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Homburg-Ost wird wieder Stadtrats-Thema

Kostenpflichtiger Inhalt: Umstrittener Autobahnanschluss bleibt Dauerthema : Homburg-Ost wird wieder Thema im Stadtrat

Vermutlich im Juli soll noch einmal erörtert werden, welche Variante realisiert wird. Das Land hat andere Vorstellungen als die Stadt.

Die Corona-Krise hat die Planungen für den Autobahnanschluss Homburg-Ost für einige Wochen in den Hintergrund treten lassen. Doch es geht hinter den Kulissen weiter und in vermutlich zwei Monaten kommt der Homburger Stadtrat wieder zum Zuge.

Rückblick: Schon zweimal galt es für das Gremium, sich zwischen den verschiedenen Varianten für die A6-Anbindung Homburg-Ost zu entscheiden. 2011 gab es noch derer fünf, zuletzt waren zwei Varianten im Rennen. Bei „Variante 1“ (5 Millionen Euro teuer) würde die Autobahn hinter Reiskirchen mittels zweier Rampen an die L 118 angebunden, bei „Variante 2“ (9 Mio.) gäbe es eine Strecke mit neu zu bauender Zubringerstraße und quer durch den Erbacher Wald. Der Homburger Stadtrat hatte im Dezember 2018 für Variante 2 votiert und etwas überraschend mehrheitlich dieses Votum im Oktober 2019 untermauert – obwohl da der Zuspruch für Variante 2 schon merklich gebröckelt war, etwa aus Naturschutz- und Kostengründen. Nicht zuletzt hatte bei der Stadtratssitzung ein Vertreter des Landesbetriebs für Straßenbau, der für die Umsetzung verantwortlich ist, deutlich gemacht, dass seine Behörde nur Variante 1 weiterplant. Eine Umweltverträglichkeitsstudie habe ergeben, dass Variante 1 hier viel besser abschneidet.

Die Homburger Verwaltung wollte also nach dem Ratsvotum Variante 2 weitervorantreiben, der LfS Variante 1. Geplant war schließlich im Januar ein Vorgespräch zum weiteren Vorgehen beim BMVI mit der Stadtverwaltung Homburg. Folgen sollte ein Gespräch zwischen Vertretern des Landesbetriebs für Straßenbau im Saarland (LfS) und dem Bundesverkehrsministerium (BMVI). Das erste Gespräch musste Bürgermeister Michael Forster (CDU) krankheitsbedingt absagen.

Anfang März nun haben sich Stadtverwaltung Homburg und das Land auf die weitere Vorgehensweise verständigt, wie Stadtsprecher Jürgen Kruthoff und Dennis Kollmansperger, Sprecher des Saar-Wirtschaftsministeriums, im fast identischen Wortlaut auf Anfrage mitteilen.

Die Planung ist laut Kruthoff „mittlerweile soweit fortgeschritten, dass nun die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange im frühzeitigem Planungsprozess eingeholt werden können“. Das übernehme die Stadt Homburg. Sie kontaktiere zeitnah die Oberste Naturschutzbehörde (MUV) beziehungsweise die Naturschutzbehörde (LUA) im Rahmen der „Antragskonferenz in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung“. Die Behörden müssten sich dann zur Umsetzungschance von Variante 2 äußern, vor allem die Umweltbelange gelte es dabei zu berücksichtigen. Entsprechend der Variantenuntersuchung hole man dort auch die Stellungnahme zum beschlossenen Planfall 2 (Variante 2) ein, der wesentlich größere Umweltauswirkungen habe als Planfall 1 (Variante 1).

Die Straßenbauverwaltung, also der Saar-Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), hat derweil, so Ministeriumssprecher Kollmannsperger, „das Ergebnis der Voruntersuchung unter Angabe der Variante 1 als Vorzugsvariante beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur [BMVI] vorgelegt und um eine Bewertung beider Varianten gebeten“. Sobald die Bewertung durch das BMVI erfolge, liege eine verbindliche Aussage des Bundes als wesentlicher Kostenträger zum weiteren Planungsfortschritt vor.

Die Ergebnisse zu beiden Vorgängen würden bis Anfang Juni 2020 erwartet und dem Homburger Stadtrat vorgelegt, um eine etwaige Neubewertung vornehmen zu können. Eine Behandlung im Stadtrat sei vermutlich für den 28. Mai noch nicht möglich, sondern erst in einer späteren Sitzung, sofern die genannten Ergebnisse wirklich Anfang des kommenden Monats vorliegen sollten. Der nächste Stadtrat tage nach dem 28. Mai wieder regulär am 2. Juli, so Kruthoff. Es könne aber auch zuvor noch eine Sondersitzung geben.

Klar ist eines: Der Fall „Autobahnanschluss Homburg-Ost“ ist noch sehr lange nicht gelöst. Erst wenn das BMVI entschieden hat, welche Variante es bezahlt, kann der LfS die Entwurfsplanung weiterführen. Im Stadtrat hatte ein LfS-Vertreter im Oktober davon gesprochen, dass ein Bau frühestens 2024 denkbar sei. Zuvor müsse die Stadt noch Baurecht schaffen. Und es gibt bei alledem noch eine Variable, die alles beeinflussen könnte: Ab dem 1. Januar 2021 ist nicht mehr der LfS zuständig, sondern die neue Autobahn GmbH.