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Hundekot stinkt den Bürgern: Contwig zieht die Zügel an

Hundekot stinkt den Bürgern: Contwig zieht die Zügel an

Die nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Hundekot könne mit einer Geldbuße von bis zu 2500 Euro geahndet werden, warnt Contwigs Ortsbürgermeister. Damit stößt er auf Verständnis. Seine Forderung, Beutel mit Kot nicht in öffentliche Mülleimer zu werfen, sorgt allerdings für Kritik.

Viel Gesprächsstoff gibt es derzeit unter Hundebesitzern in Contwig . In der aktuellen Ausgabe des Amtsblatts hat Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann ein ausführliches "Merkblatt für die Hundehaltung " veröffentlicht. Darin appelliert er vor allem für ein "sauberes Contwig " und fordert deshalb alle Hundebesitzer auf, die "Hinterlassenschaften" ihrer Lieblinge zu beseitigen. "Hundekot ist als Abfall anzusehen. Die nicht ordnungsgemäße Entsorgung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 2500 Euro geahndet werden kann", heißt es. Immer wieder würden sich Bürger über die Verschmutzung von "Gehwegen, Plätzen, öffentlichen Grünanlagen und landwirtschaftlichen Flächen" durch Hundekot beschweren. Deshalb will die Gemeinde nun verstärkt Kontrollen durchführen und bittet auch um Hinweise aus der Bevölkerung bezüglich der Täter.

"So weit, so gut" sagen viele Hundebesitzer. Doch Entrüstung herrscht über eine weitere Anweisung, in der Hundebesitzer aufgefordert werden, Hundekotbeutel mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere mit nach Hause zu nehmen. Diese dürften nicht in öffentlichen Abfallbehältern entsorgt werden. Denn vor allem bei Abfallbehältern neben Ruhebänken führe das aufgrund von Geruchsbelästigung zu einem öffentlichen Ärgernis. "Also, ich würde nicht stundenlang mit dem Hundekotbeutel rumlaufen, wenn ich unterwegs doch an Mülleimern vorbei komme", gibt Hundebesitzerin Susanne Geminn ehrlich zu. Bürgermeister Karl-Heinz Bärmann sieht darin kein Problem: "Wenn ich den Kot in eine entsprechende Tüte einpacke und diese verschließe, stinkt das ja auch nicht und man kann es ohne Probleme mit nach Hause nehmen". Warum darf man die Tüte also aufgrund von Geruchsbelästigung nicht in die öffentlichen Abfallbehälter werfen? "Das hat hygienische Gründe", erklärt Bärmann auf Anfrage des Pfälzischen Merkur. "Kinder könnten schließlich in den Mülleimer greifen". Hundebesitzerin Nicole Kirsch findet das übertrieben: "Natürlich macht man als verantwortungsvoller Hundebesitzer den Hundekot weg, wenn der Hund auf Wege oder an den Wegesrand macht. Aber wir zahlen doch schließlich Hundesteuer . Da sollte es schon drin sein, dass man den Beutel in einen öffentlichen Mülleimer werfen darf". Geminn stimmt dem zu: "Wir zahlen Hundesteuer , aber für Hunde wird hier gar nichts getan. Eine ausgewiesene Hundewiese wäre toll. Und natürlich würde ich dort auch den Kot weg machen!". Ein anderer Hundebesitzer bemängelt: "Im Prinzip ist das ein Schlag ins Gesicht für die Hundebesitzer, die die ganze Zeit immer brav den Hundekot weggemacht haben".

"Diese Regelung bezieht sich ja aber auch nur auf die Strecke entlang des Schwarzbachs und natürlich innerhalb des Orts", stellt Bärmann klar. Wenn ein Hund entlang der Grasnarbe eines Feldweges mache, müsse man das nicht entfernen. Das sei schließlich in der freien Natur.