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Grundschüler der Pestalozzischule in Elversberg basteln digitalen Adventskalender für Seniorenheim

Grundschüler aus Elversberg gestalten Video-Adventskalender für Seniorenheim : Virtuelle Überraschungen für Heimbewohner

Drittklässler der Pestalozzischule in Elversberg gestalten einen liebevollen Video-Adventskalender für die Bewohner eines Pflegeheims.

Füreinander einstehen. Verantwortung übernehmen. Ein wertschätzender Umgang miteinander. Das gehört zum Leitbild der Pestalozzischule in Elversberg. Jetzt, in der Corona-Pandemie, gewinnen diese Werte umso mehr an Bedeutung. Gerade für Menschen, die in Pflegeheimen leben. Ein Besuch auf den Zimmern ist nicht möglich. Der Kontakt zu Angehörigen ist eingeschränkt. Gemeinsamen Unternehmungen gibt es wenig. Kein spielen, musizieren und vorlesen mit anderen Bewohnern in Gemeinschaftsräumen in dem Ausmaß wie vor Corona.

In Krisenzeiten soll man zusammenrücken, heißt es. Und doch müssen wir auf Abstand gehen. Das wissen auch die Drittklässler der Pestalozzischule. Sie wollen helfen. Den Senioren ganz nah sein und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Dafür haben sie sich etwas ganz Besonderes überlegt: Sie gestalteten einen virtuellen Adventskalender für die Bewohner des Awo-Pflegezentrums in Elversberg.

Die Kinder bastelten und verzierteen 24 Türchen, hinter denen sich Überraschungen verstecken, sagt Schulleiter Stephan Ohl. Die Schüler „tragen ein Gedicht vor, lesen eine Geschichte oder singen ein Lied“. Zwölf Türchen gestalteten die Klasse 3.1, die anderen zwölf die Klasse 3.2. Die Kinder hielten die Türchen dann vor eine Kamera. Ihre Lehrerinnen Monika Krupp und Michaela Euschen nahmen den Adventskalender auf Video auf. Das Pflegeheim bekommt jetzt die Videos auf einem USB-Stick. „Die Kinder sind von der Aktion begeistert. Sie waren sofort dabei, mit großem Engagement“, sagt Ohl. Auch die Eltern fänden die Aktion super.

Mit den virtuellen Schnipseln bekommen die Senioren in der Adventszeit jeden Tag Besuch, wenn auch anders als gewohnt. „Als die Schule mit der Aktion an mich herangetreten ist, war ich total begeistert“, sagt Anna Foryta. Sie leitet das Pflegezentrum in Elversberg. Während des ersten Lockdowns hatten die Bewohner Briefe und Bilder von Schülern, Eltern und Angehörigen erhalten. „Das war eine klasse Sache. Die Bewohner haben sich total gefreut.“ Es hat ihnen gut getan in dieser schweren Zeit. Auch der virtuelle Adventskalender wird die Senioren erfreuen, da ist sich Foryta sicher.

Anfang des Jahres hatte das Pflegezentrum zwei Tablets angeschafft. Als das generelle Besuchsverbot kam, konnten die Bewohner per Videotelefonie mit ihren Angehörigen Kontakt halten. „Die haben wir natürlich noch, und die sind auch immer noch im Einsatz“, sagt Foryta. Die Pflegekräfte werden von Zimmer zu Zimmer gehen und die Videos über die Geräte abrufen.

150 Heimplätze gibt es im Awo-Pflegezentrum in Elversberg. Die Corona-Situation sei, wie in anderen Einrichtungen auch, nicht ganz einfach, sagt Foryta. „Jeder Bewohner geht damit anders um. Wir versuchen das Bestmögliche, um in jeder Situation indivduelle Lösungen zu finden – bis dato ist uns das gut gelungen.“