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Ohne Konzentration keine Punkte

Ohne Konzentration keine Punkte

„Wir hatten das Spiel schon beim Warmmachen verloren“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner zum 0:2 seiner Mannschaft gegen den VfB Stuttgart II. Die Blau-Schwarzen ließen ihre sonst so großartige Einstellung komplett vermissen.

Das letzte Heimspiel des Jahres nutzen die Fans des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken traditionell, um an die zu denken, denen es nicht so gut geht. Sammelte in den vergangenen Jahren der Fanclub "Boys" Kleidung und Schlafsäcke für Obdachlose, baten diesmal die "Bierwölfe" um Plüsch-Spielsachen für benachteiligte Kinder. Zehn Kisten und etliche Säcke voller Teddybären, Stofflöwen und Einhörner kamen bei der Aktion zusammen.

In vorweihnachtlicher Geberlaune präsentierte sich auch die Mannschaft des FCS. Mit einer der schwächsten Leistungen der Spielzeit verschenkte die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner beim 0:2 (0:1) gegen den VfB Stuttgart II drei Zähler. Eine Niederlage, die wehtut, weil der FCS erstmals eine Tugend vermissen ließ, die die neuformierte Mannschaft in bislang allen Partien ausgezeichnet hatte: der absolute Wille und die Einsatzfreude.

"Das stimmt leider. Wir haben das heute nicht geschafft", sagte Abwehrchef Peter Chrappan. "Uns hat von Anfang an die Konzentration gefehlt." Auch Kapitän Manuel Zeitz tat sich ob des grausamen Auftritts schwer mit Erklärungen: "Wir hatten keinen Zugriff. Stuttgart hat mit einfachsten Mitteln gegen uns gespielt, das hat gereicht."

Das 0:1 fiel schon nach acht Minuten. Ein Freistoß von Thomas Hagn aus der eigenen Hälfte war gut 50 Meter in der Luft, dann schoss Mart Ristl den Ball aus ganz spitzem Winkel ins kurze Eck. Die Saarbrücker Hintermannschaft samt Torwart David Salfeld sah dabei schlecht aus. "Wir waren einfach schläfrig und pennen", ärgerte sich Lottner. "Wir wollen auf Abseits spielen und sind nicht bereit, die nötigen Meter mitzugehen."

Erst nach 25 Minuten begann der FCS mitzuspielen, wurde aber nur ein Mal richtig gefährlich: Marwin Studtrucker schickte Torjäger Patrick Schmidt, der steuerte auf VfB-Torwart Benjamin Uphoff zu, setzte den Ball aber deutlich über das Gehäuse. "Das war so eine Gelegenheit, wo du das Spiel noch einmal hättest drehen können", fand Lottner.

In der zweiten Halbzeit kamen Markus Mendler und Sascha Wenninger für Dominic Rau und Daniel Döringer - besser wurde dadurch aber nichts. Torwart Uphoff musste im zweiten Durchgang nur ein Mal ernsthaft eingreifen. Beim Fernschuss von Ivan Sachanenko in der 89. Minute war die Partie aber schon längst entschieden. Mario Müller, Chrappan, Sachanenko und Salfeld konnten zuvor den Sololauf von Ginola Caniggia Elva nicht stoppen, ehe Pascal Breier den Ball zum 2:0 über die Linie drückte (79.). Danach verließen viele der 2533 Besucher das Hermann-Neuberger-Stadion.

"Wir hatten das Spiel schon beim Warmmachen verloren, weil wir es einfach nicht geschafft haben, die notwendige Einstellung zu finden", sagte Lottner zur ersten Heimpleite. "Auch wir als Trainerteam haben es nicht geschafft, die Stimmung so zu kippen, wie es nötig war. Aber es gibt jetzt keinen Grund, auf die Mannschaft einzukloppen. Dafür haben wir zu viele gute Spiele gemacht bisher."