Kritik zu „Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm“ - mit Trailer

Knetfiguren im Kino : Wie Schafe einen Außerirdischen retten wollen

✮✮✮✮ „Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm“ von Will Becher: Ausgeklügelte Spannung.

Wie soll ein Schaf sich in Ruhe auf der Weide austoben oder mit Hofhund Bitzer zanken, wenn ständig etwas Unerwartetes dazwischen kommt? Genauso gestalten sich die Dinge an diesem Abend, kurz nachdem Shaun für sich und seine Wollkomplizen eine Ladung beim Pizzaservice bestellt hat. Schlimm genug, dass Bitzer die meisten Pizzapackungen abfangen kann; die eine, die durchkommt, ist aber auch fast leer. Eine Spur führt in die Scheune. Shaun forscht nach und stößt auf ein süßes blaues Wesen, das sich als Lu-La vorstellt, ziemlich nett ist, beträchtlich viel essen kann, aus einer anderen Welt kommt und am liebsten sofort wieder dahin zurück möchte.

Für Shaun liegt der Fall klar: Dem kleinen Wesen muss geholfen werden; da zieht auch die Schafbande und sogar Bitzer mit. Aber auch andere Gestalten haben Lunte gerochen. Auch der Farmer hat verstanden, was auf seinem Anwesen los ist und nun mit Feuereifer einen Themenpark zusammengenagelt, der ihm unter dem Titel „Farmageddon“ volle Kassen für einen neuen Mähdrescher bescheren soll. Nicht minder entschlossen legt auch eine Frau von der Regierung los, die als Kind auf Außerirdische traf, aber nicht mit ihnen reisen durfte. Diese Enttäuschung will sie ausgleichen, indem sie Lu-La einfängt und behält.

Soviel ist nach einer halben Stunde im neuen Film der englischen Knetgummi-Trickschmiede Aardman klar: Das wird eine aufregende Nacht für alle Beteiligten, und für die Zuschauer ein einziges großes Vergnügen. Denn anders als im ersten „Shaun das Schaf“-Kinofilm konnte die Mischung aus unbeschwertem Spaß und jener präzise ausgeklügelten Spannung, die schon „Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“ zum Erlebnis machte über die volle Distanz gehalten werden. Kinder dürfen mit unverstelltem Blick die Methoden von Slapstick und Nervenkitzel erleben. Die Erwachsenen werden sich amüsieren, wie gut lieb gewonnene Klischees auch in der Parodie immer wieder funktionieren, wenn sie nur für sich ernst genommen werden. Vor allem aber hat man bei Aardman seine Lehren aus dem Scheitern des eigenen Films „Early Man“ aus dem letzten Jahr gezogen und den Redefluss auf ein Minimum reduziert.

GB/USA/Frankreich 2019, 86 Min.; Regie; Will Becher, Richard Phelan; Buch: Jon Brown, Mark Burton; Kamera: Charles Copping; Musik: Tom Howe.

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