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Verliebt in einer 16tel Sekunde Verliebt in einer 16tel Sekunde

Verliebt in einer 16tel Sekunde Verliebt in einer 16tel Sekunde

St. Wendel. "Eine 16tel Sekunde reicht, um sich zu verlieben", sagt Doris Haupenthal. Bei ihm habe ein Satz gereicht, meint Workshop-Teilnehmer Paul. "Glaubst du an Zufälle?", habe er gefragt. Sie sagte: "Nein." In dem Moment habe er es gewusst. Dass er sich mit Mitte vierzig noch einmal verliebt hat, habe ihn überrascht

St. Wendel. "Eine 16tel Sekunde reicht, um sich zu verlieben", sagt Doris Haupenthal. Bei ihm habe ein Satz gereicht, meint Workshop-Teilnehmer Paul. "Glaubst du an Zufälle?", habe er gefragt. Sie sagte: "Nein." In dem Moment habe er es gewusst. Dass er sich mit Mitte vierzig noch einmal verliebt hat, habe ihn überrascht. Deshalb nehme er an dem Workshop über "das Geheimnis des sich Verliebens" teil. Der Workshop war einer von vieren beim "Ermutigungstag" im Bildungs- und Kulturzentrum Impuls der Stiftung Hospital in St. Wendel. Organisiert wurde er vom Verein für praktizierende Individualpsychologie, Regionalgruppe Saarland. Das Motto lautete: "Warum nicht einfach besser leben?" Verbessern könne man sein Leben, indem man sich selbst und die Menschen in seiner Umgebung positiv ermutige, statt nur Kritik zu üben, erklärt Regionalleiterin Ursula Wiesner den 20 Teilnehmern zu Beginn der Veranstaltung.Mehr über Verlieben lernenNeben Paul haben sich drei weitere Interessierte dafür entschieden mehr über das Verlieben zu lernen. Die Namen der Teilnehmer wurden für diesen Artikel verändert, um ihre Privatsphäre zu schützen. Alle haben verschiedene Erfahrungen gemacht. Hermine hat sich, nach 30 Jahren Ehe und einer tiefen Krise, wieder neu in ihren Mann verliebt. Bianca ist seit 20 Jahren verheiratet. Bei ihr sei das Verlieben eine Entwicklung gewesen und kein kurzer Moment. Lara ist gerade 17 und nicht verliebt. Und dann ist da noch Paul, der einzige Mann und der einzige frisch Verliebte. Leiterin Haupenthal bittet sie ihre Augen zu schließen und sich zurück in ihre Kindheit zu versetzen. Als Kind sollen sie durch ihr Elternhaus gehen und sich die Menschen ins Gedächtnis rufen, die für sie wichtig waren. "Jetzt schreibt die positiven und negativen Eigenschaften dieser Personen auf", sagt Haupenthal. Alle beginnen zu schreiben, ohne zu wissen warum. "Die Person, in die ihr euch verliebt, hat Eigenschaften, die ihr aus eurer Kindheit kennt", sagt Haupenthal. Wenn man sich verliebt, trage man die rosa rote Brille so um die drei Monate, erklärt sie weiter. "Verliebte haben mehr Energie und fühlen sich durch ihren Partner vervollständigt." Man könne seinen Partner aber nur lieben, wenn man sich selbst liebe. "Daher ist es wichtig sich selbst zu ermutigen", sagt Haupenthal. Sie regt die Teilnehmer an sich zu fragen: "Was ist gut an mir? Was habe ich zu bieten?" oder sich vorzustellen, was Freunde an ihnen gut finden. Zum Schluss brennt Paul immer noch eine Frage auf der Seele: "Kann die Verliebtheit einfach weg sein?" In der Regel geht es weiter, mein Haupenthal, aber eine wirkliche Antwort auf diese Frage kann auch sie ihm nicht geben.