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Empfang zum 1. Mai : Respekt gegenüber Betriebsräten

Empfang zum 1. Mai : Respekt gegenüber Betriebsräten

Gemeinsamer Empfang der Stadt Zweibrücken und des DGB Westpfalz zum 1. Mai.

„Wir müssen den Betriebs- und Personalräten Respekt entgegenbringen“, forderte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Saarpfalz, Peter Vollmar, beim gemeinsamen Empfang der Stadt Zweibrücken und des DGB Westpfalz zum 1. Mai in den Räumen der Triwo auf dem Zweibrücker Flugplatzgelände. Deshalb halte die Gewerkschaft an der „Tradition der Veranstaltung fest“, sagte auch der DGB-Regionalgeschäftsführer Marcel Divivier-Schulz.

„Die Gewerkschaften sind ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaftsordnung“, betonte der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza bei seiner Rede. Deshalb sei der Maiempfang eine „Selbstverständlichkeit“. Auch wenn der Empfang andernorts hinterfragt werde. „In Zweibrücken steht dieser Termin nicht zur Debatte“, erklärte der Oberbürgermeister unter dem Beifall der Betriebs- und Personalräte Zweibrücker Unternehmen und Behörden sowie Stadträten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Wosnitza stellte fest, dass die Gewerkschaften und Betriebsräte ein wichtiger Partner der Stadt seien. Sei es durch den Einsatz für den Erhalt der Arbeitsplätze oder die Ausbildung junger Menschen. Auch bei der Vorratserschließung von notwendigen Gewerbeflächen wäre die „Lobbyarbeit“ der Gewerkschaft eine große Hilfe. Der Oberbürgermeister warb bei der Veranstaltung um Fördergelder vom Land für die Erschließung von Gewerbeflächen und nicht erst wenn die Hälfte der Fläche bereits vermarktet sind. „So funktioniert das nicht.“

Wosnitza nutzte den Empfang auch zu einer Anerkennung der Leistung der Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau). Am Beispiel der explodierenden Mieten sehe man, dass der Markt nicht alles regelt. Kommunen hätten ihre Wohnungsbaugesellschaft verkauft. „Ich bin froh, dass die Stadt trotz ihrer finanziell angespannten Lage diesen Weg nicht gegangen ist. Die Gewobau ist ein Garant, dass Mietwohnungen hier noch bezahlbar sind.“

Der Oberbürgermeister sprach auch die bevorstehende Europawahl an. „Das ist eine Richtungswahl, wie es mit Europa weitergeht. Gerade jetzt müssen wir den europaskeptischen und –feindlichen Gruppierungen die Idee eines geeinten Europas entgegensetzen.“

Auch für die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Sabine Schunck können die Menschen bei der Wahl mitentscheiden, wohin sich Europa entwickelt. Die Gewerkschaften stünden für ein soziales Europa und nicht für einen rückwärtsgewandten Nationalstaat.

Schon zuvor hatten die Gäste bei der Feststellung, dass der Einzug der AfD in deutsche Parlamente „eine Schande“ sei, geklatscht. Der Rechtsruck habe soziale Ursachen, sagte Schunck. So könnten viele Menschen trotz Arbeit nicht allein davon leben. Auf der andren Seite stiegen die Mieten. „Die neue Rechte macht dafür die Flüchtlinge verantwortlich.“ Die Ursache sei aber der Verteilungskampf zwischen arm und reich.

Und dabei stehe die Gewerkschaft auf der Seite der Beschäftigten, die für ihre Rechte kämpfen. Die guten Tarifabschlüsse, die die Gewerkschafter erstritten hätten, seien ein Erfolg. Auch wenn nicht alle Beschäftigten davon profitieren würden, weil immer mehr Unternehmen aus der Tarifbindung austiegen. Schunck erwähnte auch den Fachkräftemangel in den Erziehungs, Kranken- und Altenpflegeberufen. Es müsse mit der Ausbildung begonnen werden „Da ist die Politik gefragt.“ Den Mangel führte sie auch auf die hohe Belastung und miserable Bezahlung zurück.