1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Kreis-Grüne werfen Duppré und Pirmann Hinterzimmerpolitik vor

Kreis-Grüne werfen Duppré und Pirmann Hinterzimmerpolitik vor

Bei einer Mitgliederversammlung haben die Grünen im Kreis Landrat Hans Jörg Duppré und Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann attackiert. Beide würden in Sachen Flughafen nicht alle Fakten auf den Tisch legen.

In der Diskussion um den Fortbestand des Zweibrücker Flughafens hat der Grünen-Kreisverband Landrat Hans Jörg Duppré und Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) "Hinterzimmerpolitik" vorgeworfen. Bei einer Mitgliederversammlung der Partei forderten Manfred Seibel und Stefan Kölsch die Politiker auf, alle Fakten auf den Tisch zu legen und eine öffentliche Diskussion zu führen. Vorstandssprecher Bernd Schumacher sprach bei der wirtschaftlichen Darstellung der Situation des Flughafens von einem "stinkenden Haufen von Machenschaften" in der Region.

Schon immer hätten die Grünen die Einrichtung eines Flugbetriebes als Teil des Vier-Säulen-Konzeptes auf dem ehemaligen Militärgelände als Fehler gesehen, sagte Schumacher. Nach Ansicht der Grünen, so auch Norbert Pohlmann (Zweibrücken), war es schon 1991 klar, dass weder in der Region noch bei der Landesregierung das Ziel eines Flugbetriebs ohne Subventionen durch Steuergelder ernsthaft verfolgt wurde. Bereits 1993 habe der EU-Kommissar gewarnt, der Zweibrücker Flugplatz könne sich niemals mit Linien- und Charterflügen rechnen. Da aber nun zweistellige Millionensummen investiert worden und jeder Arbeitsplatz in der Region wichtig sei, sollte alles versucht werden, den Flugbetrieb zu retten. Schumacher machte den Vorschlag einer Gebühr von rund 20 Euro pro Fluggast, für Parken, Sicherheit und Abfertigung, um die Einnahmen zu stärken.

In naher Zukunft werde auch der Flughafen Saarbrücken Probleme bekommen, sagte Pohlmann. Flugzeuge würden immer größer und schwerer und bekanntlich gelte die kurze Landebahn in Ensheim als kritisch.

Sehr zufrieden zeigten sich die Grünen mit ihren Ergebnissen bei der Kommunalwahl. Als Beispiel führte Rita Graushaar (Battweiler) die zwei Sitze im Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land an, die die Partei aus dem Stand heraus geschafft habe. Schumacher erläuterte die Zusammenarbeit mit der Partei "Die Linke " im Kreistag. Es gehe auch um Sitze in den Ausschüssen, die eigenständige grüne Politik bleibe davon unangetastet.

Berthold Haas informierte dei Parteifreunde auf Nachfrage, die Grünen hätten im Kommunalwahlkampf rund 4500 Euro ausgeben und sich damit im selbstgesteckten Limit bewegt.