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23 neue Corona-Fälle in der Südwestpfalz

Gesundheitsamt: Nicht wegen jedem Schnupfen zum Test rennen : 23 neue Corona-Fälle in der Südwestpfalz

Das Kreisgesundheitsamt bittet die Bürger, sich nur unter bestimmten Voraussetzungen auf das Virus testen zu lassen.

(red) Nach aktuellem Stand (Freitag, elf Uhr) haben sich im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes in Pirmasens 23 weitere COVID-19-Fälle bestätigt. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) stuft den Landkreis mit einer Inzidenz von 104,4 aktuell (Stand 06.11.2020) in der Risikostufe rot ein. Die aktuelle Lage des LUA für den Warn- und Aktionsplan sieht die Städte Pirmasens (72,1) in rot und Zweibrücken (35,1) in der Gefahrenstufe orange.

Unter den neuen Fällen ist ein Schüler der Robert Schumann Grundschule in Pirmasens, der letztmals am 28.10. den Unterricht besuchte und seit dem Folgetag unter häuslicher Quarantäne stand. Der Schulbetrieb kann uneingeschränkt fortgesetzt werden. Aufgrund der Hygienemaßnahmen der Schule müssen lediglich acht Kontaktpersonen ersten Grades in eine 14tägige Quarantäne, die sich ab dem Kontakt 28. Oktober berechnet. Sie und die weiteren Kontaktpersonen können die Möglichkeit nutzen und sich testen lassen.

Weitere neun Fälle waren als Kontaktperson ersten Grades bereits in häuslicher Quarantäne. Davon drei in Pirmasens, jeweils eine in Zweibrücken, den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland, Hauenstein, Thaleischweiler-Wallhalben sowie zwei in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Sieben Fälle waren zum Zeitpunkt der Meldung noch in Arbeit, bei fünf Fällen bleibt die Infektionsquelle zunächst unbekannt. Bei der Arbeit in Frankreich hat sich eine Frau aus Zweibrücken-Land infiziert.

Aktuell sind 172 Fälle aktiv, fünf mehr als am Vortag. Von den betroffenen Personen leben in Pirmasens 40 (-1), Zweibrücken 25 sowie in den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland 26, Hauenstein 15 (-1), Pirmasens-Land 10 (-1), Rodalben 4, Thaleischweiler-Wallhalben 16 (+2), Waldfischbach-Burgalben 12 (+2) und Zweibrücken-Land 20 (+4). Insgesamt wurden bis heute 631 Personen im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts Südwestpfalz positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet.

Das Kreisgesundheitsamt weist darauf hin, dass in der jetzt beginnenden Erkältungszeit nicht alle Personen mit Symptomen wie Schnupfen oder Halsschmerzen auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, die Testkapazitäten zur Diagnostik auf das Corona-Virus effizient einzusetzen. Nach dem RKI ist ein Test auf COVID-19 durchzuführen, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

Schwere Erkrankungssymptome der Atemwege (beispielsweise akute Bronchitis oder Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber)

Störung des Geruchs- und Geschmackssinns

Ungeklärte Erkrankungssymptome und Kontakt (erste Kategorie) mit einem bestätigten Corona-Fall

Akute Erkrankungssysmptome jeder Schwere plus Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus oder weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen wie bei LehrerInnen oder ErzieherInnen.

Ein Test bei Kontaktpersonen ist dabei erst nach fünf bis sieben Tagen nach dem letzten Kontakt sinnvoll, weil in diesem Zeitraum die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, den Erreger nachzuweisen.

Darüber hinaus empfiehlt das RKI den Menschen, die nicht aufgrund der obigen Kriterien getestet werden und jegliche Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, sich trotzdem so zu verhalten, dass Übertragungen verhindert werden könnten, wenn sie eine Corona-Erkrankung hätten. Soweit dies umsetzbar ist, heißt das auch bei einem einfachen Schnupfen: Eine Isolation zu Hause und mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit vor Beendigung der Isolation und darüber hinaus eine Reduktion der Kontakte. Bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes und einer Zunahme der Symptome wird ein sofortiger COVID-19-Test empfohlen.