| 20:47 Uhr

2. Handball-Bundesliga
HG Saarlouis versagt im Kollektiv

Die HG Saarlouis hat im Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Hildesheim kollektiv versagt. Trainer Philipp Kessler (Vierter von links) hat sich bei den Fans für den Auftritt bereits entschuldigt.
Die HG Saarlouis hat im Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Hildesheim kollektiv versagt. Trainer Philipp Kessler (Vierter von links) hat sich bei den Fans für den Auftritt bereits entschuldigt. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Der Handball-Zweitligist verliert sein Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim und rutscht auf einen Abstiegsplatz. Sebastian Zenner

„Keine Ahnung“, lautete die Antwort von Martin Murawski am Samstagabend auf die Frage, was mit seiner Mannschaft los war. Die 25:29 (15:15)-Heimniederlage gegen Eintracht Hildesheim ließ den Kapitän des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis am 16. Spieltag ratlos zurück. Ausgerechnet in der heimischen Stadtgartenhalle, wo die HG im Abstiegskampf zum Punkten verdammt ist. Saarlouis rutscht in der Tabelle erstmals seit dem achten Spieltag wieder auf Abstiegsplatz 17. Hildesheim ist nun Tabellen-14..


HG-Trainer Philipp Kessler war ebenso enttäuscht wie die 1310 Zuschauer, an die er sich wandte: „Ich muss mich für die Leistung meiner Mannschaft entschuldigen. Das war nicht das, was ich von meinen Jungs erwarte. Das ist nicht das, was ich den Fans hier zumuten kann.“

Dabei fing alles ganz gut an. Saarlouis legte vor (4:2, 8. Minute) und baute seine Führung schnell auf 10:6 aus (18.). „Danach haben wir uns einige Disziplinlosigkeiten geleistet“, analysierte Kessler. Kapitän Murawski konkretisierte: „Wir nehmen uns viele Würfe, die unnötig sind, und bringen die Hildesheimer damit zurück ins Spiel. Die waren nicht besser als wir, aber cleverer.“ Auch technische Fehler und ungenaue Zuspiele ebneten den Gästen den Weg zum 11:11-Ausgleich und sogar zur 15:13-Führung. Mit Mühe und quasi mit dem Pausensignal glich die HG zum 15:15-Halbzeitstand aus. Einziger Lichtblick bis hierhin war die gute Leistung des oft gescholtenen Yann Polydore.



Nach dem Wiederanpfiff begann Saarlouis solide, verlor nach sechs Minuten aber wieder den Faden. Der Plan, Gegentore vom Kreis und aus dem halblinken und zentralen Rückraum zu verhindern, ging nicht auf. Auf Halblinks agiert bei Hildesheim Savvas Savvas, der sich mit seinen acht Treffern auf Platz eins der Torjägerliste schoss (130 Tore). Auch Spielmacher Robin John (acht) und Kreisläufer Nikolaos Tzoufras (fünf) bekam die HG-Abwehr nicht in den Griff. Die Vorgabe, offensiver gegen diese drei vorzugehen, setzte das Team nur teilweise um. „Die Abwehrleistung hat mir an der Stelle gar nicht gefallen. Auch die Torhüter haben wenig geholfen. Das muss besser werden. Ich erwarte von unseren gestandenen Spielern ganz klar mehr“, sagte Trainer Kessler. Er weiß aber auch: „Es ist meine Aufgabe, es hinzubekommen, dass die Jungs mehr ackern und kollektiv eine bessere Leistung bringen.“

Hildesheim setzte sich in der Folge ab (19:16, 38.) und baute den Vorsprung unter kräftiger Mithilfe der Gastgeber kontinuierlich aus. Immer wieder leisteten die sich druckloses Angriffsspiel mit zu hektischen Torabschlüssen oder schlecht getimten Anspielen an den Kreis. Spätestens mit Johns verwandeltem Siebenmeter zum 26:20 war klar, dass die Eintracht als verdienter Sieger vom Feld gehen würde.

„Es darf uns einfach nicht passieren, zu Hause gegen Hildesheim zu verlieren“, ärgerte sich Murawski und ergänzte sichtlich angefressen: „Jetzt wird es sehr schwer.“ Das sieht auch sein Trainer so: „Diese Woche muss sehr, sehr hart gearbeitet werden, um die Punkte, die heute hier und letzte Woche auswärts verloren gegangen sind, wieder reinzuholen.“ Es stehen in Hamm (6.) und Wilhelmshaven (15.) zwei Auswärtsspiele in Folge an. Bisher hat die HG auswärts immer nur verloren – teilweise überdeutlich.