Filmkritik zu Enzo udn die wundersame Welt der Menschen - mit Trailer

Über den besten Freund des Menschen : „Enzo und die wundersame Welt der Menschen“

Es gibt Rennfahrer, die wachsen mit den Schwierigkeiten auf der Strecke. Umso größer die Herausforderung, desto überlegener dominieren sie ihre Gegner.

Enzo (gesprochen von Kevin Costner) ist ein Hund, der die Menschen versteht und dadurch selbst etwas Menschliches bekommt. Das entspricht seinem Wunsch: Er würde gerne sprechen können, einen Daumen haben und ein schnelles Auto fahren. Die Idee, einen Hund die Geschichte erzählen zu lassen, hat etwas selbstbewusst Literarisches, aber auch Märchenhaftes. Im Mittelpunkt des Films steht ein aufstrebender Rennfahrer aus Seattle. Er kauft einen kleinen Welpen und nennt ihn Enzo, nach dem berühmten Gründer des Autokonzerns Ferrari. Wenig später lernt Denny die schöne Eve (Amanda Seyfried) kennen, die keine Hunde mag und von Enzo eifersüchtig angekläfft wird. Trotzdem freunden sich die beiden miteinander an. Dann kommt Zoe zur Welt, womit die Familie komplett ist.

Denny versucht derweil, seine Karriere nicht aus den Augen zu verlieren. Er nimmt Enzo mit zur Rennstrecke, wo der Hund begeistert die Atmosphäre vom Benzingeruch bis zum Rausch der Geschwindigkeit in sich aufnimmt. Plötzlich ist Eve tot, gestorben an Krebs, und ihre Eltern haben nichts Besseres zu tun, als Denny das Sorgerecht für die kleine Zoe streitig zu machen. Diese dramatische Zuspitzung durch Tod und Trauer sowie der konstruierte Sorgerechtsstreit belegen die prätentiöse Dramaturgie der Handlung. Am Schluss löst sich alles in Wohlgefallen auf, der Streit hat keine Folgen, nichts wird nachgetragen. Ansonsten gefällt sich die Inszenierung darin, Enzo als knuffigen Gefährten seines Herrchens zu beschreiben. Der Hund versteht auch alles, vom Familienstreit bis zur Eifersüchtelei, vom Spaß am Autofahren bis zur tatkräftigen Lösung unüberwindlich scheinender Konflikte.

Darin liegt allerdings der große Irrtum dieses Films: Menschen lieben Hunde, weil sie Hunde sind, nicht, weil sie sich wie Menschen benehmen. Dass diese Vorstellung dann auch noch in ein kitschiges Happy End mündet, ist unverzeihlich.

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