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Leichtathletik, Golf, Badminton und Handball und ihre Situation im Saarland

Leichtathletik, Golf, Badminton und Handball im Saarland : Vier Sportarten, vier Schicksale

Leichtathletik, Golf, Badminton und Handball – die einen können eingeschränkt trainieren, die anderen verändern notgedrungen die Regeln, wieder andere suchen eine noch nicht vorhandene Perspektive.

Der Mai ist gekommen – und mit ihm eigentlich auch die Freiluftsaison für die Leichtathleten. Die sieht in diesem Jahr allerdings völlig anders aus. Viele Sportfeste – beispielsweise auch das große Pfingstsport-Meeting in Rehlingen – sind längst abgesagt. „Die Saison ist fast durch, da muss man keine großen Klimmzüge mehr machen“, sagt Lothar Altmeyer, Präsident des Saarländischen Leichtathletik-Bundes (SLB).

Trotzdem atmen die Leichtathleten auf, weil sie das Training wieder beginnen können. Man habe sich laut Altmeyer auf ein Konzept geeinigt, wonach auf einer Sportanlage immer vier Gruppen mit bis zu fünf Sportlern gleichzeitig trainieren dürfen. „Dann gibt es beispielsweise eine Sprintgruppe, eine Sprunggruppe, eine Wurfgruppe und eine weitere Gruppe. Dabei wird es vor allem bei den Rundläufern auf der Mittelstrecke schon mal kompliziert, damit die sich nicht mit den Sprintern in die Quere kommen. Schließlich bewegen wir uns meistens schnell, da kommt man schnell an die Abstandsgrenzen“, erläutert Altmeyer: „Das klappt mit den Kader­athleten soweit gut. Große Vereine haben es natürlich schwieriger, all ihre Athleten zu betreuen, als kleinere. Man muss sehen, was die einzelnen Anlagen hergeben.“

Rund 600 Hektar hat das Gelände des Golfclubs Saarbrücken in der Nähe von Wallerfangen. „Wir haben derzeit immer etwa 32 Personen auf der Anlage, es darf nur in Zweier-Flights gestartet werden“, erklärt Club-Präsident Torsten Trunkl, der neben den üblichen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen weitere Regeln eingeführt hat: „Gespielt werden dürfen nur noch neun Loch, die Fahne am Ende jeder Bahn darf nicht mehr angefasst werden, wir haben die Rechen aus den Sandhindernissen entfernt.“ Außerdem werden keine Turniere ausgetragen.

Die Eingriffe ins Spiel sind beim Golf also überschaubar. Deutlich massiver fallen dagegen die Ideen des Deutschen Badminton-Verbandes aus. Das schnelle Spiel ist zwar kontaktarm, aber eine Hallensportart und daher bislang untersagt. „Ein Mindestabstand von zwei Metern in der Halle ist konsequent einzuhalten, somit ist ein netznahes Spiel beider Spieler nicht erlaubt. Jeweils ein Meter hinter dem Netz ist mit Klebeband ein Abstandsstreifen zu markieren“, heißt es in den „Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in das vereinsbasierte Sporttreiben für die Sportart Badminton“, die der Dachverband in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden und den Bundesliga-Clubs erarbeitet hat. Das Verbot des „netznahen Spiels“ ändert den Charakter der Sportart. Dazu sind Seitenwechsel verboten. Jeder Spieler darf nur nur eigene, farblich markierte Bälle aus namentlich gekennzeichneten Ballrollen ins Spiel bringen.

Für seine harten, aber fairen Zweikämpfe viel gelobt wurde in den vergangenen Jahren der Handball. Der massive Körperkontakt und die Austragung in Hallen lässt eine Wiederaufnahme in den nächsten Wochen aber absolut undenkbar erscheinen. „Da die Maßnahmen gegen das Virus offenbar Erfolg haben, müssen wir sie hinnehmen“, sagt Christian Schwarzer, Weltmeister von 2007: „Zweikämpfe sind halt das A und O unserer Sportart.“

Als Jugendkoordinator des Handballverbandes Saar hat er seinen Talenten Trainingsaufgaben gestellt, diese schicken „Beweisvideos“ zurück. „Ich verfolge natürlich auch die bundeweiten Meldungen. Auch die, dass in Nordrhein-Westfalen am 30. Mai wieder Handballspielen erlaubt sein soll“, sagt Schwarzer und gibt einen Einblick in die Praxis: „Die Bundesligisten trainieren in drei Gruppen: Schnelligkeit und Ausdauer auf dem Platz, Kraft- und Stabilisation im Kraftraum und in der Halle Passspiel und Würfe, wobei der Torwart Handschuhe und Maske trägt.“

Christian Schwarzer ist der Jugendkoordinator des Handballverbandes Saar. Foto: Wieck/Thomas Wieck

Der Deutsche Handball-Bund hat ein Acht-Stufen-Programm für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Herbst erarbeitet. Der Sport dürfe keine Sonderrolle einnehmen, findet Schwarzer, sagt aber auch: „Die Relation muss stimmen. Auf den Golfplatz durfte man nicht, während sich in den Baumärkten Schlangen an den Kassen bildeten. Das passt nicht zusammen.“