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Hinter der Hamm-Kapelle in Wittersheim steht eine erfolgreiche Firma.

Kapellen und Wegekreuze : Eine Kapelle mit illustrer Geschichte

(bam) Am steilen Feldweg in der Verlängerung der Ormesheimer Straße, 200 Meter hinter den letzten Häusern bergan, findet sich links das Hamm-Kapellchen von Wittersheim, das bald 100 Jahre alt wird.

Drinnen steht hinter einem schmiedeeisernen Gitter der Sockel eines Kreuzes mit der Inschrift „Errichtet / zur Ehre Gottes / Familie Hamm / 1927“.Diese in Wittersheim lange ansässige Familie hat eine illustre Geschichte: Zwei ihrer Mitglieder, die Brüder Georg und Andreas Hamm, waren federführend in der „Pfälzischen Revolution“ 1849, als die Pfalz (zu der Wittersheim gehörte) sich vom Königreich Bayern lossagte und zur Republik erklärte. Nach Flucht, Verurteilung und Begnadigung kehrten sie zurück und führten ihre Glockengießerei in Frankenthal zu voller Blüte. Es wurde 1874 die über 26 Tonnen schwere „Kaiserglocke“ für den Kölner Dom hergestellt, die bis 1918 die größte freischwingende Glocke der Welt. Aus dem Unternehmen ging die „Heidelberger Druckmaschinen AG“ hervor, eine Firma von Weltruf. Georg Hamm ließ sich in den 1920er-Jahren wegen schwerer Krankheit in einer Heidelberger Klinik behandeln und stiftete aus Dankbarkeit für seine Genesung das Kapellchen.