Ein Online-Vortrag im Rahmen von „SpardaSurfSafe“ zeigte Eltern, wie sie ihren Nachwuchs kompetent auf der Reise durchs World Wide Web begleiten.

Eltern müssen wissen, wie ihre Kinder mit digitalen Medien umgehen und wie sie sich im Netz bewegen. Zu diesem Thema veranstaltete „SpardaSurfSafe“, eine Initiative der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank Südwest eG, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz und des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes, einen Live-Hacking-Vortrag im Internet. Hier demonstrierte Profi-Hacker Erwin Markowsky, zusammen mit seinen Kollegen Felix und Patrick, wie leicht es ist, Passwörter zu knacken oder Handys auszulesen.

„Trauen Sie keiner Nachricht, die sie online zugeschickt bekommen“, riet Computerexperte Erwin den Zuschauern. Scheinbar ohne Mühe hackte er das Mobiltelefon von Patrick und versendete in dessen Namen eine Mitteilung an einen von Patricks Bekannten. Was für Erwachsene ein schlechter Scherz sein mag, kann für Jugendliche, die soziale Medien viel stärker nutzen, schlimme Folgen haben. Sie reichen bis hin zu Mobbing und Stress in der Schule.

Doch auch Eltern sollten nicht zu sorglos mit ihren Daten umgehen. Sogenannte „Fake-Shops“ im Internet oder schlecht programmierte Webseiten machen es Kriminellen einfach, an die Daten der Nutzer zu gelangen. Ein gutes, nicht leicht zu erratendes Passwort kann hilfreich sein. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch die Statistik spricht eine andere Sprache. So war 2019 das beliebteste Passwort der Deutschen 123456, gefolgt von 123456789. Hier mache man es Internet-Betrügern zu einfach, waren die drei Computer-Spezialisten überzeugt.

„Man sollte für sein Passwort keine Wörter verwenden, die im Duden stehen, auch keine Namen. Besser man benutzt die Anfangsbuchstaben von Wörtern aus einem Merksatz. Und natürlich verwendet man ein Kennwort nicht mehrfach“, sagte Erwin Markowsky. „Wenn Sie die 2-Faktor-Authentifizierung nutzen können, dann machen sie es“, ergänzte Hacker Felix. Gemeint ist, dass neben dem Passwort noch ein Zahlencode eingegeben werden muss, oder eine SMS-Nachricht aus Mobiltelefon geschickt wird.

Junge Menschen nutzen recht sorglos Apps wie TikTok oder WhatsApp. Dass es dort um den Datenschutz nicht besonders gut bestellt ist, müsse man sich immer klarmachen. Den Eltern rieten die Experten, die Einstellungen der jeweiligen Apps im Handy der Kinder zu überprüfen. Gemeinsam sollte besprochen werden, welche Daten man über sich preisgeben möchte.

Auch auf das Thema der Kettenbriefe ging der Vortrag ein. Jeder, der zum Beispiel WhatsApp nutzt, kennt sie: Da werden falsche Nachrichten verbreitet, etwa dass im Zuge der Corona-Krise alle Supermärkte schließen würden. Traurige Berühmtheit erhielt in diesem Zusammenhang auch die Horrorfigur Momo, die Teenager und Kinder auf WhatsApp mit dem Tod bedrohte und die für mindestens einen Selbstmord eines Jugendlichen verantwortlich war. Verfasser der Kettenbriefe wollten schlicht Angst und Schrecken verbreiten oder Stimmung gegen Randgruppen, etwa Flüchtlinge, machen, sagten die Hacker. Eltern und Kinder sollten zudem ihre Apps einmal überprüfen, welche Daten diese sammeln. So sei es unklar, warum eine Schrittzähler-App auf die Kontakte und die Kamera zugreifen darf. Wie man eine solche Überprüfung macht, demonstrierte Hacker Felix gut verständlich live an seinem Mobiltelefon.

Ein weiteres Thema war Sexting, also der Austausch erotischer Nachrichten durchs Handy. Ein Phänomen, das zunehmend jüngere Kinder betrifft. Schon Zwölfjährige schicken sich Nachrichten mit sexuellem Inhalt. Leider auch Fotos. Ein kleiner Aufklärungsfilm zeigte den Zuschauern das Dilemma eines Mädchens, das von seinem Freund aufgefordert wird, ihm ein Nacktfoto zu senden. „Diese Fotos können weltweit unterwegs ein, wenn sie jemand ins Netz stellt“, warnte Patrick, „selbst wenn das nicht passiert – es reicht schon, wenn ein solches Foto in den Klassenchat geht.“

Immer wieder mahnten die drei Computerspezialisten den kompetenten Umgang mit den eigenen Daten an. Und wenn man eine Mail von Angela Merkel bekommt? Am besten nicht öffnen, bemerkten die Spezialisten, vor allem nicht den Anhang. Dahinter könnte sich Schadsoftware verbergen.