Kritik zu „Get lucky“ von Ziska Riemann - mit Trailer

Palina Rojinski als Sexologin : „Get lucky“ von Ziska Riemann: Plumpe Komödie

Der Film lässt keine noch so plumpe Gelegenheit aus, unter die Gürtellinie zu gehen. Kernhandlung ist, dass eine Horde Jugendlicher, von denen die meisten sehnlichst auf ihr erstes Mal warten, Urlaub bei der Tante von zwei der Mädchen macht.

Die ist laut Türschild ausgerechnet Sexologin.

Teilweise wirken Gespräche wie Handlung vollkommen absurd. Wenn etwa eines der Mädchen seine Schamhaare professionell entfernen lassen will und die vermeintliche Fachfrau eine Tafel mit möglichen Intimfrisuren präsentiert: darunter die Modelle „Hashtag“ und „Fidget Spinner“. Die Jungen treten zum Wett-Onanieren am Strand an – „Dorf gegen Stadt“. Und alle zusammen überbieten sich im Synonyme finden für das weibliche Geschlechtsteil: „Tiefgarage“, „Drive in“, „Saftpresse“.

Dann wieder bekommt der Film aufklärerischen Charakter. Etwa wenn die Mädchen diskutieren, ob sie „durch klitorale Stimulation oder durch den G-Punkt“ zum Orgasmus kommen oder die Jungen versuchen, Kondome über allerhand Holz- und Plastikdildos zu ziehen. Vor allem aber Tante Ellen, gespielt von TV-Moderatorin Palina Rojinski, informiert die Jungs anhand einer überdimensionalen Plüsch-Vagina darüber, wie man diese richtig streichelt, und stellt den Teenies ein XXL-Glas voller Kondome hin.

So wechselt „Get lucky“ (✮✮) ständig von komischen bis peinlichen Momenten zu ernsten Situationen. Das Publikum erfährt, dass Pornosex nicht unbedingt der Realität entspricht. Homosexualität wird auch thematisiert. Und zwischendurch schauen noch Jella Haase und Benno Fürmann in Nebenrollen vorbei. Ansonsten sind die Schauspieler bisher unbekannte Newcomer. Ob das Publikum ihr Debüt liebt, zum Schreien komisch findet oder sich fremdschämend aus dem Kinosaal schleicht, bleibt abzuwarten.

D 2019; 98 Min.; Regie: Ziska Riemann; Buch: O’Neil Sharma, Ziska Riemann, Madeleine Fricke; Besetzung: Jascha Baum, Luissa Cara Hansen, Bjarne Meisel.

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