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Zweibrücker Sportler zahlen Investitionen zurück

Zweibrücker Sportler zahlen Investitionen zurück

I m Sport werden Investitionen nicht zeitgleich in barer Münze zurückgezahlt. Doch belegen Erfolge der Zweibrücker auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene seit Jahren, dass die kommunalen Gremien in Zweibrücken bei ihren infrastrukturellen Maßnahmen in Sportstätten ein hohes Maß an Verantwortung und Weitblick bewiesen haben.

Der Stellenwert des Sports in unserer multikulturellen Gesellschaft ist stets erkannt worden. Wird doch gerade hier ein unbezahlbarer Anteil bei der Integration geliefert. Dies händelt eine große Zahl von Ehrenamtlichen. Bei der Sportlerehrung der Stadt hat der Vorsitzende des Stadtverbandes für Sport, Marold Wosznitza, angekündigt, im kommenden Jahr eine besondere Ehrung für Ehrenamtler vorzunehmen. Mit der "Großen Ehrenmedaille für Verdienste" wurden bereits jetzt die Verdienste des langjährigen Vorsitzenden der Wassersportfreude Zweibrücken, Thomas Wolf , gewürdigt. Dass Sportler die Anstrengungen der Stadt honorieren und dabei als unentgeltliche Botschafter werben, bezeugten rund 250 geehrte Athleten aus 17 Sportarten. Gleichzeitig ein Beleg für die Vielfalt der Angebote in der Sportstadt Zweibrücken.

Garanten für nationale und internationale Schlagzeilen waren vom Leichtathletikzentrum Zweibrücken (LAZ) Raphael Holzdeppe, Vizeweltmeister im Stabhochsprung, und die WM-Sechste und U 23-Europmeisterin im Speerwurf, Christin Hussong (siehe auch Seite 11 der großen Jahresrückblick-Beilage) sowie Marlene Hüther von den Wsf Zweibrücken. Die 17-jährige Dietrichingerin nutzt optimal am Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken die Möglichkeiten, Schule und Leistungssport zu kombinieren. Auch in diesem Jahr verzeichnete das Mitglied des Perspektivteams Rio 2016 einen weiteren Schub unter Landestrainer Ralf Steffen. Verdienter Lohn der vielseitigen Schwimmerin: die WM-Nominierung für Kazan. Bei ihren drei Staffeleinsätzen trug sie über 4x200-Meter-Freistil dazu bei, dass sich das Quartett als Zwölfte bereits für die Olympischen Spiele in Rio qualifizierte. Nachdem sich die Allrounderin, die für die SSG Max Ritter startet, bei den Deutschen Langbahnmeisterschaften im April Gold mit der 200-Meter-Freistilstaffel in deutscher Rekordzeit (8:07,89 min) gesichert hatte, errang sie über 200 Lagen und 200 Freistil je Bronze. Dass sie den Abstand zur deutschen Spitze verkürzt hat, bewies Hüther mit ihrer Goldmedaille mit der SSG-Staffel und Silber über ihre Spezialstrecke 200 Freistil bei der Kurzbahn-DM. Die Teilnahme an der Kurzbahn-EM Anfang Dezember im israelischen Netanja ist ein weiteres Mosaiksteinchen auf der Karriereleiter der Schülerin. Sie belegte über 200 Meter Freistil Platz 15 und Rang 24 über 100 Meter Lagen. Diese Erfolge trugen wesentlich dazu bei, dass sie zur saarländischen Nachwuchssportlerin des Jahres 2015 gekürt wurde.

Sein Potenzial dokumentierte bei der Kurzbahn-DM auch der Wahl-Amerikaner Till Pallmann aus Zweibrücken (Student Uni Carbondale/Illinois) mit Gold und Bronze mit den SSG-Freistilstaffeln und als Achter im Finale über 100 Freistil . Moritz Bartels (Jg. 1998) setzte seine Siegesserie bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften fort und gewann den Titel bei den Junioren über zehn Kilometer. Zugleich wurde er Zehnter bei den JEM in der Schweiz über 7,5 Kilometer. Dass er auch im Becken Stehvermögen hat, beweisen Silber und Bronze bei der Jahrgangs-DM über 800 und 1500 Freistil .

Nationale und internationale Akzente setzten die Stabhochspringer des LAZ, Daniel Clemens und Anna Felzmann. Der Bundeswehrsoldat steigerte als Rheinland-Pfalz-Meister seine Hallenbestleistung auf 5,55 Meter. Nicht zufrieden war er mit Platz sechs bei der DM im Freien (Bestleistung 5,60 m). Entschädigt wurde er durch die Teilnahme an der Universiade in Gwang (Südkorea), wo er und Anna Felzmann je Siebte wurden. Die Studentin, ebenfalls Siebte bei der DM, steigerte ihre Bestleistung auf 4,40 Meter.

Freud und Leid wechselten sich bei Stabhochspringer Nicolas Dietz ab. Obwohl der Schützling des LAZ-Vorsitzenden Bernhard Brenner die Fünf-Meter-Marke knackte und sich den Titel sowie Silber bei der U20-DM im Freien und in der Halle sicherte, versagten ihm die Nerven bei der U20-EM-Quali. Ähnlich der Saisonverlauf bei Sina Mayer. Die Sprinterin um Trainer Karl-Heinz Werle siegte bei den Pfalz- und Landesmeisterschaften über 200 Meter. Wohl für die 4x100-Meter-Staffel bei der U23-EM in Tallinn nominiert, kam sie nicht zum Einsatz. Um eine Enttäuschung reicher ist der Zweibrücker Speerwerfer Till Wöschler, der für Leverkusen startet: Nach einem erneuten Sehnenanriss im Ellenbogen musste der 24-jährige Sportstudent operiert werden.

Beim dritten Hügelstürmer-Cross des LAZ mit Pfalzmeisterschaften und der Rekordteilnehmerzahl von rund 200 Athleten war die Zweibrücker Rennwiese im November idealer Austragungsort. Einen Start-Ziel-Sieg feierte der nimmermüde Jürgen Bischof (51) über die Mittelstrecke (5200 m) in der AK 35 und älter. Weitere Höhepunkte im LAZ-Terminkalender waren der Hallen- und Himmelsstürmer-Cup mit internationaler Beteiligung im Westpfalzstadion.

Das schönste Geburtstagsgeschenk machte Crossfahrer Felix Drumm (Team Focus CX Elite Team) vom Radsportclub Zweibrücken seinem Vater Rainer im Januar, als er überlegen seinen DM-Titel bei der U23 verteidigte. Weniger Glück hatte er bei der Cross-WM in Tschechien und der Cross-EM in den Niederlanden, wo er nach einigen Stürzen nur als 19. ins Ziel kam. Seit Sommer fährt der 21-Jährige nun im neuen Team Kuota-Lotto. Seine berufliche Zukunft sieht der Mörsbacher bei der Sportfördergruppe der Bundespolizei , wo er unter profihaften Bedingungen trainieren und fahren könnte.

Diese optimalen Verhältnisse findet Judokämpferin Jasmin Külbs, betreut vom Vorsitzenden des JC Zweibrücken, Stephan Hahn, bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln unter Bundestrainer Michael Bazynski vor. Nach einer sechsmonatigen Pause (Schulter-OP) geht die 24-Jährige, die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit der Sportplakette des Landes ausgezeichnet wurde, auf Punktejagd für die Olympischen Spiele. Ihre größten Erfolge verbuchte die Mannschaftsmeisterin in der Bundesliga mit dem AV Speyer im Juni mit der Silbermedaille bei der EM in Baku (Russland) und als Dritte mit der Mannschaft bei der WM in Kasachstan.

Zum zweiten Mal in Folge hat der Triathlet Oliver Spurzem von den Wsf Zweibrücken beim Ironman auf Hawaii, der inoffiziellen Weltmeisterschaft, gefinisht. Der 38-jährige Hauptfeldwebel des Fallschirmjägerregiments in Zweibrücken kam als 102. seiner Altersklasse nach 10:13 Stunden in Kailua-Kona ins Ziel.

Knapp 10 000 Zuschauer lockten der Frühjahrs- und Sommer-Renntag des Pfälzischen Rennvereins im April und Juni auf die Rennwiese, wobei im Frühjahr knapp 84 000 Euro am Totalisator umgesetzt wurden. Siege gab es im April für die Pferdezüchterin Birgit Nikolaus aus Knopp-Labach, während im Sommer Larissa Bieß (Münchweiler) zwei Siege verzeichnete. Unter anderem gewann sie für Bottenbachs Erfolgstrainer Christian Peterschmitt den Preis der Sparkasse.

Nach einjähriger Pause lockte der Motorsportclub Zweibrücken beim 56. Internationalen Grasbahnrennen wieder Tausende Besucher auf die Rennwiese. Die Zuschauer sahen in den 20 Rennen teils spektakuläre Verläufe. Die begehrte "Silberne Rose" der Stadt Zweibrücken ging an Martin Smolinski aus Olching.

Einen festen Platz im Terminkalender des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) hat die Junioren-Rundfahrt Trofeo Karlsberg. Bei der 28. Auflage im Saarpfalz-Kreis mit 18 Nationen gewann nach neun Jahren erstmals wieder mit Patrick Haller ein deutscher Fahrer. Der 17-Jährige verteidigte auf der Königsetappe sein Gelbes Trikot. Die Führung hatte er bei der Etappe rund um Homburg übernommen.

Die Turnerinnen der VTZ waren in der Kür mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille bei den Rheinland-Pfalz-Mannschaftsmeisterschaften zufrieden, nachdem sie bereits bei den Pfalzmeisterschaften zwei Titel und einen zweiten Platz errungen hatten. Ihre Möglichkeiten schöpften unter Trainerin Sonja Rayer Laura Conrad, Helena Michel, Luisa Hausner und Marie Lugenbiehl bei den pfälzischen Einzelmeisterschaften mit vier Titeln optimal aus. Für das beste Ergebnis bei der Jungenriege unter Trainer Andreas Bischof sorgte Erik Bischof mit einem zweiten Platz bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Sechskampf.

Seinen Siegeszug setzt der Zweibrücker Boxer Senad Gashi fort. Mit dem Titel der Internationalen Deutschen Meisters hat er sein erstes Etappenziel in seiner Profilaufbahn erreicht, um in die Weltspitze vorzudringen.