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Zweibrücker Jugendkunstschule Eugen Waßmann

Kurs der Jugendkunstschule : Mit viel Phantasie und Handwerk

In der Zweibrücker Jugendkunstschule konnten Kinder und Jugendliche in den Osterferien das Bearbeiten von Kupferplatten lernen.

Bis auf ein rhythmisches Klopfen herrscht konzentrierte Stille im Atelier 2 der Zweibrücker Jugendkunstschule. Sechs Kinder erlernen unter Leitung von Eugen Waßmann das Bearbeiten von Kupferplatten. Nele hält den Meißel fest in der behandschuhten Hand. Mit leichten Schlägen hämmert sie den Umriss eines Herzens in die Kupferplatte. Neben ihr liegt ein fertiges Werk, eine Birne, ebenfalls in Kupfer getrieben. Sie muss nun noch die richtige Patina bekommen. „Die bearbeiten wir jetzt mit Salzsäure und Schwefelleber“, erklärt der Kursleiter. Die Arbeiten mit der Chemie führt er selbst aus. Die Kupfer-Birne färbt sich durch die Behandlung braun. Nun übergibt er sie an Nele zum Polieren.

Während die Schülerin ihrem Kunstwerk den letzten Schliff gibt, arbeitet ihr Nebenmann an einer lachenden Tomate. Die Motive, die den Kindern eingefallen sind, sind ganz unterschiedlich. Jana, die jüngste Teilnehmerin, hat ein buntes Bild neben sich liegen. Darauf zu sehen sind ein Haus, ein Pferd, die Sonne und ein Gewitter. Nun überträgt sie ein Motiv aus ihrem Gemälde auf die Platte. Währenddessen beugt sich Eugen Waßmann über einen weiteren Schüler, der ein Ei gemalt hat. „Bei dem Osterei ist doch noch was dabei“, sagt er, „wie wäre es mit Gräsern, Blumen oder Hasen?“

Dem Kursleiter ist es wichtig, dass die Kinder zuerst ein Bild malen, bevor sie an die Kupferbearbeitung gehen. „Hämmern ist nur Handwerk“, bemerkt er, „aber Malen regt die Phantasie an.“ Weil es keine Meißel in Kindergröße gibt, hat er aus Nägeln selbst welche hergestellt. Die Verbindung aus Kunst und Handwerk hat Eugen Waßmann sein Leben lang begleitet. Geboren in Tscheljabinsk in der ehemaligen Sowjetunion, arbeitete er mit namhaften Künstlern zusammen und half zum Beispiel mit, Projekte für Kunst am Bau zu verwirklichen. Auch privat malt er und beschäftigt sich mit Glaskunst. Unermüdlich eilt er von einem Schüler zum anderen, erklärt etwas, bereitet Dinge vor oder hilft bei der Umsetzung der Ideen.

Der Blechbearbeitungskurs der Jugendkunstschule ist für die Eltern ein willkommenes Angebot für die Osterferien. „Die Eltern können selbst an dem Kurs teilnehmen, aber die haben wenig Zeit. Doch es war schon eine Oma mit ihrem Enkel da, das war toll“, sagt Eugen Waßmann.

Die Jugendkunstschule bietet das ganze Jahr über fortlaufende Kurse an. Ob Malen, Töpfern, Schreiben oder Drucken – die Palette der Angebote ist breit. Jederzeit einsteigen können Teilnehmer in den laufenden Jahreskurs „Bildende Kunst“, der immer freitags von 15 bis 17 Uhr stattfindet.

Und auch in den Sommerferien braucht es niemanden langweilig zu werden. Vom 2. bis 4. Juli gestaltet die Jugendkunstschule unter Leitung von Johannes Rebmann eine Graffiti-Mauer.

Weitere Informationen unter Telefon (0 63 32) 92 39 17 oder im Internet unter www.jukuschu-zw.de