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HGS sucht immer dringender Spieler

HGS sucht immer dringender Spieler

Nach dem kurzfristigen Ausfall des zwei Meter großen Michael Schulz fehlte der HG Saarlouis im Heimspiel gegen den ThSV Eisenach ein kompletter Mittelblock – und so gab es eine 28:34 (12:18)-Heimniederlage.

Mit den Vokabeln "grandios" und "unglaublich" feierte Jörg Bohrmann am Samstagabend die Unterstützung des Publikums. Der Trainer des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis bedankte sich bei den 1130 Zuschauern in der Stadtgartenhalle, die seiner dezimierten Mannschaft trotz der deutlichen 28:34 (12:18)-Niederlage gegen den ThSV Eisenach nach dem Abpfiff stehende Ovationen widmeten.

Die Unterstützung der HG-Fans kam nicht von ungefähr: Der kurzfristige Ausfall von Michael Schulz (Infekt) vergrößerte das Lazarett auf vier Spieler. Ohne Schulz sowie die verletzten Marcel Engels (Syndesmoseband), Ibai Meoki (Adduktoren) und Philipp Kessler (Schulter) saßen nur drei Feldspieler auf der Auswechselbank. Die Vorzeichen standen also schon schlecht - nach 22 Minuten dann auch der Spielstand: 14:5 für die Gäste, nachdem Saarlouis mit 3:1 geführt hatte. Nun griff aber die motivierende Wirkung des Publikums. Und Saarlouis verkürzte bis zur Pause wenigstens auf 12:18.

"Die Phase nach unserer Führung haben wir einfach verpennt. Später lief es besser, aber da liefen wir schon dem Rückstand hinterher", sagte Peter Walz. Der Kreisläufer war mit zehn Treffern bester Werfer der Partie. Dabei verletzte er sich zu Beginn, als er mit seiner rechten Wurfhand in einem gegnerischen Trikot hängen blieb. Bestätigt sich der Verdacht auf einen Riss der Strecksehne des kleinen Fingers, droht auch Walz auszufallen.

Vier Eisenacher Riesen

Mit der seit dieser Saison möglichen Variante, für den Torwart einen siebten Feldspieler einzusetzen, entkräftete der ThSV die große HG-Stärke in den vergangenen Spielen: die offensive Abwehr. Gleich vier Riesen, nämlich Matthias Gerlich (2,04 Meter), Duje Miljak (2,02), Marcel Niemeyer (2,01) und Nicolai Hansen (1,96) stellten Saarlouis auch vor körperliche Probleme. Dank einer starken kämpferischen Leistung konnte die HG den zweiten Durchgang aber ausgeglichen gestalten (16:16). "Heute hat uns mit Michael Schulz und Philipp Kessler ein kompletter Mittelblock gefehlt, vor allem die Länge von Schulz (2,00 Meter, Anmerkung der Redaktion) gegen die Riesenleute von Eisenach und die Erfahrung von Kessler", resümierte Bohrmann. Er ergänzte: "Die Mannschaft hat erstmals in dieser Formation gespielt. Wenn die Alternativen fehlen, ist es schwierig, zu reagieren."

Der Saarlouiser Trainer betont schon seit Wochen, dass der kleine Kader um einen Spieler erweitert werden müsse. Die jüngsten Entwicklungen erhöhen den Druck. Bohrmann erklärt: "Problematisch ist, dass wir im Moment nicht genug Leute im Training haben, um bestimmte Abläufe einzustudieren. Leider sind wir im Zweitmannschafts- und A-Jugendbereich nicht so gut aufgestellt." Dennoch müssen Jugendspieler aushelfen, um im Training die Spielsituation Sechs gegen Sechs herzustellen.

"Wir hatten näheren Kontakt zu zwei Leuten. Beides hat sich aus privaten Gründen der Spieler zerschlagen", sagte der HG-Vorsitzende Richard Jungmann, ohne Namen zu verraten. Im Moment bestehe "kein heißer Kontakt zu einem Kandidaten". Denkbar wäre eine Zweitspielrecht-Lösung mit einem Ergänzungsspieler aus der Bundesliga. "Das eruieren wir derzeit. Aber viele Vereine suchen selbst noch nach Spielern. Der deutsche Markt ist aufgrund einer regelrechten Schwemme von Verletzungen nicht gerade erfolgversprechend", sagte Jungmann.