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Hesses Verletzung trübt Homburger Freude über Sieg in Stuttgart

Hesses Verletzung trübt Homburger Freude über Sieg in Stuttgart

Manuel Fischer mit seinem ersten Treffer, ein klarer 3:0-Sieg und Pizza für alle: Bei Fußball-Regionalligist FC Homburg war die Freude nach dem Spiel bei den Stuttgarter Kickers groß. Bis eine Meldung aus der Klinik kam.

Zur Belohnung gab es Pizza für alle. Das Spiel war noch keine zehn Minuten vorüber, als Angelo Vaccaro mit einem Turm aus Pizzaschachteln in den Händen in die Gästekabine des Stuttgarter Stadions marschierte. Der Sportvorstand des Fußball-Regionalligisten FC Homburg hatte die Bestellung offensichtlich schon einige Zeit vor dem Abpfiff aufgegeben. Spätestens nach André Kilians Treffer zum 3:0-Endstand (79. Minute) war klar, dass der FCH das letzte Auswärtsspiel des Jahres bei den Stuttgarter Kickers für sich entscheiden würde.

"Heute haben wir es endlich geschafft, effektiv zu spielen. Das gibt uns Selbstvertrauen", freute sich Kilian über die starke Chancenverwertung seines Teams. Der in der 71. Minute für Manuel Fischer eingewechselte Torschütze erinnerte sich wohl noch ans Hinspiel, als der FCH massenhaft Großchancen ungenutzt ließ und am Ende mit 0:1 unterlag.

In Stuttgart präsentierten sich die Saarländer vor 2380 Zuschauern gnadenlos effizient. Diesmal waren es die Gastgeber, die aus ihrer Feldüberlegenheit in Hälfte eins nichts machen konnten. "Ich bin enttäuscht", übte Kickers-Trainer Dieter Märkle harsche Kritik am offensiv zu komplizierten und defensiv zu sorglosen Spiel seiner Elf. Letzteres bestrafte zuerst Fischer, als der Ex-Stuttgarter drei Minuten nach der Pause mit seinem ersten Tor für den FCH trocken zum 1:0 einschoss. "Das ist ja eigentlich ein Klassiker, dass man ausgerechnet gegen seinen Ex-Club trifft", strahlte der Homburger Stürmer.

"Ein überragendes Tor"

Zu diesem Zeitpunkt wusste Fischer noch nicht, dass sich doch noch ein großer Wermutstropfen in die Homburger Siegesfreude mischen würde. Denn hinter dem Stadion wartete bereits der Krankenwagen, der Kai Hesse in eine Klinik brachte. Erst dort wurde die Schwere der Handverletzung deutlich, die sich der FCH-Kapitän bei einem Zusammenprall mit Kickers-Torwart Lukas Königshofer (69. Minute) zugezogen hatte: Riss aller Bänder im Daumen und Bruch des Daumengrundgelenks. Dabei hatte Hesse nur drei Minuten vor der folgenschweren Karambolage noch jubeln dürfen: Mit einem unwiderstehlichen Antritt setzte sich der Stürmer gegen drei Kickers-Verteidiger durch und spitzelte den Ball an Königshofer vorbei zum 2:0 ins Netz. "Ein überragendes Tor", lobte FCH-Trainer Jens Kiefer seinen Kapitän und fügte nicht ohne Stolz hinzu: "Das war heute ein verdienter Sieg." Der dann aber leider von Hesses Verletzung überschattet wurde.