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Biathlon
Ein neuer Stern am Biathlon-Himmel

Östersund. Ex-Langläuferin Denise Herrmann feiert in Östersund ihre ersten Weltcup-Siege.

Denise Herrmann hatte sich mit ihrem überraschenden Doppelsieg gerade in die Biathlon-Weltspitze katapultiert, doch den Vergleich mit Überfliegerin Laura Dahlmeier scheute die ehemalige Langläuferin noch. „Da fehlt mir noch sehr, sehr viel. Sie ist die perfekte Biathletin unserer Zeit“, sagte Herrmann nach ihrem zweiten Triumph in nur drei Tagen beim Weltcup in Östersund. Gut zwei Monate vor dem Start der Olympischen Spiele in Pyeongchang haben die deutschen Skijägerinnen nun zwei Siegläuferinnen in ihren Reihen.


Am Freitag hatte die 28-Jährige in Schweden im Sprint nur 19 Monate nach dem Wechsel der Disziplin den ersten Weltcupsieg gefeiert – Nummer zwei legte sie gestern in der Verfolgung in beeindruckender Manier nach. Völlig abgeklärt kompensierte sie zwei Schießfehler und siegte mit fast einer halben Minute Vorsprung vor der Französin Justine Braisaz. Herrmann ist nun Zweite im Gesamtweltcup mit vier Zählern hinter Braisaz. Zudem startet sie in der nächsten Woche in Hochfilzen in Sprint und Verfolgung im Roten Trikot. Eine Warnung schickte sie gleich an die Konkurrenz: „Ich will das hohe Niveau halten.“

2014 hatte sie mit der Langlauf-Staffel noch Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gewonnen und entschied sich 2016 für eine neue Herausforderung: „Letztes Jahr habe ich mir gedacht: Wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie.“ Und so verabschiedete sie sich von den Spezialisten, investierte unzählige Stunden in das Schießtraining, feilte an Waffe und Technik, wurde besser und besser. Das Laufen vernachlässigte sie aber dabei nie. Das ist jetzt ihr großes Plus. Herrmann ist mit ihren 1,75 Metern enorm athletisch und immer für die Lauf-Bestzeit gut, selbst Schießfehler kann sie dadurch verkraften.



Erik Lesser holte unterdessen mit Rang drei im Sprint das Top-Ergebnis der Männer, in der Verfolgung wurde der Thüringer beim ersten Saisonsieg des Franzosen Martin Fourcade als bester Deutscher Zehnter. Am vergangenen Wochenende hatte es zum Auftakt für die Mixedstaffeln in Östersund schon zwei Podestplätze gegeben. Außerdem sicherten sich Herrmann, Lesser, Simon Schempp, Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand mit Top-Acht-Resultaten die Olympia-Norm.