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Hornets vor Saisonstart: „Der Erwartungsdruck ist gestiegen“

Hornets vor Saisonstart : „Der Erwartungsdruck ist gestiegen“

Die neue sportliche Leiterin der Hornets, Christina Fischer, erwartet eine schwere Saison für den amtierenden Regionalligameister.

Kurz vor dem Start der neuen Saison in der Eishockey-Regionalliga Südwest hat Christina Fischer die sportliche Leitung beim EHC Zweibrücken übernommen. Die 34-jährige Rimschweilerin war früher selbst erfolgreiche Eis- und Skatehockey-Spielerin – und hat ihre Leidenschaft zu dem Sport nie verloren. Den amtierenden Meister um Trainer Tomas Vodicka sieht Fischer vor einer schweren Spielzeit.

Frau Fischer, Sie haben gerade die sportliche Leitung beim EHC Zweibrücken übernommen, wie kam es dazu? Waren Sie schon vorher bei den Hornets in irgendeiner Form involviert?

Christina Fischer: Ich kenne den Verein, es ist sozusagen mein Heimatverein. Ich hab schon als Kind oben in der Eishalle gespielt. Im vergangenen Jahr habe ich mich bei den Hornets schon um die Kommunikation mit den Kontingentspielern gekümmert und alles, was Amtsgänge angeht. Zudem habe ich meinem Vorgänger Hansgeorg Hähn in der letzten Saison bereits geholfen und erste Einblicke in dessen Arbeit bekommen. Es ist also nicht alles neu.

Was kommt zu den bisherigen Aufgaben nun noch hinzu?

Fischer: Jetzt werde ich auch alle Aufgaben des Teammanagements sowie der Verbandsarbeit übernehmen. Zudem die Kommunikation mit anderen Vereinen. Alles, was im organisatorischen Rahmen liegt, kommt nun noch hinzu.

Liegt Ihnen das Organisatorische?

Fischer: Ja, absolut. Das ist genau mein Ding.

Sie waren früher selbst erfolgreiche Eishockey-Spielerin unter anderem bei den Mannheimer ERC Wild Cats sowie ebenso erfolgreiche Skathockey-Spielerin bei den VTZ-Snipers. Wie sind Sie damals als Frau zu dem eher männerdominierten Sport gekommen?

Fischer: Ich bin in einer Eishockeyfamilie groß geworden. Mein Vater hat lange Eishockey gespielt, war später auch Schiedsrichter. Meine Schwester, mein Bruder und mein Cousin haben alle Eishockey gespielt. Da wird man einfach reingeboren. Mit fünf hat mich mein Vater dann auf Schlittschuhe gestellt, mir einen Helm auf den Kopf gesetzt und einen Schläger in die Hand gegeben.

Und die Leidenschaft ist seither nie wieder verloren gegangen?

Fischer: Nein, die Passion ist immer geblieben.

Was war für Sie der größte Erfolg? Woran erinnern Sie, die mit Mannheim und den Snipers deutsche Meisterin sowie Europapokalsiegerin wurde, sich am liebsten?

Fischer: An die zwei deutschen Meisterschaften mit Mannheim. Das waren wirklich besondere Momente, die Titel waren auf jeden Fall das Highlight meiner Karriere.

Sind Sie heute selbst noch sportlich aktiv?

Fischer: Nein, wenn, dann nur noch in Hobbymannschaften. Nach der Zeit in Mannheim war ich für einen Auslandsaufenthalt ein Jahr in den USA. Dort habe ich noch ein bisschen bei einer Mannschaft gespielt. Danach bin ich wieder zum EHC zurückgekehrt, wo ich in der zweiten Männermannschaft mitgespielt habe. Seit fünf, sechs Jahren war es mit Studium und Beruf dann nicht mehr so möglich. Jetzt kümmere ich mich eher um das Organisatorische. Das ist ein guter Mittelweg. Als Teammanagerin bin ich ja sehr nah an der Mannschaft dran.

In der kommenden Woche startet für den amtierenden Meister die neue Runde in der Regionalliga Südwest. Wie stark schätzen Sie die Spielklasse in diesem Jahr ein?

Fischer: Ich denke, dass es eine sehr schwere Runde für die Hornets wird. Ich glaube, dass die Mannschaften in diesem Jahr sehr eng beieinander liegen. Einige haben ordentlich aufgerüstet.

Auch die Hornets haben mit Matus Zaborsky, Tobias Chadim, Kenny Matheson und Aric Schinke vier neue Gesichter im Team. Haben Sie schon einen Einruck von den Neuzugängen gewinnen können?

Fischer: Ich finde alle vier Neuen sind von der spielerischen Qualität sehr gut. Sie haben sich auch alle schon super in die Mannschaft integriert und passen zu uns. Am Wochenende hatten wir auch ein Trainingslager – mit zwei Eis- und zwei Offeis-Einheiten am Samstag sowie neben dem Test weiteren Einheiten am Sonntag. Das war sehr gut zum Zusammenfinden der Mannschaft, dem Teambuilding hat diese Maßnahme gut getan.

Kommt der Kader mit den Neuzugängen an die Qualität des Vorjahres ran, trotz der Abgänge von Spielern wie Ryan McDonald, Marcel Kappes oder Benedikt Peters?

Fischer: Es ist natürlich immer schwer, Spieler zu vergleichen, weil sie alle einen eigenen Stil auf dem Eis mitbringen. Aber ich habe den Eindruck, dass sie uns weiterhelfen und sie sich hier auch sehr wohl fühlen.

Welches Ziel steckt sich die Mannschaft von Trainer Tomas Vodicka für die neue Runde, die am kommenden Freitag, 20 Uhr, mit dem Heimspiel gegen Stuttgart startet?

Fischer: Es ist nicht leicht, wenn man in der Saison zuvor Meister war, jetzt der Gejagte ist. Da ist der Erwartungsdruck enorm hoch. Ich denke, das Hauptziel, die Playoffs, sollten wir erreichen. Was dort dann passiert, ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Daher ist nur schwer abzuschätzen, was da drin wäre.

Welche Mannschaften gehören für Sie zu den Favoriten auf die Meisterschaft?

Fischer: Wenn man die Mannschaften vorher noch nicht auf dem Eis gesehen hat, ist das immer schwierig einzuschätzen. Das kann sich von Saison zu Saison ändern. Ich denke aber, dass es zwischen einigen Teams eng wird.

Bleibt neben dem Eishockey nun eigentlich auch noch Zeit, am Wochenende mit Ihrem Partner Sergej Littau auf den Fußballplatz zu gehen?

Christina Fischer, neue sportliche Leiterin der Hornets. Foto: David Oliver Betz

Fischer: (lacht). Ja, wenn der Spielplan der Hornets es zulässt, werde ich auf jeden Fall auch weiterhin meinen Freund (Spieler bei Oberligist FSV Jägersburg, Anm. d. Red) auf dem Fußballplatz unterstützen. Es sind ja nur selten samstags Spiele der Hornets, sondern eher freitags und sonntags. Das passt ganz gut, da die Fußball-Oberliga meist an Samstagen spielt.