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„Eine Revanche im Finale – das wäre was“

„Eine Revanche im Finale – das wäre was“

Im Bundesliga-Spitzenkampf der TG Saar gegen Meister MTV Stuttgart fiel die Entscheidung am Samstag erst beim letzten Reck-Duell. Der Turn-Krimi endete mit einer 28:34-Niederlage.

Die Turn-Fans in der Kreissporthalle Dillingen wollen rot sehen. Rot ist die Farbe der TG Saar . Die letzten Punkte, die am Samstag in der Dillinger Kreissporthalle auf der riesigen Anzeigewand auftauchen, sind aber blau. Blau steht für den MTV Stuttgart. Fünf Zähler gehen nach dem finalen Reck-Duell an den deutschen Meister und besiegeln die 28:34-Niederlage der Heimmannschaft.

Eben noch hatten rund 500 Zuschauer TG-Junior Luca Ehrmantraut Beifall gespendet. Nach der Wertung für Philip Sorrer hört man Pfiffe. "Bei mir hätte aber alles klappen müssen, und selbst dann hätte es nicht gereicht, weil Philip gut geturnt hat", seufzt Ehrmantraut und zeigt sich als fairer Verlierer. Der Frust ist dem 18-Jährigen aber deutlich anzusehen.

Fabian Hambüchen hatte ein enges Duell erwartet. Jetzt gibt der MTV-Star den Kindern gut gelaunt Autogramme und ist froh, die Punkte in der Tasche zu haben. "Beide Mannschaften haben kaum Fehler gemacht. Es war klar, dass es bis zuletzt spannend bleiben würde", sagt der 27-Jährige und schnauft durch.

Die Saarländer starteten mit einem 8:3-Erfolg am Paradegerät Boden. Waldemar Eichorn und Hambüchen sammelten für ihre Teams jeweils drei Punkte. Zum direkten Duell der Freunde kommt es nicht, aber die fliegenden Thomas-Kreisel in den Übungen ähneln sich sehr. "Alte Schule", meint Hambüchen grinsend. "Wir kennen uns schon seit 15 Jahren. Diese Teile haben wir zusammen einstudiert", erinnert Eichorn an gemeinsame Jugend-Jahre. Mit einem schlichten "Geil" und Handschlag kommentiert Hambüchen "Waldis" Übung am Pauschenpferd, für die der 28 Jahre alte Dillinger nach einer Wertungs-Korrektur zwei Punkte erhält. Somit geht auch das zweite Gerät (5:4) an die TG Saar , die nach den Ringen (3:8) zur Pause mit 16:15 führt.

Auch am Sprung (6:2) dominieren die Jungs von Trainer Viktor Schweizer, und Tobias Matzke kriegt sich nach dem Triumph über Hambüchen kaum ein. "Wahnsinn. Zwei Punkte - das bleibt für immer", jubelt der 21-Jährige. Oleg Wernjajew holt mit seinem Doppel-Salto mit halber Drehung die anderen vier Zähler. Am Barren (0:8) dreht sich das Blatt, und nach Hambüchens Reck-Show liegt die TG Saar mit 22:29 hinten. Eichorn (2) und Wernjajew (4) turnen ihr Team wieder auf 28:29 heran. Die Halle tobt, doch es reicht nicht. Das Mehrkampf-Duell gegen Hambüchen gewinnt Wernjajew mit 14:11. Freuen kann sich der Doppel-Europameister aber nicht: "Ich hätte auch gern den Wettkampf gewonnen, aber vielleicht gelingt mir ja beides im Finale."

Nach Saisonhälfte eins belegt die TG Saar hinter der punktgleichen KTV Straubenhardt Rang drei. Mit leicht schlechterer Gerät-Bilanz, aber leichterem Restprogramm stehen die Chancen auf den Einzug ins Finale nicht schlecht. Dies glaubt auch Hambüchen, der immer noch von Autogrammjägern umzingelt wird. "Wir verstehen uns mit den Saarländern super. Eine Revanche im Finale - das wäre was."