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Landrätin Ganster: Bundeswehr soll bei Corona-Lage helfen

Weiter alles „rot“ / Leichter Rückgang in Zweibrücken : Bundeswehr soll bei Corona-Lage helfen

Das Gesundheitsamt in Pirmasens stößt an seine Kapazitätsgrenze – Hotline-Zeiten und Test-Zeiten werden erweitert.

„Wir sind an unserer Kapazitätsgrenze angelangt“, informierte am Montag Landrätin Susanne Ganster (CDU) über die Lage des Gesundheitsamtes, zu dessen Zuständigkeitsbereich neben dem Landkreis die Städte Zweibrücken und Pirmasens gehören.

Nach der Bewertung der Lage im internen Krisenstab sei der Entschluss gefasst worden, die Bundeswehr um Hilfe zu bitten. Und die Landrätin hat auch schon konkrete Vorstellungen, wo die Bundeswehr eingesetzt werden soll. „Am stärksten geholfen wäre uns, wenn Ärzte und Sanitätspersonal Abstriche übernehmen würden“, sagte Ganster. Nicht ausmalen wolle sie sich, wenn in einem größeren Betrieb durchgetestet werden müsste. „Dann reichen die Mobilen Teams im Hintergrund nicht aus“, machte sie deutlich. Nicht übernehmen muss die Bundeswehr die Aufgabe der Kontaktverfolgung, da hier durch die Personalunterstützung der Städte Zweibrücken und Pirmasens genügend Mitarbeiter vorhanden sind. Einen Zeitpunkt, wann die Bundeswehr kommt, konnte Ganster am Montag noch nicht nennen.

 Von einer unbefriedigenden Situation sprach die Landrätin im Zusammenhang mit privaten Feiern. Deshalb kündigte sie gemeinsam mit dem Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick an, nochmals den Kontakt zum Land zu suchen, um überprüfen zu lassen, ob die Möglichkeit einer Allgemeinverfügung bestünde. Derzeit gilt in Rheinland-Pfalz das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. Dies bedeutet, dass Ordnungsämter und Polizei Treffen in Privatwohnungen nur kontrollieren dürfen, wenn beispielsweise eine Ruhestörung vorliegt. Erlaubt sind derzeit laut Verordnung Treffen von maximal zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten.

„Das Thema drängt uns, weil wir wissen, dass wir dort Risikobereiche haben“, betonte Zwick. „Private Feiern waren Auslöser für Infektionsgeschehen in unserer Region“, ergänzte Ganster. Sollte es eine Allgemeinverfügung geben, will Zwick aber nicht turnusmäßig Wohnungen kontrollieren, sondern nur, wenn ein konkreter Verdacht vorliegt.

Veränderungen wird es aufgrund der steigenden Infektionszahlen sowohl bei der Hotline, aber auch bei der Infekt-Ambulanz und dem Testcenter geben. Dies auch im Hinblick auf den Warn- und Aktionsplan des Landesuntersuchungsamtes.

Dieser sieht weiterhin alle Städte und Landkreise in Rheinland-Pfalz in der Risikostufe rot. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das beim Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern im Landkreis einen Wert von 79,1. Die Stadt Zweibrücken hat einen Inzidenzwert von 67,3 (34 Fälle aktiv, drei weniger als am Freitag) und die Stadt Pirmasens von 74,6 (34 Fälle aktiv, fünf mehr). Aktuell sind 146 Fälle im Bereich des Gesundheitsamtes aktiv – 14 mehr als am Freitag.

Da der Bedarf der Bürger an Informationen wachse, sind beide Hotlines ab sofort auch am Wochenende von 10 bis 14 Uhr erreichbar und werden an den anderen Tagen verstärkt. „Wir haben wieder zehn Leitungen geschaltet“, sagte Ganster. Sie bat um Geduld bei den Anrufern.