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Unternehmen setzen auf digitale Weihnachtsfeiern im Corona-Jahr

Kreative Alternativen gesucht : Digitale Weihnachtsfeiern in Corona-Zeiten?

Die sonst üblichen Weihnachtsfeiern müssen wegen Corona ausfallen. Die großen Unternehmen in der Region haben sich jedoch digitale Alternativen wie ein „Surf and Taste“ überlegt.

Die Corona-Pandemie macht in vielen rheinland-pfälzischen Betrieben auch vor den sonst üblichen Weihnachtsfeiern nicht halt. Teils fallen die geselligen Zusammenkünfte zum Jahresausklang ganz aus, teils machen sich die Unternehmen und Beschäftigten auf die Suche nach Alternativen. Große Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz wie BASF, Boehringer Ingelheim, Schott und Debeka setzen dabei vor allem auf virtuelle Feiern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim gibt es keine Weihnachtsfeier im herkömmlichen Sinn und auch keine zentrale Zusammenkunft im Digitalformat. Ob es virtuelle Zusammenkünfte in kleinerem Kreise gebe, werde jeweils auf Abteilungsebene entschieden, teilte Sprecher Matthias Knotzer mit. Damit trotz allem etwas vorweihnachtliche Stimmung aufkommt, setzt das Familienunternehmen auf gutes Essen und Trinken für seine Mitarbeiter - beispielsweise bei einem „Surf & Taste“ zu Hause.

Bei dieser virtuellen Runde gibt es laut Knotzer eine Verkostung deutscher und französischer Qualitätsweine und eine „kulinarische Weinbegleitung“ mit zuvor angelieferten Spezialitäten mit Kochanleitung.

Ein weiteres Angebot läuft unter dem Titel „Gans entspannt“. Dabei könnten sich die die Beschäftigten an den Standorten Ingelheim und Biberach in Baden-Württemberg ein Drei-Gänge-Weihnachtsmenü inklusive Gänsebrust im Hauptgang bestellen und am 22. Dezember und 23. Dezember am Standort abholen, berichtete der Sprecher weiter. Organisiert werden die Angeboten von den Mitarbeiterrestaurants und Cateringabteilungen des Unternehmens.

„Am Standort in Dortmund haben unsere Kolleginnen und Kollegen kleine Backausstecher in Form unseres Inhalators Respimat entwickelt“, fügte der Sprecher hinzu. Der Inhalator sei eine Entwicklung aus Dortmund und werde unter anderem zur Behandlung der chronischen Lungenerkrankung COPD verwendet.

Der Mainzer Spezialglashersteller Schott hat seinen Mitarbeitern nach eigenen Angaben bereits Ende August dringend empfohlen, in diesem Jahr auf betriebliche Weihnachtsfeiern zu verzichten. „Daraufhin haben einige Bereiche der Pandemielage angepasste kreative Alternativen entwickelt“, berichtet Konzernsprecher Jürgen Steiner. So wollten einige Abteilungen eine Online-Weihnachtsfeier veranstalten. Darunter sei auch ein Team, das die üblichen Wichtelgeschenke diesmal in Form von Restaurantgutscheinen austausche, um die notleidende Gastronomiebranche zu unterstützen.

„Andere Abteilungen verzichten gänzlich auf eine Weihnachtsfeier und spenden stattdessen für eine betriebliche Weihnachtsaktion zugunsten von Kindern und bedürftigen Senioren oder für gemeinnützige Einrichtungen“, fügte er hinzu.

Bei der Debeka-Versicherungsgruppe mit Sitz in Koblenz wird es weder eine traditionelle Weihnachtsfeier geben noch als Ersatz eine einzige, große virtuelle Zusammenkunft mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Das wäre derzeit aufgrund der Größe - mit alleine am Standort Koblenz über 4000 Mitarbeitenden – nur schwer realisierbar“, sagte Debeka-Sprecher Andreas Offermann. Auf Abteilungsebene sei eine solche Feier mit Videokonferenz möglich. Die Entscheidung und Organisation liege bei der jeweiligen Leitung.

Beim Chemieriesen BASF entscheiden die Standorte und Einheiten vor Ort, ob und unter welchen Voraussetzungen in diesem Jahr Weihnachtsfeiern stattfinden. Es gebe keine konzernweite Regelung, sagte Sprecher Frederick Weiß. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie richteten sich mögliche Weihnachtsfeiern nach den dann gültigen lokalen Vorgaben der Behörden und den Regelungen an den jeweiligen Standorten.

Am Standort Ludwigshafen habe sich die BASF-Gastronomie auf die besonderen Zeiten eingestellt und biete den Mitarbeitern neue, digitale Formate an, berichtete der Sprecher weiter. So könnten Abteilungen dort virtuelle Zusammenkünfte wie eine Online-Weinprobe mit einem Weinpaket aus dem BASF-Weinkeller oder einen Online-Kochkurs buchen.

(dpa)