Erfolgs-Duo auseinander gerissen

Erfolgs-Duo auseinander gerissen

Der Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken kämpft heute Abend in der Joachim-Deckarm-Halle um den Einzug ins Halbfinale des ETTU-Pokals. Nach dem 2:3 im Hinspiel in Grodzisk stehen die Chancen ganz gut.

Bojan Tokic und Bastian Steger bilden eines der erfolgreichsten Duos der Tischtennis-Bundesliga des vergangenen Jahrzehnts. 2006 wurden sie mit dem TTC Frickenhausen deutscher Meister und gewannen im selben Jahr den ETTU-Cup und den DTTB-Pokal. Seit vier Jahren sind sie das Aushängeschild des 1. FC Saarbrücken, wurden mit dem Verein 2012 wieder deutscher Pokalsieger. Doch am Ende der Saison trennen sich ihre Wege. Während Tokic dem FCS weiter die Treue hält, sucht Steger bei einem anderen Verein eine neue Herausforderung (voraussichtlich Werder Bremen).

Heute Abend ab 19.30 Uhr haben die Anhänger des FCS möglicherweise zum letzten Mal die Chance, ihre beiden Pokalhelden von 2012 gemeinsam bei einem internationalen Wettbewerb an der Platte zu sehen. Im Viertelfinal-Rückspiel des ETTU-Cups kämpft der FCS in der Saarbrücker Joachim-Deckarm Halle gegen den polnischen Vizemeister Bogoria Grodzisk um den Einzug ins Halbfinale.

Das Hinspiel hatten Tokic, Steger und Tiago Apolonia am vergangenen Freitag mit 2:3 verloren. Dabei wurden ausgerechnet die beiden Topspieler zu tragischen Helden. Tokic verlor gegen den polnischen Spitzenspieler Daniel Górak und gegen den Koreaner Oh Sang Eun knapp im fünften Satz. Steger führte beim Stand von 2:1 für den FCS bereits mit 2:1 Sätzen und 9:6 Punkten und hatte den Auswärtssieg auf dem Schläger. Doch am Ende gab er die Partie noch mit 10:12 im Entscheidungssatz aus der Hand. Dadurch gewannen die Polen das Hinspiel mit 3:2, obwohl Saarbrücken mit 12:10 mehr Sätze gewonnen hatte.

Auch dieses gute Satzverhältnis ist ein Grund, warum Tokic sich absolut sicher ist, das Halbfinale zu erreichen. Denn schon ein knapper 3:2-Sieg reicht. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir zweimal hintereinander gegen diesen Gegner verlieren", sagt der slowenische Rekordnationalspieler.

Dem nahenden Ende des Zusammenspiels mit Steger beim FCS trauert Tokic schon jetzt hinterher. "Basti ist für mich der beste Mitspieler meiner Karriere. Ich hoffe, er kehrt irgendwann wieder zum FCS zurück", sagt er. Steger selbst wollte sich zu den Gründen seiner Entscheidung für einen Wechsel bislang nicht äußern.

Im Gegensatz zu seinem Mitspieler hat Tokic seinen Vertrag verlängert, auch wenn die weitere Zusammenarbeit bisher nur mündlich vereinbart wurde und die Unterschrift noch aussteht. "Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Bedingungen an der Hermann-Neuberger-Sportschule sind super. Ich bleibe so lange hier, bis der Verein zusammenbricht oder ich gehen muss", sagt Tokic, der seit dem vergangenen Sommer auch in Saarbrücken lebt und trainiert.

Falls er aber doch irgendwann beim FCS die Koffer packen muss, weiß er schon, wo er hingehen will. "In diesem Fall wechsele ich einfach zu dem Verein, bei dem Basti dann spielt", meint er schmunzelnd. Doch bevor es soweit ist, versuchen die beiden, für ihren derzeitigen Verein noch einmal alles zu geben. Und wer weiß, vielleicht fügen sie ihrer Liste von Erfolgen kurz vor ihrer Trennung noch einen weiteren hinzu: den Sieg im ETTU-Pokal mit dem 1. FC Saarbrücken.

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