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Derby in Jägersburg: David gegen Goliath

Derby in Jägersburg : David gegen Goliath

Der FC Homburg trifft erstmals in einem Punktspiel auf den FSV Jägersburg – und will nach sechs Siegen auch das Derby dominieren.

An diesem Samstag ist es im Jägersburger Alois-Omlor-Sportpark soweit: Um 15.30 Uhr stehen sich der FSV Jägersburg und der souveräne Spitzenreiter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der FC Homburg, gegenüber. Zum ersten Mal treffen beide Vereine in einem Punktspiel aufeinander, und unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen für diese Begegnung nicht sein.

Während die Jägersburger einen Gesamtetat von knapp 100 000 Euro haben, stehen dem FC Homburg 1,7 Millionen Euro für seinen Haushalt zur Verfügung. Während die Oberligaspieler des FSV Jägersburg, wie übrigens bei den meisten anderen Oberliga-Mannschaften in Deutschland, einem Beruf oder einer Ausbildung nachgehen und daher erst am frühen Abend trainieren, wird der FC Homburg ausschließlich mit Vollprofis antreten. Drei- bisweilen auch vier Mal in der Woche wird bei Oberligateam des FSV Jägersburg trainiert. FCH-Trainer Jügen Luginger bittet seine Profis fünf- bis sechsmal pro Woche zur Übungseinheit.

Dennoch: Auch wenn der FC Homburg bisher seine sechs Saisonspiele für sich entscheiden konnte, soll beim Tabellensechzehnten FSV Jägersburg mit erst einem Sieg (3 Punkte) kein Schlendrian aufkommen. FCH-Trainer Jürgen Luginger spricht von einer FSV-Mannschaft, die nicht so schlecht sei, wie es der Tabellenplatz vermuten ließe. „Sie haben einige gute und auch erfahrene Spieler in ihren Reihen“, erklärt der 49-jährige Fußballlehrer der Grün-Weißen. Dazu zähle unter anderem auch Mittelfeldspieler Frederic Ehrmann, den Luginger aus seiner Zeit beim 1. FC Saarbrücken noch gut kennt. Der damalige FCS-Trainer beförderte Ehrmann im Juni 2013 von der zweiten in die ersten Mannschaft.

„Ein solches Lokalderby ist nicht so einfach. Zumal wir hier ganz klarer Favorit sind“, warnt Luginger vor der keinesfalls einfachen Aufgabe. Seine Forderung: „Wir müssen, wie bisher, alles zeigen und an unser höchstes Leistungspotential herankommen. Wenn wir an die bisherigen Leistungen aus dieser jungen Saison herankommen, dann gewinnen wir. Anonsten wird’s eng.“ Der Trainer der Grün-Weißen duldet keine Nachlässigkeiten – und seine Spieler wissen das.

Beim jüngsten 2:0-Heimsieg gegen den FV Diefflen zeigte Luginger sich Mitte der ersten Halbzeit äußerst unzufrieden, wie man an der Seitenlinie unschwer erkennen konnte. Alle Reservespieler mussten sich warmmachen, als Zeichen an die ersten Elf, dass sie mehr zeigen müssen. Mit dem Auftreten seines FCH war Luginger zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einverstanden. „Wir waren nach dem Plartzverweis in Überzahl und dachten, dass wir nicht mehr ganz soviel machen müssen. Man dachte: Irgendwann schießen wir doch die Tore“, so Luginger. Doch so eine Einstellung dulde er nicht und in der Halbzeitpause gab es dann klare Worte an seine Mannschaft. Diese fruchteten, wie man zu Beginn der zweiten Spielhälfte sehen konnte. Nun lief es wie geschmiert bei den Grün-Weißen, es gab viele Torchancen und dann auch den verdienten Sieg.

FCH-Mannschaftskapitän Christian Telch ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz und unterstreicht dessen Vorgaben, „Wir müssen mit höchster Konzentration antreten. Für Jägersburg ist das Derby gegen uns das Spiel des Jahres. Sie werden alles geben, um sich gut aus der Affäre zu ziehen. Der FSV hat überhaupt nichts zu verlieren“, sagt er warnend. Man dürfe nicht den Hauch daran denken, dass man als souveräner Spitzenreiter leicht Sieg Nummer sieben und damit locker die Punkte einfahren werde. „Jägersburg hat zwar bisher fünfmal verloren, aber oft war auch viel Pech dabei“, so Telch. So sei Jägesburg gegen den Regionalligaabsteiger Eintracht Trier bei ihrer 2:3-Heimniederlage weit unter Wert geschlagen worden. „Wenn wir Jägersburg unterschätzen, kann das schnell nach hinten los gehen!“ Soll heißen: Dann könnte der kleine David (FSV) den großen Goliath (FCH) besiegen und mit Punktverlusten mehr als nur ärgern.

Mindestens 1000 Zuschauer werden auf der kleinen Rasensportanlage in Jägersburg erwartet. Eine ganz besondere Kulisse, auf die sich Luginger und Telch sowie dessen Mitspieler freuen. Mit dieser Zuschauerzahl ist der FSV-Sportpark weitgehend ausgefüllt. „Das wird ein tolles Event – auch für uns“, sagt Telch, der mit seinen Kameraden auf eine Heimspiel-Atmosphäre hoffen kann. Gut 800 der Zuschauer werden wohl den Traditionsvereins FC Homburg unterstützen.

Homburgs Trainer Jürgen Luginger gibt von der Seitenlinie viele Anweisungen. Foto: Markus Hagen

Während Jürgen Luginger nicht verraten wollte, ob er heute wieder David Salfeld oder doch dessen Konkurrenten Mark Redl im Tor antreten lässt, muss er auf Jens Meyer verzichten. Der FCH-Neuzugang vom 1. FC Saarbrücken muss wegen einer Knieverletzung (Meniskus) eine Woche pausieren.