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Abstiegskampf wird zum Affen-Tanz

Abstiegskampf wird zum Affen-Tanz

Die Entscheidung im Abstiegskampf fällt am letzten Spieltag. Der Hamburger SV und der SC Paderborn waren am Samstag die großen Verlierer. Der SC Freiburg, Hannover 96 und der VfB Stuttgart sind im Vorteil.

Der Wahnsinn dauert noch 90 Minuten. Ein Spiel trennt sechs Clubs von Himmel oder Hölle. Im irren Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga kann am letzten Spieltag noch fast alles passieren, sogar ein Patt ist möglich. Die Szenarien für das Saisonende am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) sind kaum noch zu zählen.

"Was wäre wenn" - das beschäftigt neben dem SC Paderborn (31 Punkte) und dem Hamburger SV (32) auch den VfB Stuttgart (33), Hannover 96 , den SC Freiburg (beide 34) sowie Hertha BSC (35). Dass sich Paderborn und Stuttgart sowie Hannover und Freiburg in direkten Duellen gegenüberstehen, treibt die Spannung auf die Spitze. Und kurios kann es auch noch werden: Sollte der HSV gegen Schalke 04 gewinnen, die Partie in Paderborn torlos enden und Hannover 2:4 gegen Freiburg verlieren, wären 96 und der VfB punkt- und torgleich Vorletzter. Von dem Patt würden die Schwaben profitieren, da sie den direkten Vergleich gegen Hannover gewonnen haben.

Von diesem Happy End können die Hamburger nur träumen. Der Bundesliga-Dino blickt nach dem deprimierenden 1:2 (1:2) beim VfB in den Abgrund, der historische Absturz in die Zweitklassigkeit droht. "Wir sind jetzt von anderen abhängig", sagte Trainer Bruno Labbadia konsterniert. "Diese Ohnmacht fühlt sich beschissen an", ergänzte der starke Torwart René Adler .

Ähnlich geht es Aufsteiger Paderborn. "Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand. Es ist zum Kotzen", sagte Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp im Anschluss an das unglückliche 0:1 (0:0) durch ein Eigentor von Kapitän Uwe Hünemeier (88.) bei Schalke. Paderborn ist nun auf die Schützenhilfe der Königsblauen in Hamburg angewiesen.

Ganz anders sieht es in Stuttgart, Hannover (2:1 beim FC Augsburg ) und Freiburg (2:1 gegen Bayern München) aus. Dank ihrer Erfolge können sich alle drei Clubs aus eigener Kraft retten. Das gilt auch für die Hertha, die trotz des 0:0 gegen Eintracht Frankfurt bei 1899 Hoffenheim den Klassenverbleib klar machen kann.

Wie den Berlinern dürfte auch den Freiburgern ein Punkt reichen. Doch Trainer Christian Streich versuchte nach dem Coup gegen die Bayern und vor der Partie in Hannover krampfhaft, Bodenhaftung zu bewahren. "Wir dürfen jetzt nicht anfangen zu spinnen", mahnte Streich. Ein Punkt könnte für Hannover aufgrund der schlechteren Tordifferenz unter Umständen zu wenig sein. Deshalb beziehen die Niedersachsen erneut ein Trainingslager in der Klosterpforte in Marienfeld.

Sein "Finale", in dem er aus eigener Kraft den Klassenverbleib sichern kann, hat auch der VfB Stuttgart . Mit einem Sieg in Paderborn kann Trainer Huub Stevens die Schwaben zum Klassenverbleib führen. Das Bild des Tages lieferte VfB-Stürmer Martin Harnik ab, der seine Mitspieler nach seinem neunten Saisontor spontan zum "Affentanz" animierte. Es war die Replik auf die Schelte von Stevens gegen die Mannschaft unter der Woche ("Ihr seid Affen, das seid ihr!"). Stevens nahm es locker: "Das ist doch schön, dass sie das tun. Es muss doch Spaß machen." Der Ausdruck sei im Niederländischen "ganz harmlos".