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Der TV Homburg steigt in die Oberliga auf

Handball-Saarlandliga : Der TV Homburg ist Oberligist!

Der saarländische Handballverband hat die Saison komplett abgebrochen. Die Tabellenführer – und das ist in der Saarlandliga der TV Homburg – dürfen aufsteigen. Bei Oberligist SV 64 Zweibrücken dürfte der Aufstieg in Liga drei ebenfalls sicher sein. Final entschieden wird das aber erst am 15. April.

Die Handballer vom TV Homburg stehen als Aufsteiger in die Oberliga RPS fest. Die Freude darüber hielt sich bei den Saarpfälzern aber zunächst in Grenzen. Denn durch den Abbruch der Handball-Saison in allen Klassen unterhalb der ersten Bundesliga vollzieht der TVH den Aufstieg nicht auf dem Spielfeld vor den eigenen Zuschauern. Nach Beschluss des Saarländischen Handballverbandes vom Mittwochabend werden nämlich die aktuellen Tabellen der saarländischen Handball-Spielklassen zur Wertung kommen. Die Spitzenreiter, so auch der TV Homburg in der Saarlandliga, dürfen aufsteigen. Relegationsspiele gegen die Tabellenführer der anderen Verbände entfallen. Absteiger gibt es keine.

Homburg lag in der Saarlandliga im Hinblick auf die Verlustpunkte vier Zähler vor dem ärgsten Verfolger HSV Merzig-Hilbringen, hatte also ohnehin beste Chancen auf den Aufstieg. Dennoch war die Freude bei den Verantwortlichen gedämpft.

 „Wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt, um offiziell Meister zu sein und als Titelträger in die Aufstiegsspiele zu gehen“, sagt TVH-Trainer Mirko Schwarz. Die Entscheidung, die Runde aufgrund der Coronavirus-Pandemie abzubrechen, hält er aber für richtig: „Die Gesundheit steht vor dem Sport.“

Zumindest mit dem nackten Ergebnis der abgebrochenen Runde ist Schwarz aber naturgemäß zufrieden: „Unser Saisonziel war der Aufstieg. Und das haben wir erreicht.“

Dass dies jetzt bereits feststeht, liegt auch daran, dass die Relegationsrunde für die Meister der höchsten Spielklassen des Saarlandes, aus der Pfalz, Rheinhessen und dem Rheinland ebenfalls abgesagt wurden. „Wenn man berücksichtigt, dass wir mit unserem kleinen Kader und Verletzungssorgen klar auf Platz eins in der Saarlandliga lagen, haben wir sehr gut gearbeitet“, lobt Schwarz.

Auch Jörg Ecker, TVH-Abteilungsleiter Handball, spricht von einer gelungenen Saison: „Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben.“ Dennoch stehen ihm die Sorgenfalten auf die Stirn geschrieben. Er sieht schwere Zeiten auf den Handballsport zukommen. „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass wir in diesem Jahr noch zum normalen Spielbetrieb zurückkehren können.“ Ecker könnte sich sogar vorstellen, dass statt im Oktober eventuell erst im Januar 2021 wieder der Ball fliegt.

Neben dem TV Homburg steigen auch der TuS Daun (Rheinland) und der TV Nieder-Olm (Rheinhessen) auf. Offen ist, wer aus der Pfalzliga in die RPS-Oberliga rückt. Der aktuelle Tabellenführer der abgebrochenen Saison, die MSG Mutterstadt/Ruchheim hat angekündigt, auf einen Aufstieg zu verzichten. Auch der Ligazweite TSV Ingelheim möchte nicht als Nachrücker hochgehen. Möglicherweise würde der Ligadritte HSG TSG Kaiserslautern/1. FC Kaiserslautern den Aufstieg wahrnehmen. Die RPS-Oberliga der Saison 2020/21 würde dann mit 18 Teams, statt wie bisher mit 16, in die Runde gehen. „Das wären dann 34 Spieltage, die man aber nach dem bisherigen Modus nur durchbringt, wenn man spätestens im Oktober anfängt“, meint Ecker. Sollte die Runde erst im Januar losgehen, kann er sich folgendes Modell vorstellen: Die jeweils vier besten Mannschaften aus zwei Neuner-Gruppen ermitteln in einer Play-Off Runde den Meister. Analog sollen die Ränge neun bis 18 ausgespielt werden. Bange ist Ecker vor der neuen Saison nicht: „Wir haben uns sehr gut verstärkt“, meint er. Mit dem rechten Rückraumspieler Marvin Mebus (HF Illtal), Torwart Benedikt Berz (SV 64 Zweibrücken) und Linksaußen Richard Wilga (VTZ Saarpfalz) kommen drei Spieler, die in der abgebrochenen Runde in der Oberliga auf dem Parkett standen. Zudem kehrt Kreisläufer Muhamet Durmishi nach einem Jahr bei den HF Illtal zurück. Eine Baustelle gibt es dennoch: „Nach der schweren Verletzung von Edvinas Vorobjovas müssen wir im rechten Rückraum noch etwas tun“, sagt Ecker. Vorobjovas wird nach einem Kreuzband- und Innenmeniskusriss voraussichtlich über ein Jahr fehlen.

Zudem sucht der TVH noch einen Rechtsaußen und mehrere Perspektivspieler. „Unser Kader wird größer und qualitativ stärker sein“, verspricht Ecker. Und das obwohl mehrere Säulen des Aufstiegskaders dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Leo Frisch, Matthias Mohn, Philipp Rauchschwalbe und Top-Torschütze Philipp Daume werden aus beruflichen Gründen nur noch für die Reserve auflaufen. Auch Torwart Christian Ruppert rückt in die Zweite – steht aber als Backup für das Oberliga-Team parat.

Der TV Niederwürzbach beendet die Saison in der Saarlandliga unterdessen als Achter, der SV 64 Zweibrücken II als Sechster.

Auch in der Handball-Oberliga RPS ist die Saison abgebrochen worden. Souveräner Tabellenführer war dort der SV 64 Zweibrücken. Offiziell ist aber noch nicht bekanntgegeben, dass der SV 64 in der kommenden Saison in der dritten Liga an den Start gehen darf. Die finale Regelung, wie im Hinblick auf Auf- und Abstiege verfahren wird, will der DHB-Bundesrat am 15. April beschließen.

 SV-Trainer Stefan Bullacher glaubt aber daran, dass seine Mannschaft in der kommenden Runde drittklassig spielt. „Wir haben sowohl positive Signale von Ulf Meyhöfer, dem Präsidenten des Pfälzer Handballverbandes als auch vom HV-Saar-Präsidenten Eugen Roth bekommen“, verrät der Übungsleiter. Zwar hätte Bullacher den – wahrscheinlichen – Aufstieg lieber mit den eigenen Anhängern gefeiert – den Abbruch der Saison hält er aber für „alternativlos“. „Das Leben der Menschen ist gerade so eingeschränkt und schwierig, da ist Sport nicht wichtig. Ich hätte es mir anders gewünscht, aber wir hatten in dieser Saison schon tolle Handball-Partys vor tausend Zuschauern. Gerade in der jetzigen Situation muss dann kein rauschender Saisonabschluss sein.“

Stefan Bullacher, Trainer des SV 64 Zweibrücken. Foto: maw/Martin Wittenmeier

Freuen darf sich indes die zweite Damenmannschaft des Vereins, die in der Saarlandliga beim Saisonabbruch souveräner Tabellenführer (34:0 Punkte) war und somit Meister ist. Aufsteigen dürfen die SV II-Damen aber nicht, da die erste Mannschaft bereits in der Oberliga spielt und dort Rang drei belegt hat. Aufsteigen darf dafür die dritte Herrenmannschaft der 64er, die die Tabelle in der A Liga Ost beim Abbruch mit 26:0 Punkten anführten.