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Amtszeit des Kreisvorsitzenden Edgar Wallitt verlängert sic in Corona-Krise

Fußball in Coronazeiten : Nachspielzeit für Edgar Wallitt

Bei den Fußballern ruht nicht nur der Ball. Auch der Kreistag der südwestpfälzischen Fußballer wurde verschoben. Damit geht die Amtszeit des Kreisvorsitzenden in die Verlängerung.

„So eine gravierende Situation haben wir noch nie erlebt“, sucht auch der Vorsitzende des Fußballkreises Pirmasens-Zweibrücken, Edgar Wallitt, nach den richtigen Worten, um die Lage des Fußballs in der Corona-Krise einzuordnen. „Und das betrifft nicht nur den Fußball. Das trifft die ganze Gesellschaft“, fügte der stellvertretende Kreisvorsitzende Rainer Ehrgott hinzu. Der Fußballspielbetrieb sei dabei nur ein „kleiner Teil der Gesellschaft“.

Dennoch müssen sich auch die Sportfunktionäre mit ihrem Teil befassen. Und das betrifft nicht nur den Spielbetrieb. Auch das Verbandswesen. So wurde die für Samstag, 18. April, geplante Sitzung des Fußballkreises erst einmal auf Freitag, 29. Mai, verlegt. Und auch der Termin sei noch nicht sicher. „Bis dahin liegt erst einmal alles auf Eis“, erklärt Wallitt.

Durch die Verschiebung geht auch die Amtszeit von Wallitt in die Verlängerung. Eigentlich wollte der 61-jährige am Samstag sein Amt, wie bereits vor zwei Jahren angekündigt, niederlegen. „Aber jetzt lasse ich meine Kollegen im Sportausschuss in der Situation nicht im Stich“, verspricht er. Bis zum Kreistag im Mai, „oder die eine oder andere Woche später“ bleibe er im Amt. Die Mannschaft für den Ausschuss stehe, erklärt Wallitt. Ehrgott soll dabei den Vorsitz übernehmen.

Edgar Wallitt hätte sich einen ruhigeren Abschied in die Funktionärs-Ruhezeit gewünscht. „Aber die Situation ist jetzt wie sie ist.“ Seit acht Jahren ist der Schornsteinfegermeister Kreisvorsitzender. Davor war er bereits über zwei Jahrzehnte im Fußball-Kreisausschuss. Und ebenso lange als Schiedsrichter aktiv. „Das war eine schöne Zeit. Aber irgendwann ist auch mal Zeit, ade zu sagen“, meint Wallitt.

Bis dahin muss er noch über für den Amateurfußball wichtige Entscheidungen mit beraten und mitentscheiden. So reden am Dienstag, 21. April, die Mitglieder des Präsidiums des Südwestdeutschen Fußballverbands in einer Videokonferenz, ob und wie der Spielbetrieb der Amateurfußballer in dieser Runde fortgesetzt wird.

Wobei Ehrgott vermutet, dass die Entscheidung des SWFV mit den übrigen Verbänden des Regionalverbands abgesprochen wird. „Es wäre schwer zu vermitteln, wenn auf dem TSC-Platz oder in Hornbach Fußball gespielt werden kann und ein paar Kilometer entfernt in Altheim oder Einöd nicht. Oder umgekehrt“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende.

Vor der Konferenz mit den Präsidiumskollegen wollte Edgar Wallitt noch nicht viel sagen. „Das liegt auch nicht allein in der Hand der Fußballer. Da müssen wir uns wie alle an die Vorgaben der Politik halten.“ Wallitt ist skeptisch, dass bei der Weiterführung des Spielbetriebs, die Zuschauer in Massen zu den Sportplätzen der unteren Klassen kommen. „Finanziell würde uns Amateurvereinen die Fortsetzung nicht all zu viel bringen“, schätzt der Kreisvorsitzende.

Wie Wallitt spricht auch sein Stellvertreter Ehrgott neben den Auswirkungen auf den Spielbetrieb von den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für die Amateurvereine. „Da fehlen die Einnahmen von den Spielen, vom Wirtschaftsbetrieb, von Sport- und anderen Festen.“ Beim Spielbetrieb fragt Ehrgott wann die Spiele ausgetragen werden sollen. So hätten von der A-bis zur C-Klasse-Vereine mit Nachholpartien noch bis zu 13 Partien zu absolvieren.

Rainer Ehrgott denkt, dass sich die Verbände bezüglich Spielbetrieb abstimmen müssten. Foto: Picasa
Der Kreisvorsitzende Edgar Wallitt hätte sich einen ruhigeren Abschied gewünscht. Foto: Esther Bischoff

Bei einem möglichen Abbruch favorisieren Wallitt und Ehrgott, dass die jeweiligen Tabellenführer aufsteigen. Wallitt: „Es wäre zum Beispiel dem SV Battweiler schwer zu erklären, dass er nicht aufsteigen kann.“ Battweiler liegt über 15 Punkte vor den Verfolgern. Absteigen lassen möchte Wallitt aber auch keine Mannschaft. „Dann müssten die Vereine in der nächsten Saison mit größeren Klassen und mehr Absteigern leben.“