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Bauern fahren durchschnittliche Ernte ein

Bauern fahren durchschnittliche Ernte ein

Düster sind die Ernteprognosen der Landwirte vor Wochen gewesen. Jetzt ist die Ernte zu 95 Prozent eingefahren. Die Tendenz blieb, doch im Schnitt waren die Erträge bei allen Getreidesorten besser, als noch vor Wochen zu erwarten war.

Kurz vor dem Abschluss steht die Ernte 2014. 95 Prozent der Äcker sind abgeerntet. Wer keinen eigenen Mähdrescher auf dem Hof hat, musste warten, bis die Lohndreschunternehmen einen freien Tag hatten. Doch dann kam meist, wie in den letzten Wochen vermehrt, ein heftiger Regenschauer dazwischen. Die Ernteerträge bei allen Getreidesorten und dem Raps oder den Erbsen bezeichnen die befragten Landwirte der Sickingerhöhe als durchschnittlich. Die Vorhersagen von vor Wochen erfuhren meist eine Korrektur. Die Grundtendenz blieb jedoch: eine durchschnittliche Ernte.

Das sagt auch der Vorsitzende des Kreisverbandes der Bauern- und Winzerschaft Südwestpfalz, Uwe Bißbort aus Pirmasens-Windsberg. "Meine Prognose kurz vor dem Erntebeginn hat weiterhin Bestand. Die hochsommerlichen Temperaturen von April und Juni waren abträglich. Böden, die Wasser speichern konnten, brachten durchschnittliche Erträge. Fehlte aber dieses kleine Reservoire in den Äckern, dann konnte nicht mal von einem durchschnittlichen Ertrag gesprochen werden. Diese Erfahrung machte ich bei direkt nebeneinander liegenden Feldern und sie lässt sich auf die gesamte Sickingerhöhe übertragen. Das ist ja die Schwierigkeit, mit der mein Berufsstand schlechthin in dieser Region zu kämpfen hat: die sehr verschiedenen Böden."

Beim Raps sieht Bißbort einen durchschnittlichen Ertrag. Der habe unter den Temperaturen im April und Juni nicht gelitten und sehr früh geblüht. "Die Blütezeit war regelrecht optimal, da konnten sich anschließend die Schoten bestens bilden", sagt Bißbort.

Beim Weizen fehlte vielfach der Eiweißgehalt, was beim Anliefern an den Sammelstellen der Raiffeisengenossenschaften Abzüge einbrachte. So musste Bißbort beispielsweise angelieferten Backweizen als Futterweizen hinnehmen, was finanzielle Einbußen für den Landwirt darstellt. Dagegen stehe der Mais bestens da. "Das ist eine Tropenpflanze, das wird bei der jetzigen Witterung ganz deutlich", so der Bauernführer der auch mit der Grünfutterernte, auf die ja die vielen Milchbauern ein ganz besonderes Auge haben, sehr zufrieden war. Ein vierter Schnitt beim Gras sei ohne Frage denkbar.

Auch Landwirt Wilfried Sewohl aus Battweiler sagt: Der Rapsanbau sei sehr arbeitsintensiv, und es müsse viel Geld schon im Vorfeld investiert werden. "Das beginnt bereits bei der Aussaat, pflanzt sich bei den vielen Spritzvorgängen fort, und wenn dann noch das Wetter dazwischen kommt, schaut man vielleicht in die Röhre." Der Ertrag beim Weizen ist für Wilfried Sewohl zufriedenstellend. Allein die Qualität lasse zu wünschen übrig. Jörg Klein aus Winterbach hat keinen eigenen Mähdrescher auf dem Hof. Die Erträge vom 30 Hektar großen Getreideanbau werden alle im eigenen Milchviehstall verfüttert. Allein der noch auf dem Halm stehende Winterroggen geht an die Mühlen. Erträge und Qualität bezeichnet auch der Winterbacher Milchbauer als durchschnittlich.