Reiten wie am Strand

Zweibrücken. Die aktuellen Baumaßnahmen im Landgestüt Zweibrücken lieferten das Thema für das zweite Zweibrücker Pferdeforum, das Montagabend in der Festhalle stattfand

Zweibrücken. Die aktuellen Baumaßnahmen im Landgestüt Zweibrücken lieferten das Thema für das zweite Zweibrücker Pferdeforum, das Montagabend in der Festhalle stattfand. "Paddock, Ausläufe, Reitplätze - der Boden muss stimmen!" hieß es in der Seminarreihe, die Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westpfalz und die Landgestüt Zweibrücken GmbH mit Unterstützung des Fördervereins Kulturgut Zweibrücker Pferd ins Leben gerufen haben.Rutschsicher, fest und trotzdem elastisch federnd, kostengünstig und dennoch langlebig, umweltfreundlich, pflegeleicht, gesund und wirtschaftlich soll der optimale Boden sein, um auch unter hohen Belastungen Pferdebeine zu schonen und große Leistungen zu ermöglichen.

Referentin Cornelia Dreyer-Rendelsmann, Diplom-Argraringeneurin aus Nordrhein-Westfalen, die sich als Sachverständige auf Gutachten über Reitplatzbau spezialisiert hat, beleuchtete 90 Minuten lang die Anforderungen, Materialien und gesetzlichen Vorschriften. Fazit: Die Eier legende Woll-Milch-Sau gibt es nicht, so dass jeder Bodenbelag einen Kompromiss darstellt. Durch den Hauptbestandteil Sand und Zumischungen verändert sich der Belag durch Sonne, Wind und Regen, aber auch durch die Beanspruchung beim Reiten permanent.

Eine Expertengruppe aus dem Landgestüt habe sich diverse Reitplätze auf berühmten Anlagen wie Mannheim angesehen, bevor die Entscheidung für das moderne Ebbe-Flut-System fiel, berichtet Architekt Bernd Neumüller. "Am Flutsaum des Meeres ist der Sand so fest, dass man nicht mehr einsinkt wie auf dem trockenen Strand, aber noch nicht schlammig und damit rutschig", erläutert er. Dieser Zustand werde durch eine geregelte Wasserkontrolle per Drainagen oder Zuführung aus einem 100 Kubikmeter fassenden Wasser-Auffanggraben garantiert. "Innerhalb von acht Minuten ist der Platz entwässert", verspricht der Architekt. Möglicher Wasserüberschuss nach heftigen Regenfällen wird in den Schwarzbach abgeleitet, möglicher Wassermangel nach Trockenheit durch Leitungswasser ausgeglichen. "Bisher haben wir täglich 30 000 Kubikmeter Wasser für den Platz benötigt, künftig sind es nur noch zehn", verdeutlicht Alexander Kölsch, Leiter des Landgestüts Zweibrücken, die Ersparnis.

Der ehemalige Bodenbelag ist dank guter Pflege so schadstoffarm, dass er als Grundlage wieder verwendet werden darf. An den Pferdetagen Ende August soll der neue Platz offiziell eingeweiht werden. cvw

"Bisher haben wir täglich 30 000 Kubikmeter Wasser für den Platz benötigt, künftig sind es nur noch zehn."

Gestütsleiter Alexander Kölsch