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Traditionsvereine melden sich zurück

Traditionsvereine melden sich zurück

Fahrstuhl nach oben: Arminia Bielefeld und der MSV Duisburg haben die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt gemacht und können jetzt ausgiebig feiern. Beide Traditionsclubs haben eine turbulente Zeit hinter sich.

Arminia Bielefeld und der MSV Duisburg feiern ihre emotionale Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga. "Wir sind endlich wieder da, wo wir hingehören. Das ist so wichtig für den Verein und die gesamte Region", sagte MSV-Vorstand und Club-Legende Bernard Dietz , als den Duisburgern der Aufstiegsplatz nach dem 37. Spieltag in der 3. Liga nicht mehr zu nehmen war. Noch auf dem Rasen wurde der Party-Marathon mit den Fans eröffnet. Mit großer Leidenschaft hatten die Zebras am Samstag Verfolger Kiel 3:1 bezwungen und den Aufstieg perfekt gemacht.

Auch bei der Arminia, der ein 2:2 gegen Jahn Regensburg reichte, kam es zum Platzsturm durch die Anhänger. "Wir haben uns das verdient, die Mannschaft hat eine tolle Saison gezeigt", meinte Bielefelds Trainer Norbert Meier. Noch am Samstag wurde die Party auf dem Bielefelder Rathausbalkon und mit dem Empfang bei Oberbürgermeister Pit Clausen fortgesetzt.

Beide Traditionsclubs aus Nordrhein-Westfalen eint eine turbulente Vergangenheit, in der einige Rückschläge weggesteckt wurden. "Einmal Hölle und zurück", stand auf den Aufstiegs-Shirts der Duisburger, für die eine bemerkenswerte Leidenszeit endete. 2013 war dem MSV wegen gravierender wirtschaftlicher Defizite die Zweitliga-Lizenz entzogen worden. Es drohte sogar die Insolvenz. Die Unterstützung der Fans und ein Schuldenschnitt halfen dem Club. "Ohne unsere Fans und die Sponsoren würde es den MSV Duisburg nicht mehr geben", meinte Sportdirektor Ivica Grlic.

Mit Trainer Gino Lettieri stellte Grlic eine Mannschaft zusammen, die sich im Saisonverlauf steigerte und zuletzt sechs Siege in Serie feierte. "Der Aufstieg ist einfach ein geiles Gefühl", sagte Torjäger Kingsley Onuegbu (14 Treffer), ebenso wie Zlatko Janjic (17) einer der Erfolgsgaranten. "Es ist großartig, was sich hier entwickelt hat", erklärte Torhüter Michael Ratajczak.

Auch in Bielefeld wurde eine turbulente Zeit gekrönt. Vor einem Jahr lag die Arminia nach der Pleite in dramatischen Relegationsspielen gegen Darmstadt völlig am Boden. Doch in dieser Saison zog Bielefeld nach Siegen gegen drei Bundesligisten ins DFB-Pokal-Halbfinale ein und dominierte auch die 3. Liga. Möglich machte die Erfolgsstory Trainer Norbert Meier, der nur zu genau weiß, wie Aufstiege funktionieren. Den MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf führte er in die Bundesliga. Dass Meier trotz des Abstiegs vor einem Jahr in Bielefeld geblieben ist, hat ihm das Umfeld hoch angerechnet. "Er ist fleißig und akribisch. Man sieht, dass sich die Mannschaft unter seiner Führung weiter entwickelt hat", urteilte Sportdirektor Samir Arabi.

Bezüglich der mittelfristigen Ziele bleibt Arabi vorsichtig: "In der 2. Liga sind wir nur ein kleiner Fisch." Schließlich belasten den Traditionsclub trotz der Einnahmen aus dem DFB-Pokal von etwa fünf Millionen Euro noch Altlasten in Höhe von etwa 22 Millionen Euro.