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Skispringen
Freitag und Wellinger fliegen allen auf und davon

Nischni Tagil. Deutsche Skispringer gewinnen Weltcups in Russland.

Andreas Wellinger (Ruhpolding) hat in Nischni Tagil für den zweiten deutschen Sieg im Skisprung-Weltcup binnen 24 Stunden gesorgt. Der Vizeweltmeister setzte sich gestern bei einem grandiosen Doppelerfolg in Russland vor Richard Freitag (Aue) durch, der das erste Springen am Samstag gewonnen hatte. Hinter Freitag, der die Führung im Gesamtweltcup erfolgreich verteidigte, kam der Österreicher Stefan Kraft auf Platz drei. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) fiel von Platz zwei nach dem ersten Durchgang auf Rang vier zurück, verbuchte aber sein bestes Saisonergebnis.


„Das Selbstbewusstsein war definitiv da, der zweite Sprung war richtig geil“, sagte Wellinger. Bundestrainer Werner Schuster sprach von einem „fast schon historischen Ergebnis“. Den zuvor letzten deutschen Doppelsieg hatte es am 15. Dezember 2001 in Engelberg in der Schweiz gegeben, als Stephan Hocke bei seinem einzigen Weltcup-Erfolg vor Sven Hannawald gewann. Kraft verhinderte mit 0,3 Punkten Vorsprung auf Eisenbichler den ersten deutschen Dreifachsieg seit 27 Jahren. Am 15. Dezember 1990 hatte in Sapporo in Japan Andre Kiesewetter vor Dieter Thoma und Josef Heumann gewonnen.

Der einstige Überflieger Peter Prevc (Slowenien) verpasste gestern ebenso überraschend wie Michael Hayböck (Österreich) den zweiten Durchgang. Wisla-Sieger Junshiro Kobayashi war wie ein Großteil der japanischen Mannschaft erst gar nicht nach Russland gereist.

Am Samstag hatte Freitag den sechsten Sieg seiner Karriere gefeiert. Der Mixed-Weltmeister gewann vor den Norwegern Daniel Andre Tande und Johann Andre Forfang und sorgte für den ersten Sieg der DSV-Adler in der Olympiasaison. Wellinger kämpfte sich mit dem besten Sprung des zweiten Durchgangs vom 21. noch bis auf den vierten Rang nach vorne.

„Ich bin absolut stolz, dass ich das erste Mal das Gelbe Trikot tragen darf. Ich werde ab jetzt darum kämpfen“, sagte Freitag nach seinem insgesamt sechsten Sieg. Stolz war auch Werner Schuster. Der Bundestrainer hatte Freitags Entwicklung vergangene Saison als „stabil rückläufig“ bezeichnet, nun ist Freitag die Konstanz in Person. „Richard hat gute Chancen, wieder an seine alte Form anzuknüpfen. Dann ist er brandgefährlich“, sagte Schuster. Am kommenden Wochenende steht das erste Heimspiel der Saison in Titisee-Neustadt auf dem Programm.