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Von der Jägerin zur Gejagten

Von der Jägerin zur Gejagten

Laura Dahlmeier darf ihr Gelbes Trikot behalten. Die Biathlon-Überfliegerin verteidigte mit Platz zwei in der Verfolgung von Östersund die Führung im Gesamtweltcup. Arnd Peiffer holte als Dritter im Sprint den einzigen Podestplatz der Männer.

Am Ende eines traumhaften Wochenendes konnte nur die Aussicht auf eine kurze Nacht Laura Dahlmeiers Laune trüben. "Der Bus holt uns am Montag schon um 5.10 Uhr im Hotel ab", sagte die Biathlon-Überfliegerin und rollte mit den Augen. Eine rauschende Party hatte die 23-Jährige nach der Verteidigung des Gelben Trikots zwar nicht geplant, doch Dahlmeier sehnte sich nach den strapaziösen ersten Tagen als Gesamtweltcup-Führende nach Ruhe und Entspannung.

"Es ist natürlich schön, vom Jäger zum Gejagten zu werden", sagte Dahlmeier nach Platz zwei in der Verfolgung von Östersund : "Aber ich merke jetzt schon, dass ich K.o. bin. Es war das dritte Rennen in Folge, das ist schon anstrengend. Ich freue mich, dass es jetzt zwei Tage nach Hause geht." Am heutigen Montag reist sie von Östersund über Stockholm und München in ihre Heimat Garmisch-Partenkirchen.

Nach ihrem Auftaktsieg im Einzel am Mittwoch erkämpfte sich die Weltmeisterin am Wochenende in Schweden Platz vier im Sprint und zum Abschluss Rang zwei in der Verfolgung. Dank des besten Starts ihrer Karriere im Weltcup führt Dahlmeier nun in der Gesamtwertung mit 157 Punkten vor Gabriela Koukalova (Tschechien/132) und der fünfmaligen Weltmeisterin Marie Dorin-Habert (Frankreich/118). In der Verfolgung musste sich die Deutsche nur Koukalova nach zwei Schießfehlern um 8,4 Sekunden geschlagen geben und verpasste knapp den neunten Weltcupsieg.

Von Ärger darüber war aber nichts zu spüren. Vielmehr freute sich Dahlmeier, dass sie weiter als erste Deutsche seit Magdalena Neuner vor viereinhalb Jahren in Gelb antreten darf. "Es ist echt eine große Ehre, wenn man zum ersten Mal das Gelbe Trikot anzieht, das ist toll. Jetzt versuche ich aber, mir nicht so viele Gedanken zu machen", sagte Dahlmeier. An den Gewinn des Weltcups denkt sie nicht: "Die Saison ist noch lang, jetzt ist gerade mal die erste Station durch. Es stehen sehr, sehr viele Rennen an."

Auch beim nächsten Sprint am kommenden Freitag in Pokljuka darf Dahlmeier im markanten Leibchen auf die Strecke gehen. Auf der slowenischen Hochebene hatte sie im Vorjahr den zweiten Platz belegt - und das anschließende Verfolgungsrennen gewonnen. "Ich habe sehr positive Erinnerungen und denke, dass auch ein paar Familienmitglieder zur Unterstützung kommen", sagte Dahlmeier.

In den vergangenen beiden Jahren hatte Dahlmeier den Weltcupstart wegen Krankheiten und Verletzungen jeweils verpasst. Nun war sie "überrascht, wie gut es schon geht", sagte sie am Sonntag. Immer wieder warfen sie Infekte in der Vorsaison zurück. Das soll nun unbedingt vermieden werden, um eine perfekte Vorbereitung auf die WM in Hochfilzen/Österreich (8. bis 19. Februar) zu gewährleisten.

In Östersund stach Dahlmeier aus der deutschen Mannschaft heraus. Doch auch Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) erkämpfte als Dritter im Sprint einen Podestplatz. In der Verfolgung wurde Peiffer zum Abschluss Vierter, Erik Lesser (Frankenhain) landete direkt dahinter auf Rang fünf, Simon Schempp (Uhingen) wurde Neunter.