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Sanierung DGH Kleinsteinhausen wird teuer als gedacht

DGH Kleinsteinhausen : Böse Überraschung unter dem Dach

Ein bisher verborgen gebliebener Schaden verteuert die Sanierung des Dorfgemschaftshauses in Kleinsteinhausen.

Wer alte Bausubstanz saniert, ist vor Überraschungen nicht sicher. Eine Binsenweisheit. Erfahrungen, welche in der Vergangenheit schon viele Bauherren machten und weiterhin machen werden. Dieser Kreis wird jetzt mit der Ortsgemeinde Kleinsteinhausen erweitert. Sie saniert das unter Denkmalschutz stehende Dorfgemeinschaftshaus. Einst Dorfschule, doch seit der baulichen Umgestaltung im Innern und der in unmittelbarer Nachbarschaft errichteten Bürgerhalle ein pulsierender Bürgertreff. Unvorhergesehene Arbeiten lassen jetzt die Sanierungskosten steigen.

„Die Ratsmitglieder müssen informiert sein, Transparenz in der kommunalen Arbeit ist wichtig. Wie stehen alle hinter der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, überhaupt kein Thema. Wenn sich an der Baustelle Mehrkosten ergeben, dann müssen wir darüber reden und nach Lösungen suchen“, sagte Ortsbürgermeisterin Martina Wagner, als Dorfplaner Jürgen Wolf aus Kaiserslautern die Bauherrin jetzt mit einer weniger erfreulichen Botschaft die Bauherrin. Derweil mit großer Handwerkskunst die Steinmetze an Fenster und Gesimsen ihre Arbeiten verrichten, gab es jetzt eine weniger erfreuliche Feststellung beim Dachgebälk. Jürgen Wolf: „Durch Regenwasser haben die Balken und auch Sparren am Dachstuhl Schaden genommen. Es wäre nicht vertretbar, bei den jetzigen Sanierungsarbeiten einfach darüber hinwegzugehen. Als verantwortlicher Bauleiter und Berater der Bauherrin muss ich Meldung machen und aufzeigen, welche Veränderungen unbedingt notwendig sind.“

Fatal ist bei dem festgestellten Schaden der Umstand, dass weder außen noch innen irgendwelche Hinweise auf eindringende Feuchtigkeit sichtbar geworden sind. Wenngleich nicht ganz mit dem Denkmalschutzgedanken konform, sollen jetzt metallische Verbindungen zur Dachsicherheit beitragen helfen. Jürgen Wolf: „Aus Kostengründen bleibt uns überhaupt keine andere Wahl, denn das Erneuern des gesamten Dachstuhls würde finanziell die Sache aus dem Ruder laufen lassen. Insgesamt sind für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses 400 000 Euro vorgesehen. Für den ersten Bauabschnitt sind 240 000 Euro veranschlagt. Das Land fördert die Sanierungsmaßnahme mit Mitteln aus dem Investitionsstock.

Begonnen hat alles mit dem kleinen Glockenstuhl auf dem Dorfgemeinschaftshaus, wo die Dorfglocke hängt. Das Glockenjoch war total ausgeschlagen, die Glocke durfte nicht mehr geläutet werden, wollte man nicht Gefahr laufen, dass es zu einem größeren Schaden bei der Aufhängevorrichtung und dem gesamten Glockenstuhl kommt. Holzbau-Peifer aus Wallhalben leistet hier vorbildliche Sanierungsarbeit und das gilt auch für den einheimischen Maler Knerr, welcher mit dem Erneuern des Außenanstrichs betraut ist.

Allerdings: auch hier steht Kostenerhöhungen ins Haus. Der vorhandene Putz sollte nur ausgebessert werden, was sich jetzt bei der Arbeitsausführung als nicht machbar erwies. Architekt Jürgen Wolf:  „Im Rathaus Mauschbach, gleichfalls denkmalgeschützt, gab es die gleichen Probleme, als wir den dortigen Glockenturm, welcher ins Rathaus integriert ist, sanierten. Wir haben dort ein feines Netz über die Schwachstellen gelegt und neu Verputzt. Anfänglich war die Denkmalpflege skeptisch, doch sie musste feststellen dass es funktioniert. Wie in Mauschbach wollen wir jetzt auch in Kleinsteinhausen vorgehen um Kosten zu sparen.“