1. Saarland

Unangenehm, diese Besserwisser

Unangenehm, diese Besserwisser

Die belehren uns, wie wir Hasen jagen sollen, ohne jemals einem Tier nachgehoppelt zu sein. Selbst kriegen sie das Bein nicht hoch, halten uns aber einen Vortrag, wie's geht. Meinem Lehrer in der Hundeschule billige ich ja Besserwisserei zu - von Amts wegen. Lehrer haben bekanntlich morgens Recht und mittags frei

Die belehren uns, wie wir Hasen jagen sollen, ohne jemals einem Tier nachgehoppelt zu sein. Selbst kriegen sie das Bein nicht hoch, halten uns aber einen Vortrag, wie's geht. Meinem Lehrer in der Hundeschule billige ich ja Besserwisserei zu - von Amts wegen. Lehrer haben bekanntlich morgens Recht und mittags frei. Was mir tierisch auf den Keks geht, sind die vielen selbst ernannten Duden auf zwei Beinen, die nicht nur alles wissen, sondern alles besser wissen.Ob in der Politik, beim Pflanzen eines Baumes, wenn wir mal schräg Wuff machen, und, und, und: Alles wollen sie nach ihrem Geschmack geregelt haben und geordnet wissen. Und sie zerreden alles, bis nur noch Mus übrig bleibt. "Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem sie gar nicht sitzen", hat einmal ein kluger Kopf gesagt - und Recht hat er.

Zugegeben, mit ihrer Art hat diese Spezies von Mensch sogar Berühmtheit erlangt. Schweden und Finnen kennen den Begriff "Besserwisser", die Amerikaner und Engländer benutzen ihn ebenso. Aber was nutzt den Besserwissern die ganze Berühmtheit, wenn jeder bei ihrem Anblick die Flucht ergreift? Da lob' ich mir den Alten Fritz und seine Behauptung "Jeder soll nach seiner Façon selig werden." Der aufgeklärte, meist tolerante König dürfte mindestens so bekannt sein wie die Besserwisser - wenn nicht sogar berühmter.

Chandler Bing, als Podenco gebürtiger Spanier, dessen Geburtsname der Legende nach eigentlich El gatero guapo y listo de raza hambrienta de los Podencos Galicianos lautet, meldet sich als SZ-Redaktionshund immer montags zu Wort.

Facebook: Bing Chandler